Bodenaufbau - Wo ist das Fundament

24.05.2020 Felix Krause



Hallo,

ich durfte hier schon viel lesen und bin derzeit etwas verwirrt.
In den Schriften von Herrn Böttcher steht, dass beim ausschachten des Bodens die Oberkante Fundament für den alleinigen Laien die tiefste Stelle bilden sollte, alles dadrunter nur mit Anleitung eines Experten.

Dem gegenüber steht die Aussage, dass die Unterkannte der Schwelle vom neuen Innenboden und Belag am besten nicht berührt werden sollte.

Zu meiner Verständnisfrage:
Die Schwelle legt auf dem Sandstein, der widerum das "Fundament" ist. Bedeutet für mich, dass ich ohne Experten gar nicht anfangen kann auszuschachten, da Unterkannte Schwelle und Oberkannte Fundament quasi identisch sind, ich aber für den Bodenaufbau drunter muss.

Meine zweite Frage:
Nach Außen hin steht mein Sandstein je nach geländepunkt 10-50cm aus dem Boden heraus, wurde aber bauschädlich um das gesamte Haus mit einem Betonsockel vergossen (Optik? Warum tat man sowas?). Nach "außen hin" steht also mein Fundament ursprünglich frei, bis es verbetoniert wurde. Kann der Betonsockel (zwischen 10 und 25cm dick) auch eine statische Begrünung haben und den Sandstein vorm Wandern schützen? Die Schwelle mag es auf jedenfall nicht, sie wird umfassend erneuert werden müssen.

Oder habe ich grundsätzlich das falsche Verständnis von Fundament in diesem Zusammenhang? Unter dem Sandstein wird wohl nur noch Erde sein, oder?



oberer fundamentpunkt



ich kenne jetzt nicht die Schriften von G. Böttcher auswendig, kann es sein, dass der wiedergegebene Satz im Zusammenhang mit den Ausgrabungen von Kellerfußböden steht. In Deinem Fall scheint mit Deinem Sandstein der Sockel gemeint sein. Das Fundament befindet sich in der Regel im Erdreich und dient der Lastabtragung der aufstehenden Gebäude nach unten in den Untergrund. Wie tief wolltest Du denn (ich vermute innen?) abschachten? Was unter Deinem Sandsteinsockel sich befindet kann Dir hier im Forum niemand sagen, es sei denn, Du lädst jemanden zum Schachten ein. Mal an einer Stelle eine Probeschachtung von 50-60 cm Breite entlang des Sockels vornehmen.



Hallo Pope



ja, ich wollte innen ausschachten um den Fußboden (derzeit 10cm Estrich auf Erde) etwas neuzeitgerechter herzustellen.
Da das Haus Ohnehin einer kompletten Sanierung unterzogen wird, bietet sich das an.
Ich rechne derzeitig damit, dass ich 25-30cm tiefe benötigen werde.
Da mein Sandsteinsockel nicht das Fundament ist, kann ich gut am Sockel diese tiefe erreichen, draußen kann ich Ihn bis zu 50cm weit "herausstehen" sehen.

Der Betonsockel vor meinem Sandstein wurde bisher von den zwei Zimmerern die ich da hatte schon gut beschimpft. Aber auf das "mach den mal weg, Junge" mag ich mich noch nicht so verlassen.

Sobald sich hier das Wetter beruhigt mache ich mal ein paar Bilder der Bausünden



Tiefe zum Ausschachten



Hallo Felix,

auch ich bin gerade dabei den Fußbodenaufbau neu zu gestalten. Bei uns ist das Haus nicht unterkellert und die Schwelle liegt auf einem Sandsteinsockel.

Laut dem Statiker, der mich beim Dachstuhl beraten hat, darf im inneren des Hauses das Erdreich / Füllung bis zur Unterkante des Sandsteinsockels abgetragen werden, jedoch nicht tiefer.

Hoffe das hilft Dir bei Deiner Einschätzung.



Fragezeichen und BlaBla



Hallo

ohne eine relativ genaue Skizze mit Maßangaben im Grundriss und Schnitten und mit eineigen Fotos dazu, wird eine Frage weder beantwortet noch dem Thema gerecht … 

Ich finde ja "DIY" wirklich nicht schlecht … aber mittlerweile glaube ich, dass das Ganze den Bach runter geht … 

Man Saniert und baut ein Gebäude nicht mit Fachleuten, sondern mit Facebook, Forum und YouTube-Videos.

Was ich da als leidlicher Fachmann mit 30 Jahren Altbauerfahrung lese, sehe und "weisgemacht" bekomme reizt meinen Magen leider meist zum Übergeben … 

Es geht nicht um FAKTEN, sondern um Blabla von meist selbsternannten Experten, die den naiven Bauherren und Baudamen einen Schwachsinn anpreisen … 

Leider ist diese Tendenz ein Ergebnis der immer mieseren Handwerksleistungen und dem ganzen drumherum … 

Skizzen und Masse und Fotos sind nicht unnötiger Ballast, sondern ein relativ gutes Mittel zur Kommunikation … 

mal überlegen … 

Gutes Gelingen … 


Florian Kurz



Herr Kurz hat Recht



Ja - Florian Kurz, ich gebe ihnen Recht. GSD ist das Forum hier noch ein wenig sachlich fachlich. Leider sind scheinbar aber immer mehr Profis enttäuscht die hier Tipps geben bzw. scheinen immer mehr User eher Facebook-Mentalität zu haben. Der Themenstarter natürlich ausgenommen und Verallgemeinerungen möchte ich auch weitestgehend vermeiden. Leider stellt man aber häufig fest, das man sich kaum die Zeit nimmt die Frage sauber zu beschreiben und dann auch offen zu diskutieren. Rückfragen nach Bilder oder Skizzen werden selten beantwortet. Deswegen enden die Freds ohne Ergebnis im digitalen Nirvana.
Ich habe das letztens in einem Gespräch schon mal mit einem anderen baulichen Spezialisten diskutiert - ich glaube das ist ist ein Trend der Zeit und die Hoffnung die ich hatte, das auch Eigenleistungen im Fachwerk immer besser werden und damit das Kulturgut Fachwerk dauerhaft gesichert wird. Wenn ich aber die Ansätze vieler Selbermacher in den sozialen Medien sehe, bin ich eher guter Hoffnung das meine Nachfolger auch noch Jahrzehntelang zu tun haben werden. Das macht mich traurig aber läßt sich auch kaum verhindern.