Abgeschliffener Parkettboden - wie behandeln?

02.04.2010



Hallo,
der Parkettboden (Eichenstäbchenparkett) in meiner Wohnung wurde augenscheinlich irgendwann mal abgeschliffen. Das dürfte allerdings schon einige Zeit her sein, er ist jetzt fleckig und wird an stark beanspruchten Stellen dunkel.
Ich habe zur Zeit nicht die Möglichkeit (und das nötige Geld) den Boden abzuschleifen. Ich würde ihn aber gerne irgendwie schützen um das dunkeln und verschmutzen zu vermeiden.
Kann ich ihn einfach reinigen und ölen? Oder ist wachsen eine Möglichkeit? Was würdet Ihr empfehlen?

Vielen Dank für Eure Hilfe!
M.





Hallo,

irgendwie schützen ohne Vorbehandlung geht effektiv nicht, es sei denn, Sie Kleben ab.
Laminat für 5 € drüber und fertig ists, bis sich ein Liebhaber mit der nötigen Energie wieder drüber hermacht und es restauriert.

Grüße



Wenn es kein Scherz war, Herr Beckmann



haben Sie sich mit der Aussage:"Laminat für 5 € drüber und fertig ists" ... als Baukundiger selbst abgeschossen...

Gruß...J.

ach ja, reinigen, ölen, ggf. wachsen.



Schwimmender



Teppichboden tuts auch ;-)
Im Ernst, ich habe solche Böden nach etwa 20 Jahren von gewachsten Parkettböden entfernt, das war Einrollen, Raustragen und Kehren.

Dem Foto nach erscheint mir dieser Boden völlig unbehandelt zu sein, das ist natürlich Schwachsinn. Mein Bauchgefühl meint: gründlich mit leicht feuchtem Fetzen wischen, starke Flecken mit Stahlwolle abspäneln und evtl. mit feinem Glaspapier nacharbeiten, ganzen Boden ölen und wachsen.



Moin Mari,



was solls denn mal werden?

Wenn du jetzt halblebig ölst oder wachst, musst du den ganzen Schmier dann, wenn du ihn richtig machen willst, wieder runterschleifen, kost Zeit, Schleifpapier und Substanz.

Wenn es heisst: jetzt erstmal schützen, später richtig machen, kann ich Dietmar Beckmann nur Recht geben: Jetzt was billiges drauf zum schützen und später Feinschleifen und Endbehandeln.

Gruss, Boris



@ Kellergassenkatze



"Mein Bauchgefühl meint:...mit Stahlwolle abspäneln..."

Bitte dieses Mal nicht auf das Bauchgefühl vertrauen.

Grüße





Bravo Exxit!
Eiche und Stahlwolle vertragen sich nicht so recht oder?
Gibt dunkle Stellen, weil die Stahlwolle mit der Gerbsäure reagiert oder?



Das



habe ich auch schon gehört, trotzdem hört man den Tip äußerst oft unter dem Titel "Des hams früher IMMER so gmacht!" und denkt dann "Wenn das früher jeder gemacht hat muß es ja funktionieren". ;-)



Es gibt auch...



Edelstahlwolle ohne die unbeliebte Schwarzfleckenbildung.

Dennoch: Verzichten Sie darauf, und greifen Sie zu einem Intensivreiniger aus dem Hause Natural (aus Leonding/Linz, sozusagen ein Heimspiel) und einer Tellerschleifmaschine mit grünem oder schwarzem (Ausprobieren!) Pad. Nach der Grundreinigung und sauberem Nachwischen lassen Sie den Boden gut trocknen. Sollte er zu rauh sein (was üblicherweise nicht der Fall ist), können Sie mit einem schwarzem Pad und untergelegtem 120er Schleifgitter aufstehende Fasern entfernen.

Danach können Sie Ölen. Ich bevorzuge das Heißverfahren von Natural. Hier hätte es neben der besonders robusten Fläche den Vorteil, daß eventuelle Wachreste angelöst und verteilt werden.

Die Sache mit dem Laminat sollten Sie als verspäteten Aprilscherz betrachen. Sondermüllgebundene Abfälle mit Holzdekor bedruckt sind in Ihrem Fall rausgeschmissenes Geld. Vielleicht auch bald ein Bauschaden, wenn Ihr Parkett gegen unbeheizt verlegt wurde, ohne Dämmung / Sperrschicht darunter.

Grüße

Thomas



Ist



das Heißölverfahren für Heimwerker anwendbar?

Wir haben hier in Wien ein Hartöl von Auro verwendet das nur mit dem Pinsel aufgetragen werden mußte, das hat recht gut funktioniert und wir sind mit den Böden (ebenfalls Eiche) seit mittlerweile 7 Jahren sehr zufrieden (Bona Wasser-Versiegelung im Vorzimmer tritt sich nach 6 Jahren schon deutlich ab und das Holz wird grau).

Hilft der Reiniger von Natural auch bei stark verschmutzten, seit Jahrzehnten gewachsten Böden? Ein Bekannter von mir hat eine Wohnung die demnächst renoviert werden soll und wo die Böden sonst geschliffen werden müßten. Die Holzoberfläche würde ich am ehesten als "dunkelgrau bis hellschwarz" beschreiben.



Das Heißölverfahren...



...ist auch für "Nichtheißölprofis" anwendbar. Auftragsverfahren ist aber anders als beim System "Pinsel". Bei Pinselaufträgen aller Art ist das Abnehmen von Überständen aufwendiger, und die Glättung der Fläche durch das Pad entfällt.

Ein Reinigungsverfahren hat selbstredend seine Grenzen. Dicke Wachsschichten müssten separat entfernt werden. Überreinigt man danach, und ölt neu, hat man keinen neuen Boden, aber einen in der Regel schön patinierten alten Boden. Geschmackssache wie so vieles im Leben.

Grüße

Thomas