Bodenaufbau erdberührt mit Fußbodenheizung




Liebe Experten,

obwohl ich nun schon unzählige Beiteräge zu diesem Thema gelesen habe, ist mir der exakte Aufbau noch etwas unklar und für ein paar Ratschläge wäre ich sehr dankbar.

Hier die Fakten:

Altbau ca. 1890, kein Fachwerk, nicht unterkellert
Bisheriger Aufbau: Dielen auf Balkenlage in Sand
Intakte (neue) Horizontalsperre der Außenwände vorhanden

Angedachter Aufbau:
1. vorhandener Sand
2. Geovlies oder Folie?
3. 5 cm Beton als Sauberkeitsschicht
4. Abdichtung (Baufolie oder Schweißbahn?)
5. 2x 4cm Styrodur (oder gibt es eine ökologische Alternative zu ähnlichem Preis?)
6. 6 cm Estrich mit Fußbodenheizung
7. Cotto-Fliesen o.ä.

Unklar ist insbesondere Position 1. Meinen Recherchen zufolge sollte Geovlies verwendet werden, der Maurer sagt, wir sollen Folie verwenden. Was wäre korrekt bzw. was wären die Vor- und Nachteile der beiden Varianten?

Für weitere Tipps oder alternative, günstigere Aufbauvorschläge sind wir selbstverständlich auch offen!

Herzlichen Dank und schöne Grüße
Anne



Aufbau



1. vorhandener Sand
2. Geovlies oder Folie? --> PE Folie
3. 5 cm Beton als Sauberkeitsschicht
4. Abdichtung (Baufolie oder Schweißbahn?) --> Bitumenschweißbahn
5. 2x 4cm Styrodur (oder gibt es eine ökologische Alternative zu ähnlichem Preis?) --> Styropor
6. 6 cm Estrich mit Fußbodenheizung --> bei normalem Zementestrich 6,5cm
7. Cotto-Fliesen o.ä.



Bodenplatte



Prinzipiell ist der Aufbau schon korrekt. Er ist allerdings nicht frostfrei. EIne Bodenplatte gegen Erdreich muß bis mindestens 80cm unter Geländeoberkante frostfrei gegründet sein. Bis auf dieses Niveau müsste grundsätzlich ausgekoffert und eine Frostschutzschicht eingebaut werden. Dabei wird die vorhandene Fundamentoberkante untergraben, was nur zulässig ist bei abschnittsweisem Arbeiten nach DIN 4123. Alternativ kann ein sog. Frostschirm aus Glasschaumschotter oder Perimeter/XPS-Dämmung in der Breite von 80-100cm horizontal um das Gebäude die Frostgefahr minimieren. Die Frostgefahr besteht bei bindigen Böden und ist im Bodengutachten in den Kategorien F1-F3 definiert. Ihr solltet auch vorher den Grundwaserstand bzw. vorhandene Belastungen aus drückendem Wasser/SchichtenWasser etc. klären, bevor Ihr einen neuen Bodenaufbau konzipiert. Das ist nicht zuvernachlässigen.

Die Bodendämmung muß nach den Anforderungen der EnEv 2014/2016 bemessen und eingebaut werden und wird eher bei 100-120mm liegen (WLG 035/032)., Sie sollte einlagig eingebaut werden und muß für diesen Zweck zugelassen sein. Styrodor 2800C ist oberhalb der Bodenplatte zugelassen. Ökologische Varianten sind dafür zugelassene Holzfaserdämmplatten (Kürzel in der Bezeichnung DEO-dm/dh/ds, je nach Anforderung, ohne Trittschallschutz), z.B. Pavatherm OG. Aufgrund der höheren Wärmeleitfähigkeit (wlG 041) muß allerdings eine höhere Dämmstärke eingebaut werden (U-Wert-Rechner benutzen, EnEV-Anforderungen beachten)

Ob eine FuBiHzg in einem Altbau Sinn macht und ob sie ihrer Heizfunktion in merkbarer Weise nachkommen kann, hängt entscheidend auch vom Dämmniveau des restlichen Hauses ab. Ohne eine entsprechende energetische Sanierung des HAuses bleibt die FuBoHzg ggf. ein teurer Spass ohne rechten Nutzen. Sie muß auch anlagentechnisch sinnvoll eingebunden sein.



Vielen Dank



für die Kommentare!

Wenn wir uns nun gegen eine Fußbodenheizung entscheiden würden (die Wände sind ungedämmt und werden das auch erstmal bleiben), lediglich eine Sauberkeitsschicht aus 5 cm Beton und darauf Lagerbalken (mit Folie zwischen Beton und Lagerbalken) und Dielen verwenden würden: wäre dann ein Geovlies unter dem Beton vorteilhafter bzw. warum sollte es eine Folie sein? Wenn ich das richtig verstanden habe, soll diese Schicht ja lediglich bewirken, dass der Beton nicht in den Sand läuft, richtig?