Bodenaufbau Dachgeschoss Trittschall / Luftschall

12.08.2015



Liebe Leute,
ich weiß, das Thema wurde schon oft diskutiert. Ich „wühle“ mich auch schon seit Wochen durch das Internet, komme aber irgendwie nicht auf den Punkt. Ich hoffe, ihr könnt mir da weiterhelfen.
Ich bin gerade am Sanieren von einem REH, Baujahr 1955. Die ersten beiden Stockwerke sind jetzt „fertig“. Nun fehlt nur noch das DG.
Dort wurde nun ein komplett neues Dach aufgebaut und zwei Gauben eingebaut. Alles wunderbar.

Jetzt zum Fußboden:
Der alte Fußboden besteht aus Dielen, die aufgrund des Zustandes raus müssen. Drunter sind direkt die Balken, Balkenabstand ca. 60 cm. Zwischen den Balken ist – mal höher mal tiefer – eine Schüttung. Insgesamt aber nicht wirklich viel.

Das neue Dach soll später zwei verschiedene Räume umfassen, einen großen Raum mit Holzdielen als Fußboden und ein kleines Bad mit Fließen. Gerade die Fließen machen die Sache ja schon wieder schwerer.
Die Aufbauhöhe soll minimal werden. Aktuell – mit den alten Dielen – habe ich eine Höhe von ca. 2,2 m. Da ist jeder cm wertvoll!

Nach meiner Recherche empfiehlt sich ein solcher Aufbau:

Alte Dielen runter
Zwischen den Balken Aufbau eines Blindbodens aus den alten Dielen
Rieselschutz
Ca. 10 cm Schüttung aus Kies, Sand ect.
Ausgleichung der Balken mit seitlich angeschraubten Dohlen
25 mm OSB 3 Platten
20 mm Holzfaserplatte (schwimmend) (geht da auch weniger?)
20 mm OSB Platten (Wohnbereich) (schwimmend)
Bzw. Fermacell Trockenestrich im Bad (oder geht da auch OSB?)
Dann Fließen bzw. die Dielen (geschraubt oder verklebt)

Soweit zu meinen aktuellen Ideen. Was denkt ihr? Kommt man mit weniger Aufbau aus? Schallschutz soll schon vorhanden sein, muss aber nicht perfekt sein (EFH).

Ich bringe da ja dann ziemlich Gewicht ein. Bisher wurde ein Teil von dem Dach über die Decke abgetragen (jetzt über die Wände) aber da muss ich wahrscheinlich trotzdem ein Statiker fragen?

Oder reicht es, wenn man auf die Schüttung verzichtet?
Oder gibt es einen ganz anderen Aufbau der mehr Sinn macht?

Vielen Dank + liebe Grüße aus dem Schwabenland
Philipp



Fußbodenaufbau



Es ist ein EFH, die Aufbauhöhe hat das Primat:
Wohnraum Dielung raus, dafür OSB- Platten (Je nach Ebenheit der Balkenlage und Schwingungsverhalten 1 x 28 mm oder 2 x 15 mm verklebt). Darauf dann Laminat auf Trittschallbahn oder Teppichboden.
Bad: OSB, Kautschukbelag.



Schalldämmung bei Holzbalkendecken



Bei deiner Konstruktion belastest du die Deckenbalken mit über 200 kg/m2- da würde ich mich absichern, daß die dafür auch ausgelegt sind.
Dimension der Balken sowie Achsabstände und Spannweite ermitteln und Zimmermeister oder Statiker fragen und herausfinden ob keine Schädigungen vorliegen.

Warum nicht überall Holzboden verlegen?
Das ist auch im Bad möglich und angenehmer und fußwärmer als Fliesen.

Bei meinen Bildern ist mein eigenes Bad mit Holzboden enthalten.

Zur zusätzlichen Fugenabdichtung kann Sikaflex o.ä.Materialien aus dem Bootsbau verwendet werden sowie Kompribänder unter den Fußleisten.

Zur Schalldämmung gibts hier schon zahlreiche Beiträge und Aufbauvarianten.
Wieweit sehr guter Schallschutz in deinem Fall notwendig ist hängt vom Einzelfall ab- der läßt sich ggf aber auch von der Unterseite her verbessern.

Andreas Teich



Antwort



Vielen Dank für Eure beiden Antworten!

Das mit dem „einfachen Bodenaufbau“ habe ich mir auch schon überlegt, bin dann aber immer an den Fließen gescheitert. Die müssten ja irgendwie entkoppelt sein, da finde ich die Idee mit dem Kautschukbelag sehr interessant! Parkett im Bad habe ich mir natürlich auch schon überlegt, bin da aber irgendwie etwas skeptisch. Dauernde Feuchtigkeit und das Holz…das wäre aber natürlich die schönste Lösung!

Parkett über die ganze Fläche verschrauben und im Bad die OSB Platten davor wasserdicht behandeln und dann den Parkett entsprechend abdichten. Bestimmt schön! Aber dann habe ich halt gar keine TSD…

Die Alternative wäre Fertig (klick) Parkett. Da ist die TSD ja schon integriert. Aber hält der Klickmechanismus die leichten Schwingungen im Boden auf Dauer aus? Kann man Klick Parkett überhaupt im Bad verarbeiten?

Den Schallschutz von unten „höre“ ich mir noch mal an. Wenn ich auf die Schüttung zwischen den Balken verzichte, soll ich da trotzdem was leichtes (Glaswolle ect.) einlegen, um den Zwischenraum auszufüllen?

Teppich kann ich mir gar nicht vorstellen, Laminat auch nur sehr schwer.



Fußboden



Dann eben wieder Dielung, aber wundern Sie sich nicht über den Preis inklusive Schleifen und Ölen.Billig ist hier nicht die beste Wahl.
Ein Kompromiss sind Mehrschicht- Landhausdielen.
Den Hohlraum können Sie auffüllen.
Mein Vorschlag mit Teppichboden oder Laminat berücksichtigte Ihren Wunsch nach Trittschalldämmung und Aufbauhöhe.
Bei Kautschukbelägen sollten Sie nicht beim Preis erschrecken. Es betrifft nur ein paar m² und gestalterisch gibt es eine breite Auswahl jenseits der Baumarktfliesenoptik. Dazu gibt es einen dichten, sich warm anfühlenden und gut zu reinigenden unkaputtbaren Belag.



Fußbodenbelag für Bad



Mehrschichtig aufgebaute Beläge mit vielen Stoßfugen würde ich in Feuchträumen nicht verwenden.

Bei meinen Bildern siehst du einen durchgehenden Pitchpine-Dielenboden, bei dem ich die Badezimmerwände auf die Dielen gestellt habe und ansonsten den gut 100 Jahre alten Deckenaufbau mit Schüttung gelassen habe.

Nur unter die Decke habe ich zwischen Dachlatten 40 mm Holzweichfaserplatten verlegt und mit 10 mm Fermacellplatten verkleidet.
Das hat vom Schallschutz bei separaten vermieteten Wohneinheiten völlig genügt.

Verklebter Korkboden ist auch für Feuchträume geeignet und gut trittschalldämpfend.

Als Dielung auch für Feuchträume wäre zB Eiche und Lärche gut geeignet- am besten fertig geölte verwenden, dann braucht keinerlei Nachbehandlung mehr erfolgen.

Meine astigen, ausgespachtelten, massiven Eichendielen mit 21 mm Stärke, 200 mm Breite und Längen von 80 bis überwiegend 240 cm haben etwa 40,-€/qm gekostet.

Wenn schlechtere Bretter in unwichtigen Bereichen verlegt werden bekommt man damit einen sehr günstigen, sehr dauerhaften, schadstofffreien, einfach auf Balken zu verschraubenden Boden.

Hohlräume unter den Dielen sollten ausgefüllt werden, um Resonanzen zu verhindern.
Beschwerung der Bodenkonstruktion ist ebenfalls zur Schalldämmung sinnvoll.

Andreas Teich



Boden



Damit hätten wir folgenden Aufbau (von unten):

Zwischen den Balken Holzfaserplatten oder Glaswolle
Höhenausgleich mit Dohlen 40 * 100
OSB 30 mm
Wohnraum Klick-Parkett mit integrierter TSD
Bad Kautschuk

Eine ganz andere Konstruktion (quer gedacht) wäre – wenn man wirklich überall Dielen nimmt - jetzt nur eine Unterkonstruktion zwischen den Balken für die neuen Wände im Trockenbau (ca. 6 lf Meter) zu setzen. Die Wände rein zu ziehen und dann die Dielen (Eiche und dann wahrscheinlich irgendwas um die 25 mm) direkt auf die Holzbalkendecke (drunter etwas TSD zur Dämmung und zum Höhenausgleich) zu setzen? Dann kann man Latten parallel zu den Holzbalken legen und damit die Dielen untereinander verschrauben.
Damit hätten wir dann in der Summe ab dem höchsten Punkt der Balken nur 25 mm aufbauhöhe, d.h. wie jetzt auch. Dann müsste man halt noch prüfen, ob man eine aussteifende Scheibe braucht. Oder hat man das 1955 nicht mehr so ausgeführt?

Alles gar nicht so einfach ;-)



Holzbodenaufbau



Der Gesamtaufbau wird mit Dielen günstiger und besser sein.
Von Fertigparkett mit integrierten Trittschalldämmungen würde ich mir nicht zu viel versprechen.
Wenn Fertigparkett nicht absolut eben liegt hat man Hohlstellen darunter, die einen Resonanzboden bilden. Zudem kommt auch Fertigparkett häufig aus China mit unbekannten emittierenden Inhaltsstoffen.(siehe div Tests wie in Ökotest).
Normalerweise wird keine separate Unterkonstruktion für die Badwände benötigt- du kannst einen stärkeren Balken als Schwelle nehmen,
die die Lasten auf die Auflager überträgt.
Die Wände können ohnehin als selbsttragende Scheibe ausgebildet werden. Darunter Schallentkopplungsstreifen legen.

Aussteifung der Decke kann bei vollflächiger Verkleidung auch durch daruntergeschrieben Verkleidungen erfolgen.

Andreas Teich