Bodenaufbau / Dämmung über Unterbeton Feldsteinfundament nicht unterkellert

23.07.2019 Mareike



Hallo zusammen!
Ich lese schon seit Monaten immer wieder im Forum und "muss" nun einmal selber eine Frage stellen. DIe Vorbesitzer unseres Fachwerkhauses BJ 1876 haben das Gebäude komplett entkernt und alle Böden entfernt und einen neuen Unterbeton eingebracht. Nun soll es bald an den Fußbodenaufbau gehen und nach diversen Handwerkerterminen sind wir total verunsichert, weil wir mittlerweile so viele verschiedene Meinungen gehört haben. Das "Problem" ist unter anderem das Feldsteinfundament, dieses ragt teils sehr weit in den Raum rein. Foto anbei.
Wir haben eine Aufbauhöhe von 18-26cm je nach Zimmer und haben ursprünglich geplant, eine Gefitas-Folie auf den Unterbeton zu verlegen, die Ränder mit Bitumendickanstrich zu bestreichen (das haben wir mittlerweile auch ausgeführt) und dann eine Kreuzlattung (wg. der teils sehr hohen Aufbauhöhe) auf der eine Dielung geschraubt werden soll. Dazwischen war erst der Plan mit Perlite zu dämmen.
Da wir eine KFW Förderung laufen haben, wird unser Bau von einem Architekten begleitet, der aber "nur" für die Kontrollen der Einhaltung zuständig ist. Dieser riet uns wegen dem besseren Wärmedämmwert zu Zellulose statt Perlite. Der erste Isoflocbetrieb war erst etwas skeptisch wegen der Zellulose im Bodenbereich aber ließ sich vom Architekten "überzeugen".
Nun ist dieser Isoflocbetrieb aber geschlossen worden und der Betrieb den wir nun angefragt haben rät entschieden von diesem Aufbau ab wegen Durchfeuchtungsgefahr.
Nun stehen wir als Laien da und sind etwas verunsichert. Einerseits der rat des Architekten und andererseits der Handwerker mit fast 40 Jahren Berufserfahrung.
Deshlab hoffe ich hier auf eine Einschätzung der Situation und Rat, wie wir am besten vorgehen können. AUch für andere Lösungen sind wir tendenziell offen.
Wenn noch weitere Infos nötig sind dann fragt bitte, ich wäre wirklich super dankbar, hier Anregungen, Ratschläge und Hinweise zu erhalten, die uns helfen den Aufbau so zu planen, dass wir auch noch in 20-30 Jahren Freude daran haben!
Viele Grüße
Mareike



Die Zellulose...



...halte ich an dieser Stelle für einen Fehlgriff mit möglicherweise fatalen Folgen. Organische Substanz hat da nichts verloren.

Perlite kratzt ganz übel im Hals, und durch die Pumpwirkung der betretenen Dielung könntet Ihr auch später noch damit zu tun haben.

Ich würde Blähton nehmen, als Hohlraumschüttung ist er gut geeignet, nimmt kein Wasser auf und ist völlig verrottungsfest. Bei dieser Aufbauhöhe ist letztlich der Dämmwert der Schüttung auch nicht ganz so wichtig.

Ich hätte die Fundamente verschalt und mit Beton abgezogen, das hätte die Abdichtung erleichtert. Aber dieser Zug ist ja wohl schon abgefahren, wenn ich das richtig lese.

Einfache Lagerhölzer passender Höhe ziehe ich immer einer Kreuzlattung vor.

Viele Grüße

Thomas



wenn die abdichtung perfekt wäre



sollte sogar isofloc etc funktionieren. hier ist wie so oft das wörtchen WENN das problem.

ich würde mir aber mal als alternative cemwood anschauen . ganz gute dämmwerte (nicht wie zellulose aber ganz passabel) und vorallem sehr belastbar und resistent.
vielleicht passt das ins konzept.

wer weiß, vielleicht passt da oben drauf ja noch n Gussasphaltestrich und parkett?



Auch wenn...



...die Abdichtung perfekt IST, BLEIBT sie das ja möglicherweise nicht auf Dauer.

Wichtiger aber: Eine schleichende Auffeuchtung durch Kondensat ist sehr gut möglich. Die Zellulose sackt dann zusammen und die Dämmwirkung verschlechtert sich.

Blähton kann damit besser umgehen.

Grüße

Thomas