Bodenwanne auffüllen, Bodenaufbau

27.03.2021 Christian

Bodenwanne auffülen, Bodenaufbau

Hallo allerseits,

nachdem ich bei meinen vergangenen Recherchen immer wieder auf fachwerk.de gestoßen bin, habe ich jetzt eine Frage, auf die ich bisher noch keine Antwort finden konnte. Wahrscheinlich ist es ein wenig zu spezifisch, es handelt sich auch nicht um ein Fachwerkhaus.

Wir haben kürzlich eine ehemalige Gartenlaube aus den 30-er Jahren gekauft, die mehr oder weniger (eher weniger) fachgerecht zum Wohnhaus (2 Stockwerke, 120 m²) erweitert wurde. Der Anbau, um dessen Bodenaufbau wir uns gerade kümmern, stammt ungefähr von 1988.

Aufbau ist folgender: Eine Beton-Bodenplatte, Tiefe unter Erdreich 40 cm. Rundum ein Absatz von 20 cm Höhe und 20 cm Breite, darauf liegen Balken, auf denen der Fußoden lag. Darauf waren Spanplatten geschraubt, darauf Styroporplatten, dann ein alter Teppichboden und darauf wiederum Laminat. Der Hohlraum war komplett mit alten Styroporverpackungen, Eierkartons u.Ä. gefüllt. Zwischen Spanplatten und Styroporplatten war es schimmelig, allerdings nur an den Rändern (an Innen- und Außenwänden, wahrscheinlich aufgrund von Kondensfeuchte).
Sonstigen Wassereintritt haben wir keinen, die Wanne liegt jetzt inzwischen seit ca. 3 Monaten offen und ist vollkommen trocken.
Die Betonwanne ist unten schwarz lackiert (Teer? Bitumen?), oberhalb des Absatzes liegt eine Art Teerpappe.

Jetzt stellt sich die Frage: Wie bauen wir das wieder auf und was machen wir mit dem Hohlraum?

Wir haben bisher mehrere unterschiedliche Empfehlungen bekommen:

- Die Wanne komplett mit Dampfsperrfolie auskleiden, bis Oberkante Holzbalken mit Dämmschüttung (Perlite, ca. 7,2 m³) auffüllen, Massivholzdielen auf Balken schrauben.

- Die Wanne bis Oberkante Holzbalken mit Dämmschüttung auffüllen, obendrauf Dampfbremsfolie, Massivholzdielen auf Holzbalken schrauben.

Bevor wir irgendeinen größeren Fehler machen, dachte ich mir, ich frage einmal hier nach Meinungen oder weiteren Anregungen.

Wir wären auch nicht abgeneigt, die ganze Sache von einem Experten ansehen zu lassen - aber welches Gewerk fragt man da am besten?



2. Bild


2. Bild

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füllhöhe



wieviel cm Füllhöhe sind es denn jetzt bis OK Balken? Ich würde eine Bitumenschweißbahn auf den Betonboden aufbringen, am Sockel hochziehen bis auf die Sockelkrone. Die Balken auf dem Sockel auf Korkplatten oder Kokosfaserunterlagen legen.



Wenn Dielenboden...



eingebaut werden soll, ist der Hohlraum nach oben, zum Raum hin dampfdurchlässig.
Wenn ihr dann den Betonboden und den Sockel im Hohlraum abdichtet, entweder wie du geschrieben hast, mit einer Dampfsperrfolie, oder wie Pope schrieb, mit einer Schweißbahn, ist der Hohlraum nach unten hin dicht. Somit kann keine Feuchtigkeit von unten/außen eindringen und Kondensat nach oben, durch die Dielenfugen in den Raum verdunsten. Somit wäre der Hohlraum trocken.
Jetzt kannst du die "Wanne" mit Dämmmaterial bis OK Lagerbalken füllen.
7 m³ ist halt sehr viel...da wäre die Frage an welches Material kommst du am günstigsten dran?
Schaumglasschotter, Perlite, Blähton (liapor, o. ä.) wären für so etwas gute Materialien.
Wenn du viiiiel Zeit hast, kannst du auch erst mal eine Lage Sand/Kies/Split unter die Dämmschüttung einbringen, um der zu sparen.
Der Sand/Kies/Split muss aber genug Zeit zum trocknen haben, bevor er mit Dämmmaterial zu geschüttet wird und die Dämmschüttung aus den o. g. Materialien sollte schon etwa 15 - 20 cm dick sein.



Stärke der Dämmschicht



ich habe mal bei ubakus.de geschaut, mit 20cm Perlite ( isoself) bist Du innerhalb der ENEV-Vorgaben für Bestandsbauten.



Materialien



Hallo Pope, hallo Herr Dubel,

vielen Dank für die hilfreichen Antworten! Die Dämmung unter der Schüttung war für mich auch klar die logischere Variante.

Bis Oberkante Balken liegen wir bei 40 cm.

Als Schüttung haben wir Perlite geplant. Eine besonders günstige Bezugsquelle dafür haben wir nicht, aber mit Mengenrabatt beim Baumarkt in die Ecke kommen wir auf ca. 900€. Da kommen wir wohl nicht drumrum...
Sand trocknen lassen dauert uns doch etwas zu lang.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage nach der genauen Folie (wäre uns lieber als Bitumenschweißbahn wegen der schon verbauten Heizungsrohre und Stromleitungen). Gibt es da besonders empfehlenswerte Produkte? Mindestanforderungen an Stärke etc.? Wir haben vom Dachausbau noch ziemlich viel Dampfsperrfolie übrig, das ist wahrscheinlich aber nicht das richtige, oder?



Holzwurm



Eine damit verbundene Frage fällt mir noch ein:

Wir haben insgesamt 5 Balken entfernt, 3 waren vom Holzwurm zerfressen, 2 hatten eine zweifelhafte braune Beschichtung aus DDR-Zeiten, die wir lieber loswerden wollten.

Die restlichen Balken sollen bleiben, die fehlenden durch neue aus Fichte/Tanne ersetzt werden.

Als Schutz gegen erneuten Befall wurde uns Korasit TT 40 P empfohlen. Leider finde ich keine für mich als Laien verständliche Informationen zur Verwendung in Wohnräumen - außer, dass es abgedeckt werden soll. Irgendwelche Gedanken oder Alternativen dazu?
Möglicherweise sicherheitshalber alle Balken austauschen, auch die, die nicht offensichtlich befallen sind und keinen chemischen Holzschutz aufbringen?



Re: Holzwurm



Das techn. Datenblatt findest du auf der website des Herstellers: https://www.kora-holzschutz.de/fileadmin/assets/produkte/Technische-Merkblaetter_Deutsch/Korasit_TT_40_P_TM_CLP_2017-04_DE.pdf
Darin werden 3 verschiedene Chemikalien angegeben. Nach denen und deren Funktion, Auswirkung und "Giftigkeit" kannst du wiederum im Netz suchen.
Über die Sinnhaftigkeit zusätzlichen, chemischen Holzschutzes, bei ansonsten vorhandenem konstruktivem Holzschutz wurde in diesem Forum auch schon tausendfach diskutiert.
Stand der Technik ist heute, dass chem. Schutz nicht notwenidg ist, wenn gewährleistet ist, dass das verbaute Holz trocken ist und auch bleibt.

In deinem Fall würde ich KVH-Balken einbauen. Die sind exakt maßhaltig hergestellt und so trocken, dass sie keinen zusätzlichen Schutz brauchen.....wenn sie auch in Zukunft trocken bleiben.....

Thema Folie: Wenn du keine Bitumenbahnen einbauen willst, kannst du z. B. auch Teichfolie verwenden.
Die übrig gebliebene Unterspannbahn nur dann wenn sie a) stabil genug ist, dass du während der Arbeit keine Löcher rein trittst (wegen der Kabel und Rohre liegt sie nicht überall flach auf) und b) wenn es wirklich eine DampfSPERR-Folie ist und keine DampfBREMS-Folie.



Balkenstärke auslegen



Gut, das mit dem Holzschutzmittel lassen wir sein.

Danke für den Hinweis auf den richtigen Folientyp, es handelt sich tatsächlich um eine Dampfbremse. Die benutzen wir also nicht - ich würde jetzt 1,14 mm starke EPDM-Teichfolie besorgen.

Die alten Balken sollen jetzt komplett raus, um nicht dort noch Probleme mit Holzwürmern zu bekommen.

Jetzt dachte ich, wir könnten die dadurch gewonnene Freiheit vielleicht nutzen, um mit weniger starken Balken und einer Kreuzverlattung zu arbeiten. Das würde uns ermöglichen, die Holzdielen in der selben Richtung zu Verlegen wie im Rest des Hauses.
Fragt sich: Wie legen wir das optimalerweise aus?

Die untere Traglattung müsste von Auflage zu Auflage 3,20 m überspannen, wir könnten aber z.B in der Mitte mit Ziegelsteinen abstützen - würde zu einer Spannweite von 1,50 m führen.

Aber wie wählen wir die Balkenabstände, Balkenquerschnitt und Abstände der Konterlattung? Ich kann dazu leider recht wenige Informationen finden... Gefühlsmäßig würde ich jeweils 6x8 cm wählen, aber das wäre einfach ein Schuss ins Blaue.



Verstehe ich nicht



warum kreuzlattung ? Warum die Balken nicht gleich so legen, dass Ihr die Dielung wie in den anderen Räumen legen könnt? Aufbauhöhe habt Ihr ja genug.



Weil...



... an den kurzen Seiten des Raums leider keine Auflagen für die Balken betoniert sind - die erste Balkenlage muss deswegen leider jeweils an der langen Seite aufliegen.



ah ja,



habe es gerade gesehen. Läßt sich natürlich einfacher machen. Ich würde 100x100 mit 60-iger Abstand nehmen und nochmal mittig unterstützen, die 2. Lage 60x 40 mit 50-iger Abstand.



Balkenlage um 90° drehen



Zum Einen bleibt nach wie noch die Frage wie stark der Holzwurmbefall an/in den einzelnen Balken ist, zum Anderen ob der Wurm überhaupt noch "aktiv" ist.
Denn wie gesagt, wenn das Holz trocken ist (und bleibt) verziehen sich auch die Holzwürmer, sofern überhaupt noch welche im Holz leben.
Denn: Wenn du den Unterbau um 90° drehen möchtest um die Bodendielen über die kurze Länge verlegen zu können, könntest du auch 3 (je nach Abstand evtl. 4) der alten Balken als Auflage für die neuen einfach um die Höhe der neuen Balken tiefer legen und darauf dann die neuen auflegen. So musst du nichts betonieren und hast gleich die "fertige" Auflage für die Bodendielen. Ohne nochmal "kreuzweise" irgendwelche dünneren Rahmen einbauen zu müssen.......und hast das Volumen dieser "Unterzüge" am Perlite gespart.....
Um auf die benötigte Höhe der Unterzüge zu kommen, kannst du diese (wie es war) mit Steinen unterbauen. Lege als erstes eine Gewegplatte, o. ä auf einer dünnen, druckfesten Hartschaumplatte, oder dicken Gummimatte auf die Folie, damit die Auflagefläche, rep. der Druckpunkt auf der Folie vergrößert ist, damit es nicht im Laufe der Zeit Löcher in die Folie "stanzt".



Dielenstärke etc.



Sehr gut, diese Lösung ist mir sehr sympathisch.

Die alten Balken lasse ich doch drin - Es sind nirgends Holzwurmlöcher oder weiche Stellen zu erkennen.

Ich müsste allerdings an den Balkenenden eine Aussparung sägen, damit sie trotz Tieferlegung noch über die betonierten Sockel an den Raumenden liegen können. Oder habe ich da etwas missverstanden?
Zudem haben wir noch Massen an Beton-Kantsteinen im Garten liegen, die wir unterlegen könnten. Damit wäre deren Entsorgung auch direkt erledigt und ein Haufen Perlite eingespart.

Nächste Frage, die sich auftut, ist die Stärke der Dielen: Die meisten angebotenen Nut/Feder-Dielen aus Eiche haben eine Stärke von 20 mm. Würde das bei einem Balkenabstand der Konterlattung von 50 cm ausreichen?