Bodenaufbau in Nebengebäude (Heizungsraum)

11.09.2007



Hallo, habe mich schon durch diverse Bodenaufbauten-Beiträge gearbeitet, aber leider nix gefunden, was passt.
Folgende Situation: Nebengebäude im EG meines Hauses soll Heizungsraum werden. Der aktuelle Bodenaufbau besteht aus Erde und Sand. Wie kann ich den Boden aufbauen, günstig sollte es sein und eigentlich möchte ich den Boden nicht mit Beton oder Estrich versiegeln. Wände des Nebengebäudes sind etwas feucht. Also wie könnte ein Bodenaufbau aussehen, der aber auch meine Öltanks (2 x 1500 l)tragen sollte? Würde es mit Lagerhölzern und Dielenboden funktionieren?



Bodenaufbau im Nebengebäude



Kies, darauf Beton und dann Estrich als Nutzschicht.
Darauf wird üblicherweise eine dichte Zementfarbe aufgetragen
Bei Öltanks müssen Sie ohnehin eine dichte Wanne ausbilden.
Trennen Sie sich von dem Volksmärchen, das bei einem dichten Fußbodenaufbau Wasserdampf quasi wie bei einem Topfdeckel am Rand in die Wände einströmt.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Leider habe ich bei vielen "Volksmärchen-Baustellen"



grausame Bauschäden gesehen, die eindeutig durch z.B. dichten Betonbodenaufbau entstanden sind. Ich wäre vorsichtig, insbesondere wenn die vhd. Wände schon jetzt als feucht bezeichnet sind.



Bodenaufbau



Lieber Klaus Schillberg,
auf Beispiele, die das beweisen, bin ich gespannt.

Ich habe genug mit feuchten Wänden und Kellern zu tun, diese Ursache für Feuchte als Folge eingebauter Massivfußböden ist mir noch nie untergekommen.
Vielleicht wäre das ein Anlass für eine fachbezogene, öffentliche Diskussion, an deren Teilnahme die anderen Fachmänner hier im Forum herzlich eingeladen sind.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Wäre nicht der erste Versuch



Bin zwar kein Fachmann,
habe diese Frage aber schon (zaghaft) gestellt.
http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/64564$.cfm
Wo kommt aufsteigende Bodenfeuchte her?

Herr Böttcher hatte ja schon die Grundlagen zusammengestellt.

Wenn ich bei mir im Schuppen eine Folie
oder Waschbetonplatte in den Lehmboden lege,
entsteht einfach keine Pfütze drunter,
es wird nicht einmal besonders feucht.

Warum sollen jetzt die Wände absaufen?
Deren kapillare Saugkraft bleibt gleich,
während sich das Wasserangebot unter den Mauern kaum ändert.

Bei mir ist das Wasser im Brunnen, 7 Meter tiefer.
Alle Wasser/Feuchtevorkommnisse im Keller sind
auf Kondenswasser und vom Hang her einsickerndes
Oberflächenwasser zurückzuführen.
Alle innenliegende Kellerwände sind trotz Betonboden
trocken (Bruchstein in Lehm gesetzt).

Viele Grüße,
Philipp Kawalek



Ein Beirag zur fachbezogenen, öffentlichen Diskussion:



als Maurerlehrling habe ich vor 30 Jahrenauf Anweisung meiner damaligen Chefs im EG-Boden an Fachwerkhäusern und alten Massivbauten als "Standard-Bodenaufbau" eine Betonbodenplatte auf kapillarbrechende Schotterschicht mit Folienabdichtung eingebaut. Darauf die damals übliche Polistyroldämmung etc. Die Bauschadensergebnisse an MassivBauten: ca 1 Jahr danch flog der Außenputz von den feuchten Wänden, 2 Jahre danach auch noch die Innenputze. Bei den Fachwerkhäusern mit z.B. Sandsteinsockeln faulten die Fußschwellen je nach Holzart in 2-5 Jahren.
Auf die gleiche Weise haben wir auf Sandstein-Gewölbe Beton aufbebracht. Als erstes flog der Putz von den nun feuchten Sockelwänden,danch kamen die gleichen Feuchteschäden wie vor genannt. Bei 2 Kellern gab es massive Stein-Schäden am Sandsteingewölbe selbst: die feuchten Sandsteine zerbröselten.





Um den ergebnisoffenen Ansatz einer solchen Diskussion zu unterstützen:
Ich betrachte Herrn Schillberg's Beitrag als Tatsachenbericht,
in Korrelation mit dem Einbau der sperrenden Bodenplatte
kam es nachfolgend zu den beschriebenen Bauschäden.

Für mich ist nun die Frage, ob es einen generellen Kausalzusammenhang gibt,
der selbstverständlich physikalisch sauber beschreibbar ist,
oder ob jedes einzelne Objekt seine individuellen Ursachenkomplex vorzuweisen hat.

Das wären dann die üblichen Verdächtigen:
-Sanierungsmaßnahme verdeckt bereitsbestehende Schäden/Schadensprozesse
-Nutzungsänderung z.B. bei Keller mit falscher Lüftung usw.
-falsche Putzmaterialien innen/außen
-Drainage/Abdichtung neu/fehlerhaft/beschädigt
-Anhebung der Geländeoberkante bzw Neigung zum Haus hin
-Änderung Grundwasser/Hochwasser (Bodenplatte stört hier)
-Salzbelastung Mauerwerk
-Versagen Be- und Entwässerung innen wie außen
-Bodenplatte innen höher als Schwelle

Man sollte unabhängig von der gegebenen Geologie/Geländebeschaffenheit
auch zwischen Bodenplatte im Keller
und Bodenplatte ohne Unterkellerung unterscheiden,
sowie Fachwerk, Lehmbau (siehe 'Ungarn') oder Massivbau.
Horizontalabdichtung im Mauerwerk werden als nicht vorhanden oder defekt angenommen.

Es geht nicht darum, daß überhaupt Wasser in beidseits belüfteten Mauern hochsteigt
(dafür baut man ja heutzutage Horizontalsperren ein),
sondern daß nach Einbau einer Bodenplatte die Feuchtbelastung der Mauern ansteigt.

Viele Grüße,
Philipp Kawalek