Bodenaufbau und ungeziefer?

10.02.2020 mgiaco



Hallo Zusammen,

Bin gerade am Hausbauen und plane einen ökologischen Bodenaufbau. Habe aber immer wieder bedenken bezüglich Ungeziefer. Hier meine Fragen.

EG Bodenaufbau von oben nach unten:

Eichendielen
Lithothermsystem
Holzweichfaserplatte Gutex Standard (Trittschall)
Bretterschalung gehobelt
KVH 60x80 im 50cm Abstand - Hohlraum mit Zellulose gefüllt
THERMO Hanf HANFFILZSTREIFEN, Vollflächig unter dem KVH als Schutz fürs Gefitas und Trittschall
Schiftholz
Gefitas PE 3/300

OG Bodenaufbau von oben nach unten:

Eichendielen
Lithothermsystem
Gutex Thermosafe-wd
Holzweichfaserplatte Gutex Standard (Trittschall)
Bretterschalung gehobelt
Kreuzlattung mit Fichte gehob. 2 x 80/60mm im 50cm Abstand?, Hohlraum mit Zellulose
Schiftholz zwischen Kreuzpunkten.
Kockosfaserstreifen vollflächig auf untere kreuzlattung

Es geht mir nicht um den Aufbau - der gefällt mir gut und ist eigentlich schon länger so geplant. Ich habe nur Angst wegen Ungeziefer bei 3 Stofen.
1) Wie ist das mit den Hanfstreifen - ist das nicht ein idealer Nistplatz für Ungeziefer?
2) Kokosfaserstreifen - auch hier die gleiche Frage
3) Zellulose - Staubläuse? Wenn mal eine Maus rein kommt?

Vielen Dank für euer Tipps.
Danke



Ungeziefer



Ein Risiko wird es immer geben, dass sich ein Tierchen irgendwo im Haus wohl fühlt.
Du wirst ja sicher Materialien gängiger Hersteller nutzen, welche für den Hausbau geeignet sind. Diese sind in der Regel (chemisch) behandelt. Damit sollte es u.a. dazu kommen, dass sich Tiere nicht wohl fühlen. Vielleicht beim Hersteller selbst nachfragen, wie es im Einzelnen funktionert. Oder ein Baustoffhändler kann ggf. auch schon helfen.
Mehr "Versprechen" wird man kaum bekommen.

Viele Grüße
Astrid



Auf was...



...wollen Sie denn diese sehr komplizierten Aufbauten verwirklichen, auf Rohbeton?

Was verstehen Sie, im Rahmen Ihrer Frage, unter "Schiftholz"?

Grüße

Thomas



Ökologisch - aber keine Tiere



wie jetzt? Beides geht natürlich nicht. Sanieren oder bei unsere logisch, müssen sie auch damit rechnen, dass Das ist wie Naturschutz und Elektroautos. Wollen Sie keine Lebewesen, so müssen Sie natürlich Chemie anwenden um die Tiere auch zu vertreiben. Beispielsweise sind Staubläuse ja nicht mal ganz 2 mm groß. Da hilft tatsächlich nur Chemie.

Die häufigsten Nistplätze für Tiere, Mäuse, Ratten etc. sind vor allen Dingen die Dämmung im Außenbereich. Diese bieten häufig idealsten Bedingungen, damit ein Nistplatz eingerichtet wird. Des Weiteren sollten Sie natürlich alle Öffnungen, die von außen nach innen gehen könnten, sorgfältig verschließen.

Überprüfen Sie noch einmal Ihren Bodenaufbau im Erdgeschoss. Würden Sie diesen so aufbauen, bräuchten sie keine Angst mehr vor Nagetiere zu haben, da er etwas schneller durch andere Lebewesen, hier höchstwahrscheinlich holzzerstörende Pilze, zu gut im Kompost abgebaut wird.



okay



Hallo,
Ist ein Neubau das mit den Öffnungen ist klar - werde ich aber nochmals speziell beachten.
Beim EG ist eine Betonbodenplatte mit WU Beton gemacht worden.

OG Bodenaufbau war falsch.

@Holger.
Könne Sie mir bitte erklären was Sie meine - also welche Bedenken Sie haben? Ist eigentlich alles Trocken und alles diffusionsoffen warum soll das faulen?

Vielen Dank für Ihre
Hilfe



Trittschall



was sich mir noch nicht erschließt, ist die aufwändige Trittschalldämmung auf der EG-Bodenplatte ? Wer soll vor des Trittes Schall geschützt werden? Der Bodenaufbau ist einfacher zu bewältigen, oben unter der Rubrik "Lesestoff" gibt es PDF-Dateien von Georg Böttcher zum Thema Fußbodenaufbau gegen Erdreich.



Hallo



Unter dem EG Beton ist auch noch eine 20cm Dicke Dämmung. Es geht nicht um den Schall im EG. Hab einfach eine Schüttung Gesucht die einfach einzubringen ist. Könnte auch Kies nehmen und abziehen aber wo bekomme ich jetzt trockenen kies zudem wäre das Holz gerade vorhanden.



EG Bodenaufbau



ich zitiere: " THERMO HANF HANFFILZSTREIFEN, Vollflächig unter dem KVH als schutz fürs Gefitas und Trittschall". Wer hat den von Ihnen präferierten Aufbau vorgeschlagen? Warum nochmal eine Bretterschalung mit KVH ? Ist die Bodenplatte außen mit einer Dämmung versehen?



Okay jetzt nochmals ganz genau



Aufbau 17.5cm

2cm Eichendielen
4.5cm Lithothermsystem
1cm Holzweichfaserplatte Gutex Standard (Trittschall)
2.5cm Bretterschalung gehobelt
6.6cm Lattung 60x80 im 50cm Abstand gefüllt mit Zellulose mit Schiftholz alle 50cm
0.5cm THERMO HANF HANFFILZSTREIFEN unter dem Schiftholz
0.4cm Gefitas PE 3/300
WU-Bodenplatte 25cm dick
XPS Dömmung 20cm dick

Habe das schon mit einer Firma erarbeitet - es ging mir ja eigentlich nur wegen dem Ungeziefer. Da ich von einem Fall gehört habe der ein passiv Haus mit Hanf gedämmt hatte und diese wegen ungeziefer jetzt abreisen musste. Laut Gutachter war kein konkretes Problem festzustellen. Die aussage war dann den Tieren hat der Hanf Geruch gefallen. Was ich jetzt nur nicht verstehe ist das jemand oben schreibt da wird der Pilz alles auffressen. Naja wenn es nass würde okay aber sollte es nicht - wenn das passiert habe ich ein anderes Problem.



Zunächst:



Von der Lithotherm-FBH halte ich nicht so viel. Ich durfte schon mal aus der Loge (ich hatte die Teile nicht montiert :-) der kompletten Rückbau FBH + Dielung betrachten. Grund war wohl: Maßtoleranzen der Elemente, deshalb unruhiger und knarrender Dielenboden.

Das Ganze bringt außerdem unsinnigerweise Masse ein und macht die FBH deshalb regelträge und verschleißt Aufbauhöhe. Keine überzeugende Lösung für die Umlenkungen der Bahnen. Leichter montierbar und mit besserem Heizergebnis ist meiner Meinung nach das System von Ripal.

Hier mal ein Musteraufbau mit Ripal zum Vergleich. Das Ganze ist hohlraumfrei und deutlich einfacher als Dein Lösungsansatz. Wichtiger zusätzlicher Vorteil: Ripal berechnet jedes Projekt detailliert durch (womit Installateurbetriebe bei trocken verlegten FBH oft überfordert sind).

Dielung mind. 20mm
Lagerhölzer 24mm (Dachlatten) mit zwischenliegendenWärmeleitblech auf Wellkarton
diese verschraubt auf OSB 22mm, das in sich über Nut/Feder verklebt ist
Darunter mindestens 60mm Holzweichfaserplatte (OG)
Im EG HWPl 80 oder 100mm auf GEFITAS oder Schweißbahn

Als HWPL bevorzoge ich etwas schwerere Platten mit Rohdichte 0,25 wie die STEICObase. Ich verwende nur Stärke 20mm und verlege überlappend.

In der Dämmebene kann man sehr schön die Leitungen führen.

Grüße

Thomas



Entwarnung



Wegen des Pilzes: Der tritt natürlich nur ein, wenn Sie keine Abdichtung Richtung Erdreich hätten. Bei Ihnen ist ja alles ok.

Staubläuse treten in allen Haushalten auf. Die kommen von außen in die Stube und fühlen sich an feuchten Stellen sehr wohl. Hatte bis jetzt kein einziges Haus ohne die kleinen Tierchen gefunden. Ich selbst wohnte in einem Haus von 2006, welches nach der Bauphase nicht getrocknet wurde und auf Grund des bis ins letzte ausgereizten Energiesparpotential konnte das Haus auch nie richtig trocknen. Da tanzten die Silberfische und Staubläuse jeden Abend.

Je geringer der Energieverbauch des Hauses, umso größer die Gefahr der Besiedlung mit Silberfischen, Staubläusen, etc. Auch zentrale Lüftungsanlagen sind Biotope. Ansonsten kann bei ordnungsgemäßer Ausführung eines Massivhauses kein größeres Ungeziefer einziehen.

Aber den von Ihnen erwähnte Fall des Abrisses halte ich, gelinde gesagt, für etwas übertrieben. Wenn tatsächlich ein recht neues Haus abgerissen werden muss, dann kommen bestimmt viele unglückliche Faktoren gleichzeitig zusammen.