Bodenaufbau | Gewölbekeller | Bohrung (Abflussrohr)

24.03.2019



Guten Morgen,
wir haben in unserem Zweifamilienhaus (von 1920), den gesamten Boden (alter Estrich und Holzdielen) rausgenommen und wollen diesen im Zuge der Sanierung komplett neu aufbauen. Aktuell liegt nur noch Sand und Asche/Schutt. Nun ist der Anbau nicht unterkellert, was keine Probleme hinsichtlich Beton und Estrich geben sollte. ABER das Haupthaus ist mit einem Gewölbekeller aus Ziegelsteinen unterkellert. Hier lagen auch nur Holzbalken/Dielen drunter. Da wir dort aber ein Badezimmer planen, müssten wir zwei Dinge umsetzen. 1) Abflussrohre müssten durch die Gewölbedecke.
2) Betonschicht (Estrich) müsste zwecks Fliesen gelegt werden.

Wie baue ich den Boden am besten auf? Auch im Hinblick auf Feuchtigkeit, auf Statik und auf die Verwendung (ein Teil wird Badezimmer; ein Teil wird Büro). Bisher gab es keine Feuchtigkeitsprobleme.

Und kann ich einfach per Kernbohrung die Abflussrohrer (insbesondere das 125/150er) durch die Gewölbedecke bohren? Oder sollte lieber ein Statiker hinzugezogen werden?

Lieben Gruß aus Duisburg
Tobias



Bodenaufbau



zu erdberührten Bodenaufbauten gibts schon Tausende von Beiträgen,
ich habe sicher auch schon weit über 100 mal dazu geschrieben.

Im Bad könnten auch Dielen gelegt werden, zB Eiche und wer ganz viel planschen will
könnte zusätzlich u.U. die Fugen Abdichten mit Materialien aus dem Bootsbau.
So werden bei Verlegung der Unterkonstruktion quer zu den Trägern die Kappen nicht belastet und es kann besser gedämmt werden.
Ansonsten sind zB Lewis- Schwalbenschwaanzplatten als Unterbau für Estrich möglich-
diese können freitragend von Träger zu Träger verlegt werden

Kernbohrungen ohne Schlag können bei vorsichtiger Durchführung im Kappengewölbe angebracht werden.
Ich würde ein Rohr einbetonieren und das eigentliche Abwasserrohr lose durchführen und den Zwischenraum ausstopfen- zB mit Hnaf



Unterkonstruktion aus Holz?



Lieben Dank für die ausführliche Rückmeldung. Ich finde die Idee mit den Schwalbenschwanzplatten hervorragend. Kann bzw. sollte ich die Unterkonstruktion aus Holz in den Wänden verankern/befestigen, so dass die Last dann nicht mehr auf dem Gewölbekeller/Boden liegt. Oder soll die Holzkonstruktion einfach auf den Boden gelegt werden? Ist eine Dampfsperre für aufsteigende Feuchtigkeit notwendig/sinnvoll? Die Wände bestehen aus Ziegelsteinen (Baujahr 1920). Lieben Gruß und nochmals vielen Dank!



Bodenaufbau



Bei KVH für Dielen wird dieses nicht verankert, sondern nur zur Nivellierung unterfüttert.
Schwalbenschwanzplatten liegen ohnehin nur auf den Deckenträgern auf und sind selbsttragend.
Zur Entkoppelung und Höhennievellierung können Gummigranulatstreifen o.Ä. untergelegt werden- ggf beim Hersteller nachfragen.



Perfekt!



Dankeschön!
Und wie sieht es mit einer Feuchtigkeitssperre/Dampfsperre und Dämmung unter der Holzkonstruktion aus? Sinnvoll?, oder gibt es dann Probleme mit Feuchtigkeit/Wärmebrücken aufgrund des darunterliegenden Gewölbekellers?



Holzboden ohne Keller?



Und kann ich diese Platten auch verwenden mit einer Holzunterkonstruktion, wenn ich keinen Keller habe (im Anbau)? Wie gehe ich vor, damit die Konstruktion nicht irgendwann absinkt? LG aus Duisburg



Bodenaufbau



Schwalbenschwanzplatten mit Estrich werden nur verwendet wenn es um
die Überbrückung von Zwischenräumen geht.
Holzunterkonstruktion würde ich dabei nicht verwenden, sondern tragfähige Dämmplatten unterlegen- beim Hersteller der Lewis-Platten nachfragen.

Feuchtigkeitssperre darunter sollte in der Regel nicht notwendig sein.

Zu erdberührten Böden mit geplantem Holzboden bei den unzähligen Beiträgen nachsehen- man findet dort alle Standardaufbauten.