Bodenaufbau für Fußbodenheizung über Gewölbe- und Holzbalkendecke

11.07.2021 solocan


Wir sanieren gerade ein Haus Bj. 1909 und ich stehe noch immer aufm Schlauch, wie ich den Bodenaufbau von unserem EG gestalten soll.

Der Keller ist aus Naturstein - zur Hälfte als Gewölbe und zur Hälfte normal mit Holzbalkendecke ausgeführt. Der EG-Boden ist teilweise mit Estrich (quer über Gewölbe und Holzdecke) und teilweise Dielen und sogar teilweise mit Terazzoboden ausgeführt. Die Fußbodenhöhe ist aktuell ca. 6cm.

Da der Boden aufm Natursteinkeller im Winter ziemlich kalt sein dürfte, will meine Frau sehr gerne Fußbodenheizung im EG haben. Nachdem ich so viele Ausführungsmöglichkeiten gesehen habe, bin ich gerade ziemlich unentschlossen.

Meine Überlegung ist von unten nach oben:

1-Tragende Schicht (ca. 2cm) : Alten Estrich überall rausbrechen. Auf Holzbalkendecke OSB-Platten oder Rauspund verlegen. Hiernach sollte Gewölbe und Holzdeckenboden ungefähr gleich hoch sein.
2- Nivellierung (ca. 1-2cm): Mit Ausgleichsschüttung trocken nivellieren.
3- Dämmung (1cm): Ein dünner Dämmschicht aus XPS o.ä.
4-Trockenestrich mit Bodenheizung (4cm) (z.B. ein System von Norit)
5-Holzboden/Fliesen: (1,5cm)

Hiermit wären wir ab Holzbalken bei ca. 10 cm Höhe. (Der Aufbau ohne Fußbodenheizung wäre ca. 8cm. Der einzige Höhenunterschied wäre die dünnere Estrichplatte.)

-Was denkt ihr? Ist der Aufbau so vertretbar?
-Kann man die Dämmung direkt auf Schüttung legen oder braucht es darauf noch dünne Abdeckplatten?
-Ist ein Dichtungsschicht über dem Gewölbe empfehlenswert?


Danke für Meinungen und Anregungen.



Re: Bodenaufbau......



Hallo solocan,
ich bin etwas verwundert....
Du bist schon sooo lange und oft hier im Forum unterwegs und stellst immer noch solche Überlegungen an..... ;-)
Wenn der Keller aus Natursteinen gebaut ist, ist er mehr oder weniger feucht. Deshalb die erste Frage: In welchem Zustand sind die Deckenbalken, vor allem an/in den Auflager in der Kellerwand? Sind die noch so gesund, dass sie bis zur nächsten Sanierung überleben?
Eine 1cm-Dämmung unter der FBH bringt dir so gut wie nichts. Du heizt den Keller mit. Deshalb die zweite Frage: Kannst du den gesamten Fußbodenaufbau nicht höher machen, um eben eine dicker Dämmung und evtl. einen "gewöhnlichen" Heizestrich (der Kosten wegen) verlegen zu können?
Um wieviel m² geht es denn? Wäre ein "Tieferlegen" der Deckenbalken eine Option, um mehr Aufbauhöhe zu gewinnen? Oder gleich eine neue, z. B. Hohlkörperdecke, ohne Holzbalken?
Eine andere Option wäre vielleicht, die Deckenbalken von unten zu beplanken und die Dämmung zwischen die Balken zu legen, wenn du über dem Gewölbescheitel noch genügend Höhe gewinnen kannst.
Du siehst, es gibt bestimmt viele Optionen für deinen Fall. Vermutlich wurden die alle im Forum schon besprochen. Stöbere einfach mal mittels Suchfunktion und verschiedenen Suchbegriffen.



So lange bin ich nicht hier :)


So lange bin ich nicht hier :)

bin doch relativ neu und Fachwerk-newbie :-) Gesucht und gelesen habe ich viel. Trotzdem keine Entscheidung treffen können. Der EG-Bodenaufbau stellt für mich eine Herausforderung dar - mit oder ohne Fußbodenheizung. Denn etwas Wärmeentkopplung bräuchte ich hier schon.

Zu deinen Fragen: Der Keller ist im Gewölbe mäßig feucht, anderer Teil ist recht trocken. Die Deckenbalken, die ich freigelegt habe, machen einen trockenen und gesunden Eindruck. Decke komplett erneuern ist deshalb unnötig und kommt nicht in Frage.

Wenn ich dich richtig verstanden habe, empfiehlst du eine Zwischensparrendämmung im Holzdeckenteil und eine entsprechend tiefe Grabung auf der Gewölbedecke. Ich bin mir nicht sicher, ob das obere Teil des Gewölbe eine statische Bedeutung hat und wie man die Decke hier tiefer legen kann. Hierzu habe ich die Architektenskizze vom Haus, s. Bild. Da sieht es tatsächlich so aus, dass auf dem Gewölbe eine Schüttung ist. Wenn es so ist, kann ich hier theoretisch etwas rausgraben. Ich dürfte dann aber nicht nah an Schwellbalken daran, um den Boden darunter nicht zu gefährden. Da bleibt mir mittig eine Fläche... An sich finde ich die Idee interessant, da ich Kellerdeckendämmung machen wollte und das mir diese Dämmung sparen würde. Aber die Umsetzung ist mir etwas zu heiß..

Wieviel cm sollte die Dämmung hier mindestens betragen? Bzw. was würdest du hier für eine Dämmung benutzen? Auch wenn der Keller nicht sehr feucht ist, muss die Feuchtigkeit berücksichtigt werden.



das obere Teil des Gewölbe



(Zitat) "Ich bin mir nicht sicher, ob das obere Teil des Gewölbe eine statische Bedeutung hat...." (Zitat Ende)
Was verstehst du unter "das obere Teil des Gewölbes"? Den Schlussstein? Das Füllmaterial, das auf dem Gewölbe liegt?
Der Schlussstein hat natürlich eine statische Funktion. Wenn du den raus ziehst, fällt der Gewölbebogen zusammen. Das Füllmaterial hat keine statische Funktion. Es wird nur über dem Gewölbe eingefüllt um eine ebene Fläche herzustellen.
Bitte, wenn du dich ins Bauwesen einlernen/einarbeiten willst, informiere dich über die (Fach-) Begriffe von Bauteilen und benutze sie hier, damit wir alle verstehen was du meinst und vom gleichen reden. (z. B. eine "Zwischensparrendämmung" kommt ins Dach, nicht in die Kellerdecke, suche nach "Sparren")

Wenn ich die Zahlen in der Zeichnung richtig entziffere ist das Gewölbe selbst 26 cm dick. Darauf liegen über dem Gewölbescheitel geschätzt 30 - 35 cm Füllmaterial, wenn die Zeichnung maßstabsgetreu ist. Dieses kannst du, wenn nötig, bis auf den Schlussstein weg graben. Wände und andere tragende Bauteile stehen normalerweise direkt auf dem gemauerten Gewölbe. Sollte in deinem Fall tatsächliche die Schwelle einer Fachwerkwand nur auf dem Füllmaterial stehen, musst du sie VORHER unterfangen, indem du sie vom gemauerten Gewölbe aus unterbaust. Der Zeichnung nach steht aber keine Wand auf dem Gewölbe. Beide Wände stehen auf den Widerlager (Kellerwände).

"Wieviel cm sollte die Dämmung hier mindestens betragen?"
Mindestens 6 cm.

Btw., aktuell gibts das gleiche Thema hier: https://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/299567$.cfm