Ochsenlutrote Dielen restaurieren

21.04.2010



Hallo!

Habe 30er-Jahre Dielefußböden in rot unter dem Laminat gefunden. Teilweise ein wenig abgenutzt, teilweise recht gut erhalten. Würde sie gern im Originalfarbton behalten?

Reicht es, kurz anzuschleifen oder anzulaugen und dann nachlackieren? mit Lack oder Ölfarbe? Ich kann nicht erkennen, auf welcher Basis der alte Anstrich erfolgte.

Vielen Dank für jede Idee und besten Gruß!



Das Ganze...



...hat nur Sinn, wenn die Farbe fest auf dem Holz sitzt und nicht versprödet ist, ferner, wenn eventuelle (Bohner)wachsspuren nicht vorhanden sind oder gründlich entfernt werden.

Anschleifen würde ich nicht, aber anlaugen. Vorzugsweise mit 5%iger Ammoniaklösung (Atemschutzmaske mit geeignetem Filter) oder mit 5%iger Natriumhydroxidlösung. Beide Lösungen sind ätzend, Hände und Augen schützen.

Anstrich vorzugsweise mit einer Leinölfarbe (z.B. Kreidezeit). Leinölfarben bleiben elastischer als Kunstharzfarben. Farben auf Wasserbasis würde ich in Ihrem Fall nicht verwenden.

Grüße

Thomas



Man müsste wissen...



...was die damals für Farben/Lacke benutzt haben.

Danke schon mal für den Tip. Ich habe selber auch noch eine Firma, die Fußbodenfarben in Ochsenblut/Schwedenrot herstellt, gefunden.

http://schwedischer-farbenhandel.de/shop/article_6005/1-Liter-Bodenfarbe-schwedenrot-%28Falur%C3%B6d_Ochsenblutrot%29.html?shop_param=cid%3D55%26aid%3D6005%26



Falls ich diese mal ausprobiere, oder auch die von Kreidezeit, sag ich, wie es gelungen ist. :)



Ich denke doch,



daß für Fußböden überwiegend Ölfarben und keine Kunstharzlacke verwendet wurden, das Lackieren von Holzböden ist doch seit etlichen Jahrzehnten in unseren Breiten nicht mehr üblich (auf Fotos aus Rußland etc. habe ich solche Böden noch erheblich öfter gesehen). Acryllacke haben im Heimwerkerbereich überhaupt erst in den späten 1980erjahren nennenswerte Verbreitung gefunden (bzw wurden möglicherweise damals überhaupt erst erfunden, frühere Erwähnungen sind mir jedenfalls nicht bekannt), daher kann man sie eher ausschließen.

Farbe auf einem Weichholzfußboden sollte möglichst zäh und elastisch sein, um bei Punktbelastung des Bodens (Schuhabsätze, etc.) nicht abzusplittern. Aus dem gleichen Grund sollte man solche Böden auch nicht versiegeln. Von dem was unter "Ochsenblut" firmiert, war viel in Wirklichkeit auf Basis von diversen Eisenoxydpigmenten, ist auch eher rostrot als blutrot. Es gab und gibt aber durchaus Rezepturen mit echtem Rinderblut, bspw. von Kremer Pigmente. Die sind dann eher blaurot und gefallen mir persönlich besser.



Das hat bei mir so geklappt ...



Ich hatte auch Ölfarbe Ochsenblutrot in unterschiedlichem Abnutzungzustand auf Dielen und auch mir gefiel die Farbe. Also habe ich in einem Raum das Experiment gewagt und (nach Rücksprache mit einem Berater von Kreidezeit) die alte Farbe angeschliffen, einmal mit halbfetter und einmal mit vollfetter Standölfarbe gestrichen. Das hält jetzt seit 3 Jahren tadellos, allerdings laufe ich im Haus auch nur auf Socken. Ich weiß nicht, wie das aussieht, wenn man mit Straßenschuhen drüber läuft.

Grüße



Ich habe



mit Ölfarbe gestrichene Weichholz-Türschwellen an WOhnungstüren gesehen. Die Farbe ist mit der Zeit halt weg und irgendwann auch das Holz wenn die Schwelle lange genug begangen wird.



Vielen Dank



für die Praxisberichte. Es wird wohl noch etwas dauern, bis ich bei den Fußböden ankomme, aber der Entschluß, den Originalfarbton wieder aufleben zu lassen, steht!