Haus Baujahr 1783 / Zimmermannskosten ?

30.12.2006



Hallo liebe Fachmänner,
wir beabsichtigen ein Haus Baujahr 1783 / 1959 zu kaufen. Das Haus hat eine Grundfläche von ca. 17 x 11 Metern und wurde ursprünglich 1783 erbaut, und 1959 angebaut ( jeweils zur Hälfte). Wir haben nun das Haus heute ein 2. mal mit einem Handwerkerprofi besichtigt, der nun meinte, daß das Gebälk (noch Original) entfernt werden müsste. Dies würden die Decken und Böden über 2 Stockwerke betreffen. Der Dachstuhl wurde bereits vor 30 Jahren erneuert, und ist somit i.O. Nun meine Frage, kann uns jemand so Pi mal Daumen sagen, was hierbei für Kosten auf uns zukommen würden? Aus Zeitgründen würden wir das gerne von einem Zimmermann erledigen lassen. Bin über jede Anwort dankbar, den unsere Kaufentscheidung hängt hiervon ab



Schätzen oder ver-schätzen!



Hallo
Warum muss denn das Gebälk raus?
und warum kann dann der "Handwerkerprofi" nicht sagen, was es kosten würde?

Weil "rausnehmen von Balken" mal so ist ja nicht einfach ... wenn es denn überhaupt notwendig ist!

Messen Sie mal die Balken nach (Länge X Breite X höhe) und die Anzahl - daraus entsteht die Menge an Holz ... fragen Ihren Zimmermann nach dem Kubikmeterpreis - abgebunden und er wird Ihnen dann auch einen ca. Preis sagen ...

Sollen da die Böden auch dabei sein ... oder auch Fehlböden oder sonstige Teile ....

Lassen Sie mal einen richtigen Fachmann ran - der kann Ihnen dann wirklich weiterhelfen ....

Nur nichts überstürzen ...

guten Rutsch

FK



1. Durch schlechte Erfahrungen



speziell mit Zimmermännern, würde ich Ihnen den Rat geben, nach Referenzobjekten im Fachwerkbereich zu fragen. Lassen Sie Sich diese Objekte zeigen und fragen Sie dort auch nach den Kosten. Sollte Ihr Zimmermann sauber sein, kann er Ihnen mit Sicherheit auch die Kosten nennen.
2. Warum muss das "Gebälk" raus?
3. Sollten tatsächlich Balken ausgetauscht werden müssen, legen Sie den Umfang der auszuführenden Arbeiten schriftlich fest. Eine einfache Auftragsbestätigung würde mir heute nicht mehr reichen.
Gruß aus Dortmund und guten Rutsch
Harald Vidrik



Balken



Erst einmal vielen Dank für Eure Antworten. Das mit den Balken verhält sich wie folgt:
Die erste Decke ( vom UG zum OG) verläuft von einer zur anderen Seite in einer Schräge von ca. 10-15 cm, was im oberen Teil quasi je der Fußboden ist. Man hat hier auch das Gefühl, das der Raum zur rechten Seite hin hängt. In diesem Raum wiederrum hängt die Decke ( Fußboden Speicher) sehr stark durch ca. 15-20 cm) in die mitte des Raumes. Diese Balken wurden wiederrum von oben (Speicher) durch auflegen eines zweiten Balkens und durch Schrauben versucht nach oben zu ziehen. Das ganze erscheint somit ziemlich "Instabil". Durch diese Konstruktion ist wiederrum der Speicherboden eine größere Berg- und Tal-Bahn.
Im Gesamten "Alten-Teil" des Hauses, befindet sich kein Raumboden auf gleicher Höhe, es gibt stellenweise Absätze von bis zu 20 cm von Raum zu Raum, was ja wohl angeglichen werden müßte, oder?
Für weitere Hinweise wäre ich sehr dankbar.
Einen guten Rutsch Euch allen,
Joachim



Wohnphilosophie



Dass bei einem so alten Haus kaum eine Kante gerade und kaum ein Zimmer im Niveau ist, war zu erwarten.
Falls Sie damit nicht leben können - kaufen Sie's nicht.

Ansonsten schliesse ich mich den Anderen gern an - einfach raus ist nicht schnell gemacht und wenn das Holz gut ist, schwer nachzuvollziehen.

Lassen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung und finden Sie alles heraus, bevor Zusagen gemacht werden.

Alles Gute



... fallende Böden ...



Hallo
Sie fragen, ob die Böden "angeglichen werden müßte, oder?"
Ich glaube: Nein!
Wenn es nur um die unterschiedlichen Höhen geht, denke ich, dass es sehr reizvoll ist, wenn die Böden alt und krumm sind ...
habe vor ein paar Jahren ein Fachwerkhaus saniert und alte Böden entfernt und dann auf die Balken einen neuen Boden aufgebaut - der "fällt" jetzt ca auf 4,50 m um 18 cm und der Bewohner ist nach 3 Jahren noch nicht gestorben oder in die Klappse gekommen ....
... Und in Ulm gibt es ein Hotel, dass Räume hat (Schlafzimmer für gäste) die auf 3,5 m um 25 cm fallen - Also: es muss kein Manko sein sondern kann auch einen Reiz des Besonderen ausmachen - nur Mut zum eigenen Stil!

Wenn es wirkliche "Schäden" gibt, dann muss man was tun - aber rein "optisch" würde ich das eher als Positivum sehen. - sonst kann man ja gleich in eine gerade Betonkiste ziehen ...

Das wird schon werden ..

FK



Nicht die Symptome bekämpfen,...



sondern die Ursachen suchen.
Warum hängt das Gebäude schief?
Gibt es Setzungen durch schlechte Bodenverhältnisse?
Haben bestimmte Bauteile versagt, die man im einzelnen reparieren kann?
Stammen die Versprünge im Bauwerk durch den Ansatz verschiedener Bauabschnitte?
Mehr über das Gebäude wissen heisst, genauere Analysen zum Gebäude treffen zu können, heisst speziellere Lösungen für die Problemursachen finden zu können, heisst eine genauere Kostenschätzung vornehmen zu können.
Mit den paar Grundinformationen selbst einen Pi-x-Daumen-Preis abzugeben, heisst sich unseriös zu machen, sorry.
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri