Bodenaufbau Verlegeplatten

30.07.2021 Frank

Bodenaufbau Verlegeplatten

Hallo liebe Community. Derzeit bin ich am sanieren unseres neu erstandenen Hauses.

Im OG unseres Hauses BJ. 1959/60 mit Holzbalkendecken habe ich mich in einem Zimmer vom Teppich über OSB-Platten bis unter die Dielen gearbeitet. Hier kommen Kanthölzer auf einer Art harten sehr unebenen Schüttung (ca 4cm uneben) zum Vorschein.

Die Kanthölzer sind auf einem Art Filz und Keilen schwimmend angebracht.

Ich möchte nun zumindest in diesem Zimmer die Dielen durch Verlegeplatten ersetzten, auf den ich anschließend einen Klickboden auflegen kann.

Wie gehe ich am besten vor um auch die Bodenhöhe von ca. 6cm zu erhalten. Empfiehlt sich hier wieder ein Aufbau der Verlegeplatten auf Kanthölzern oder einer Schüttung etc?

Vielen Dank und schöne Grüße aus Aachen

Frank



Mörtel als Alternative zu Keilen



Mir wurde jetzt von einem Laien, der häufig Häuser renoviert, der Ansatz vorgeschlagen, eine neue Verlattung nach dem ähnlichen Prinzip aufzubauen, wie bisher. Die Verlattung würde er jedoch auf Steinplatten/Stein legen und punktuell mit Estrich oder Mörtel in der Höhe her ausgleichen (also als Alternative zu den Keilen). Darauf dann die Verlegeplatten und der eigentliche optische Boden.

Er war jedoch auch unsicher ob das ein geeigneter Ansatz bei einem Holzboden ist. Denkt ihr das ist ein Plan oder eher ein schlechter?

Viele Grüße

Frank



Sieht eher



Sieht eher aus wie eine Betondecke.
Die Idee mit dem Mörtel klingt sch...
Ich würde einen Trockenestrich vorschlagen.



Tatsächlich Beton



Hallo Methusalem,

vielen Dank für Ihre Einschätzung. Ich war gerade spontan eine Woche im Urlaub. Daher melde ich mich erst jetzt. Tatsächlich haben Sie Recht. Ich habe nun auch die Lattung und die alte Dämmung entfernt. Es scheint tatsächlich Beton zu sein.

Bei der Online-Recherche scheint mir ein Holz-Beton-Verbundsystem am zutreffendsten. Da die Verkäuferin "nur" Erbin ist, weiß sie die Details auch nicht. Prinzipiell passt das aber zur Aussage, dass die Eigentümer die Balkendecken brandschutztechnisch nachgerüstet haben.

Nach Methusalem's eingehendem Vorschlag möchte ich nun folgende 2 Optionen abwägen:
Option 1:
Trockenschüttung zum Ausgleich -> Trockenestrich -> sichtbarer Boden
Option 2:
Filzstreifen -> Kreuzlattung mit Dämmmaterial -> Verlegeplatten -> sichtbarer Boden

Option 2 wird evtl. höher. Zu den Nachbarräumen würde ich eine Höhe von 100 mm gesamt benötigen. Ich freunde mich aber auch mit einem besonders niedrigen Bodenaufbau inkl. Stufe an, da die Räume bereits sehr niedrig sind.

Was spricht für welche Option? Benötige ich für Option 1 noch einen Statiker?



Einfach nur Beton


Einfach nur Beton

So das passiert wenn man (ich) mit gefährlichem Halbwissen arbeitet. Ich habe nun die Baubeschreibung auftreiben können. Der Boden im Obergeschoss ist Stahlbeton, erst der Boden im Dachgeschoss besteht dann aus Holzbalken. Somit sollte Option 1 kein Problem darstellen?

Viele Grüße aus Aachen

Frank



Für eine Kreuzlattung...



...ist ohnehin kein Platz. Wie sollen auf 6cm 2 Latten über Kreuz, eine Verlegeplatte und Klick- und Schnapp - Irgendwas Platz finden?

Platz ist ja nicht 'mal für Latte + Platte + Klick auf 6cm.

Ich würde den Aufbau genau so wieder herstellen: Nivellierte Latte + Dielung. Und sollte die Dielung noch in Ordnung sein (und genau so sieht das Foto aus) , einfach Schleifen und Ölen. Fertig. Es gibt sicher noch mehr und Wichtigeres am Haus zu tun?

Die Trittschalldämmung wird im EFH oft überbewertet.

Grüße

Thomas



Vor- und Nachteil ?



Hallo Thomas,

danke für die Einschätzung. In 2 anderen Zimmern habe ich die Dielen auch geschliffen + geölt. Optisch haben es mir Dielen schon angetan.

Leider knarzen die Dielen an einigen Stellen deutlich und man hört das "hohle poltern" unter den Dielen. Sie sind zudem regelrecht durchlöchert, da die Verlegeplatten auf diese relativ wahllos genagelt wurden. Für Schlafzimmer und Flur im OG ist das für mich noch hinnehmbar.

Zudem wollte ich mir die Substanz unter den Dielen einmal anschauen.

Daher haben wir uns im Kinderzimmer dafür entschieden einen anderen Boden zu legen, da die Kinder hier spielen können sollen, ohne dass wir im angrenzenden Schlafzimmer oder darunterliegenden Wohnzimmer genervt werden (klar am späten Abend neben dem SZ weniger als tagsüber über dem WZ).

Ansonsten ist das Haus in einem recht guten Zustand und ist nicht durchweg Stand 1960, so dass wir uns hier auf die Böden und Wände konzentrieren wollen.

Was spricht deiner Meinung nach gegen eine Ausgleichschüttung + Tockenestrich ? Das hatte sich für mich jetzt bzgl. niedrigem Bodenaufbau und guter Trittschalldämmung gut angehört.

Viele Grüße

Frank



Ich arbeite grundsätzlich...



...nicht mit Ausgleichsschüttungen, weil ich einen massiven Holzboden auf der Tragkonstruktion befestigen will. Schüttungen sind für mich nichts Exaktes. Sie wandern, sacken ein... Für ein Fertigparkett o.ä. mögen Trockenstrichelemente in Ordnung sein, ich rate dennoch, über eine Neubedielung nachzudenken. Der alte Aufbau funktioniert ja, dazwischen eine Hohlraumschüttung.

Oder: 40mm Holzweichfaserplatten von Gutex thermosafe NF mit integrierter Traglatte, darauf Dielung schrauben. Vollständige Entkopplung. Etwas Niveauausgleich (punktuell) falls nötig könnte mit Mehabit - Schüttung ausgeführt werden. Die ist stabiler. Aufgrund des jüngeren Baudatums könnte es aber auch gut sein, daß gar kein Ausgleich erforderlich ist. Kleinere "Huckel" puffert die Holzweichfaserplatte.

Grüße

Thomas



Holzweichfaserplatten



Hallo Thomas,

vielen Dank für das Feedback. Ich werde die Option mit den Holzweichfaserplatten umsetzen.