Bodenaufbau im Anbau

01.05.2015



Hallo zusammen,
ich habe schon viele gute Ratschläge und Tipps hier im Forum gelesen. Nun habe ich auch mal eine Frage zum Thema Bodenaufbau. Ich habe vor 2 Jahren mein Traumhaus kaufen können. (Siedlungshaus aus der Jahrhundertwende)Renoviere und Saniere seit dem mit gemeinsam mit meinem Sohn unseren Schatz. Nun möchten wir den Anbau des Hauses als "richtigen" Wohnraum nutzen. Der Anbau steht seit ca. 35 Jahren und wurde vom Vorbesitzer als "Laube" genutzt. Dieser Raum soll nun als Wohnzimmer genutzt werden. Das umlaufende Anbau-Fundament habe ich schon freigelegt, gereinigt, in 3 Schichten mit Füssigbitumen versiegelt und mit einer 100mm starken Styroporisolierung versehen, wieder mit Erdreich angefüllt. Der vorhandene Boden besteht aus Betonplatten (40x40cm). Es muß ein Höhenausgleich von ca. 40cm hergestellt werden. Ich schildere nun mal wie ich mir den Bodenaufbau vorgestellt habe. Die Betonplatten bleiben drinn, die liegen schon seit 60 Jahren auf gewachsenem Erdreich, da rührt sich nie mehr was. Als Feuchtigkeitssperre nach unten wird die Bodenfläche mit Bitumenschweißbahnen versiegelt. Zum Höhenausgleich werden Balken (KVH/Kreuzrahmen) -in der entsprechenden Dimensionierung- in zwei Lagen kreuzweise eingebaut. Der so entstehende Hohlraum soll mit einer Schüttung aus Styroporkügelchen aufgefüllt werden. Dann kommt die erste Lage OSB-Platten (19 oder 22mm stark). Darauf wird die Fußbodenheizung (25mm Aufbauhöhe) verlegt. Nun kommt die 2. Lage OSB-Platten (12mm stark) darüber 2mm Filzbahnen und als endgültiger Bodenbelag Eiche Massivholzdielen schwimmend verlegt. Nun die Frage an die Fachmänners geht das so in Ordnung oder ist das eine totale Fehlplanung? Ich freue mich auf Eure Antworten.



Fußbodenaufbau



Aufbauhöhe scheint ja genug vorhanden zu sein.
Gegenvorschlag:
Verbundestrich zum Ausgleich 5-... mm auf die Betonplatten (Ich glaube nicht das sie exakt eben liegen),
auf die ebene, glatte Estrichfläche Abdichtung einbauen,
ca. 80 mm Weichholzfaserplatten, in der oberen Lage eingebettete Traglattung Verlegen (Steicofloor, Homatherm, Doser DHD...)
Dielung einbauen.
Andere Variante:
Auf die Abdichtung ca. 80 mm EPS/XPS als Dämmung, darauf Schrenzlage und ca. 60 mm Heizestrich, Bodenbelag nach Wahl.



Fußbodenheizung



Der Aufbau oberhalb der Fussbodenheizung ist nicht zulässig. Der Wärmedurchgangswiderstand aus OSB-PLatte, Filz und Eichendiele ist zu hoch. DIe 12mm OSB-Platte ist zudem zu dünn; für eine schwimmende Verlegung von Dielenböden sind 22mm Minimum. Damit wäre der WDG-Wert noch höher. Ich bezweifele auch das der Hersteller ein schwimmendes Verlegen einer 12mm OSB-Platte direkt auf den Heizungsleitungen erlaubt.

Die Obergrenze des Wertes für Beläge oberhalb von FuBoHzg liegt bei 0,15 m2K/W. Ihr Aufbau kommt auf einen Wert von ca. 0,2 m2K/W. Grundsätzlich sollte der Fussbodenbelag einen möglichst hohen Wärmeleitwert haben = gut wärmeleitend sein. Holz/Holzwerkstoffe und Filz haben aber einen eher niedrigeren Wärmeleitwert. Sie verhindern damit, das die Wärme über die FuBoHzg an den Raum abgegeben werden kann.

Maximal möglich ist einen 21mm Eichendiele, direkt verschraubt. Ich empfehle das FuBoHzg-System der Fa. Thermolutz, das mit einem ähnlichen Unterbau inkl. einer Lattung arbeitet, den Georg Böttcher empfohlen hat. Die Dielen werden direkt auf die Lattung geschraubt, dazwischen liegen die 14mm Heizungsrohre in 40mm EPS-Verlegeplatten mit vorgefrästen Rohrnuten. Das System ist sehr gut für den Selbstbau geeignet.

Wenn die FuBoHzg nicht nur ein netter, luxoriöser Effekt sein soll, sondern die Hauptlast der Gebäudeheizung trägt, ist eine Heizlastberechnung und eine Anlagenauslegung notwendig. Nach Fertigstellung muß ein hydraulischer Abgleich der Anlage vorgenommmen werden.

Entscheidend ist ebenfalls eine gute Gebäudedämmung und die passende Heizungsanlage, die auf den Niedertemperaturbetrieb der Heizung eingestellt oder umgerüstet werden muß.

Die Sache ist nicht unkompliziert und sollte keinesfalls nach Gefühl oder "Pi mal Daumen" durch einen Heizungsbauer konzipiert werden. Ohne diese Vorüberlegungen und ein paar Rechengänge wird das ganze nur ein recht teurer Spass mit begrenztem Nutzen sein.

Der Ausbau der "Laube" zu Wohnzwecken ist übrigens eine Umnutzung und damit bauantragspflichtig ...



Bei...



größeren Aufbauhöhen der Holzweichfaserplatte sollte geprüft werden, ob sie dafür fest genug ist. Die DOSER DHD N hat eine etwas höhere Rohdichte von 0,25 und wäre für die 80mm geeignet, bei Rohdichten von 0,16 wie oft üblich bin ich mir da nicht so sicher.

Sicher wäre ein Leichtbeton der zusätzlichen Dämmung wegen interessant. In jedem Falle sollte der Estrich / Leichtbeton sauber waagerecht abgezogen werden.

Eine schwimmende Mehrschichtdiele auf FBH ist ein Notbehelf minderer Güte, wenn alle Messen gelesen sind und keine Aufbauhöhe zur Verfügung steht. Das ist hier nicht der Fall.

Ich rate zur FBH von Ripal (www.ripal.de). Durch die starken profilierten Wärmeverteilbleche ist, bei geringer Vorlauftemperatur, eine sehr gute und gleichmäßige Wärmeabgabe möglich. Dank zwischenliegender Lagerhölzer funktioniert das System ausgezeichnet mit massivem Holz, selbst mit etwas "zickigeren" Holzarten. Aufbauvorschläge finden sich auf der informativen Seite. Das System ist sehr gut selberverlegegeeignet, und wird IMMER vom Hersteller konkret für's anliegende Bauvorhaben berechnet.

Grüße

Thomas



Bodenaufbau im Anbau



Für die Antworten und Beiträge zu meiner Frage möchte ich mich bei den Antwortgebern herzlich bedanken. Also .... Danke, danke.

fröhliches und erfolgreiches Handwerkeln wünscht

Wolfgang