Eichenbohlen hübschen

11.11.2007



Hallo,
ich hab´s nicht fassen können. Wir haben ein 300 Jahre altes Haus gekauft, in dem wir Heute, bei der Übergabe, wunderschöne alte Eichenbohlen unter den verschiedenen Fussbodenschichten gefunden haben. Sieht so aus, als könnten die Bohlen noch zur Erstaustattung gehören. Natürlich sind die Bohlen krum und schief, was ich aber nur positiv finde. Ich würde den Boden gerne auffrischen, ohne ihn mit den Schleifgerät Plan zu schleifen. Gibt es da irgendwas, was sich dem Boden anpasst und nicht den urtümlichen Charakter zerstört? So eine Art "Wabbelteller" für die Schleifmaschine? Ausserdem sind die Zwischenräume der Bohlen teilweise etwas zu groß. Lässt sich das irgendwie ausfüllen?

Beste Grüße

Hermann



Tellerschleifer



Hallo Hermann,
ich habe meine Dielen komplett mit dem Tellerschleifer abgeschliffen. Dauert zwar etwas länger als mit der Walzenschleifmaschine – dafür ist aber das Ergebnis umso schöner, da sich der Teller mehr den Unebenheiten anpasst und nicht plan schleift wie die Walze. Außerdem kannst Du dann das Öl bzw. zum Schluß das Wachs mit dem entsprechendem Pad schön einmassieren.
Sehr breite Fugen kann man ausspänen, d.h. konische Holzleistchen einleimen (evtl. anstiften) und mitschleifen. Wurde auch früher schon gemacht - in meiner jetzigen Behausung habe ich unter den dicken Lackschichten die Fugen bereits ausgespänt vorgefunden. Macht aber meiner Meinung nach erst ab ca. 5 mm und mehr Fugenbreite wirklich Sinn.
Diesmal hab´ich´s übrigens mit der Walzenschleifmaschine geschliffen und wenn ich recht überlege, hat´s ebenso lang gedauert, weil man dann eben den Anspruch hat, wirklich alles plan zu schleifen, damit's nach was aussieht. Auch gut geworden - aber in 'nem 300 Jahre altem Haus kommen die "krumm & schiefen" Dielen sicher besser.
Gruß
Kathrin



Festo - Rotex 150mm



Für solche Arbeiten hat sich die Rotex von Festo bewährt. Sie hat einen 150er Schleifteller mit einer weichen Trägerplatte. Dann jede Bohle für sich bearbeiten. Mit den großen Tellermaschinen (ca. 40cm Durchmesser) hat man den Nachteil, dass man von einer Bohle zur anderen Schleifschatten hat, die dann sowieso nachgearbeitet werden müssen.

Grüße aus Frangn



Vielleicht erst 'mal prüfen, ob's ganz ohne schleifen geht?



Was ist den jetzt auf den Dielen? Wachs, Farbe, Dreck?

Es gibt wirklich gute Abbeizer, darunter sind auch welche, die den Anwender nicht schleichend umbringen. Danach mit der Einscheibenmaschine und grobem Pad überarbeiten. Wir haben da ein paar brauchbare Lösungen entwickelt.

Das mit den keilförmigen Leisten wurde schon schön beschrieben, aber auf dem Dreck der Jahrhunderte hält kein Kleber. Eine Dielenflanke sollte bearbeitet werden, in diesen Zusammenhang kann die Fuge parallel vergrößert werden, mit der Oberfräse vorzugsweise, oder mit der Handkreissäge, jeweils an der Führungsschiene. Die Keilleiste sollte nur an EINER bearbeiteten Kante angeklebt werden, nicht an beiden. Beim Nachtrocknen besteht sonst die Gefahr, daß sie abwechselnd links und rechts abreißt.

Die Leisten können vor dem Einbau (schon fertig zugeschnitten) in einem geeigneten Gefäß (z.B. 100er KG-Rohr mit T-Stück und Endkappen) geräuchert, d.h. mit Ammoniak behandelt werden. Dann bekommen sie den selben Ton wie die alte Eiche. in 2-3 Wochen dürften die Leisten durchgeräuchert sein.

Grüße

Thomas