Bodenaufbau

06.08.2007


ich habe bereits viel über den Bodenaufbau eines nichtunterkellerten Bodens gelesen und mir nun einen eigen Bodenaufbau überlegt.
Zum Haus: Baujahr 1904
Betrachtete Fußböden (beide nicht unterkellert):
1 Fußboden:
Aktueller Aufbau:
Mit Sand und Bauschutt aufgeschüttet, darauf dann Lagerhölzer, darauf dann alte Dielen, wobei ein Luftraum von ca. 5-10 cm zu den Dielen Bestand.
Zustand des Bodens - Nordseite zum Hang hingewandt und mit feuchten Mauerwerk: Wurmfraß in der Dielung, Stirnseiten der Lagerhölzer angefault
Ich habe nun 50cm ausgekofferet, der Erdboden ist nicht bindig und weisst meiner Meinung nach eine natürliche Erdfeuchte auf. In den Wänden waren 2 Lüftungslöcher, die aber kürzlich zugemauert wurden. Wie den neuen Boden aufbauen? Meine Idee:
1. Evt. Rohbeton 5cm einbringen (dann kann/sollte keine erdfeuchte mehr aufsteigen, dies tat diese allerdings in der Vergangenheit wahrscheinlich auch nicht, da der darübergelagerte Sand trocken war/ist
2. Kies 15-20cm (Kapillarbrechende Schicht, benötige ich diese, wenn 5cm Rohbeton eingegossen werden?
3. Splitt 5-10cm (ebenfalss unnötig bei Rohbetondecke)
4. Kreuzlattung Lagerhölzer (mit Dämmstreifen zwischen Lägernhölzern?)
5. Untere Lattung Lattung sollte ca. 6x8 oder 6 x10 betragen)
6. Auf die obere Konterlattung (6x8 z.b.) Blindboden einziehen und mit Perliten Wärmedämmung einfügen bis zur Oberkante obere Lattung. Dann Kieferndielen verschrauben.
Der Sinn in diesem Aufbau - wenn es einen gibt - liegt meines Erachtens darin, zum einen potentiell aufsteigende Erdfeuchte durch Rohbeton aufzuhalten, Wandfeuchte durch die Perlite sowie vorhandene Luftschicht zwischen der Konterlattung abzuführen, gleichzeitig aber auch eine Dämmung zu haben.
Liebe Fachwerkgemeinde, was haltet Ihr von diesem Aufbau?

2. Fußboden (war mal ein alter Strohschuppen):
Aktueller Aufbau;
Dielenboden auf 10x10 Lagerhölzern, die auf gemauerten "Sockeln" stehen, Rohbetondecke vorhanden, Aufbauhöhe zur Zeit 60cm (alles Luft, mit nichts gefüllt). An einer aussenwand gab es inder Vergangenheit Feuchtigkeitsprobleme, später wurde vor diese Wand eine Klinkerwand gesetzt. Bei Öffnung des Fussboden vorkurzem war alles trocken, die Lagerholzstirnseiten allerdings leicht angefault sowie die erste Diele an der ehemals feuchten Wand. Auch hier gibt es Lüftungsöffnungen im Mauerwerk.
Geplanter Aufbau:
1. Lüftungsöffnungen zu mauern/verschließen
2. Kiesschicht auf Rohbetondecke?
3. Konterlagerholzkonstruktion (10x10 oder 12x10) auf die vorhanden gemauerten Sockel aufsetzen
4. Dann Lagerholzkontruktuion mit Blindboden und Perlite sowie Luftraum aufbauen wie oben.

Vielen Dank für alle Kommentare und Verbesserungsvorschläge.

mfg
Thorsten



Bodenaufbau



Hallo Thorsten,

wenn Du alles versuchst einzubauen, was Du mal über Fußböden gehört hast, geht das schief.

Grundsätzlich gibt es mehrere Methoden, einen wärmegedämmten Fußbodenaufbau in einem nicht unterkellerten Gebäude einzubauen, hier die gängigsten:

1. Massivfußboden

Aufbau von unten nach oben:
- Planum
kapillarbrechende Kiesschicht 15 - 20 cm
Unterbeton ca. 10 bis 15 cm,
Abdichtung, z.B. in Form einer Schweißbahn,
ca. 60 mm trittfeste Wärmedämmung, z.B. XPS,
Estrich, ca. 40- 50 mm.
Das ergibt eine Bauhöhe von 40 bis 50 cm.

2. Holzfußboden

- Planum
- kapillarbrechende Kiesschüttung, besser Dämmschüttung aus Schaumglasschotter 15 - 20 cm
- Lagerhölzer auf Steinplatten (z.B. Gehwegplatten 40 x 40 x 5 cm,
- Dielung.
Bauhöhe: ca. 30 - 35 cm
Nachteil der zweiten Variante: Die Dielung darf nicht mit diffusionsdichten Belägen abgedeckt werden, da sonst die Gefahr von Holzschäden droht.
Oberflächenwasser darf nicht seitlich durch Wände in die Dämmschüttung dringen!

3. Kombination V1 und V2
Auf der Schweißbahn von V1 statt Dämmung und Estrich Lagerhölzer und Dielung mit Dämmschüttung zwischen den Lagerhölzern.
Ich bevorzuge Methode 1 und 3.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Bodenaufbau



Hallo Herr Böttcher,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Vier Fragen habe ich dazu:
1. Wenn ich keine Befürchtung vor aufsteigender Erdfeuchte habe (nichtbindiger Boden), wozu benötige ich die Unterbetonschicht? Wenn ich einen Unterbeton benötige, muss dieser eine Bewährung haben (wird ja wenig belastet)?
2. Was ist ein Planum in diesem Zusammenhang, der "erdfeuche Grund"?
3. Die noch vorhandenen Entlüftungslöcher kann ich bei Ihrer geschilderten Variante 2 bzw. 3 zumauern?
4. Ich habe in einem Raum ca. 60cm Luft, bei Aufbau von ca. 30-40cm bleiben 20cm, soll ich die mit Sand auffüllen nach
Planum
Sand (ca. 20cm)
Kies, usw (entsprechend Ihrer Variante 2?

Vielen Dank
Thorsten



Bodenaufbau



Hallo Thorsten,
zu Ihren Fragen:

1. Unterbeton
soll keine Bodenfeuchte abhalten, das kann er nicht.
Er ist Tragschicht und gerade, waagerechte und einigermaßen glatte Montagefläche für den darauf folgenden Fußbodenaufbau. Eine Bewehrung ist nicht nötig, da keine schweren Punktlasten zu erwarten sind.

2. Mit Planum (oder Planie)
bezeichnen wir seit dem römischen Reich die Oberfläche des Baugrundes.

3. Die Entlüftungslöcher können zugemauert werden.

4. Kies auffüllen und verdichten.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Fußbodenaufbau



Sehr geehrter Herr Böttcher,

vielen Dank für Ihre Antwortem. Eine Anmerkung möchte ich noch machen:

Die Aussenwände sind zwar mit einer Horizontalabdichtung versehen, ich bin aber ziemlich sicher, dass diese nicht mehr voll funktionstüchtig ist. Wie beinflusst dieses den Fussbodenaufbau, wenn ich die sicherlich sehr aufwändige Instandsetzung der Horizontalsperre nicht machen möchte?
Die Wände auf der Hangzugewandten Seite waren feucht, ob es sich um kapillar aufsteigende, durch den davor befindlichen, nicht regengeschützen Kellereingang bzw. "Hangwasser" handelt, weiss ich nicht (wie läßt sich so etwas feststellen)?

Mit freundlichen Grüßen
Thorsten



Schweißbahn auf Rohbetondecke



Hallo Herr Böttcher,

bezüglich des von Ihnen geschilderten Fussbodenaufbaus habe ich noch eine Frage. Sie empfehlen als Feuchtigkeitssperre eine Schweißbahn, welche Alternativen gibt es hierzu? Ich möchte nicht so gerne mit einem Brenner die Bahn aufschweißen. Wie sollten die Anschlüsse an die Mauern erfolgen? Eine Horizontalsperre ín den Aussenmauern ist nut teilweise vorhanden.

Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Grundmeier



Bituminöse



Dichtungen gibts auch als Klebebahnen. Eine weitere Möglichkeit wäre Teichfolie, aber nur mit verschweissten Stössen ( Quellschweissmittel für PauVeCee).
MfG
dasMaurer