Bodenaufbau Balkendecke

05.03.2022 Flo90


Hallo zusammen,

ich habe ein altes Haus von ca. 1900 und würde gerne im Obergeschoss den Bodenaufbau erneuern.

Im Vorfeld habe ich bereits in mehreren Foren nachgeschlagen, wie so ein Bodenaufbau einer Balkendecke aussehen kann. Leider bin ich aufgrund der etlichen Varianten doch etwas überfordert.

Die Balken sind 10/20, manchmal auch breiter. Wohl je nachdem was sie damals hatten. Da die Balken alle unterschiedliche hoch platziert sind (im Stockwerk und in den Zimmern selbst), werden seitlich noch Bretter zur Nivellierung befestigt, sodass das Stockwerk oder zumindest die einzelnen Zimmer eben sind.

Der Abstand zwischen den Balken/Brettern beträgt zwischen 50 und 62cm. Somit müssten ja OSB mit 22mm als Grundaufbau ausreichen?


Aktuell sind entweder 3cm Bretter + 2cm Spanplatten aufgeschraubt oder nur 2cm Spanplatten.

Folgende Varianten habe ich gefunden:

OSB:
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Variante A
1x OSB 22mm

Variante B
2x OSB 15mm oder 18mm (versetzt oder überkreuz?)

Variante C
1. OSB 22mm verschraubt
2. ggf. Ausgleichsschüttung
3. Holzfaserdämmplatte 20mm (Dämmung + Trittschall)
4. OSB 12mm (schwimmend)


Mit Fermacell:
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Variante A
1. OSB 22mm verschraubt
2. ggf. Ausgleichsschüttung
3. Fermacell Trockenestrich 20mm

Variante B
1. OSB 22mm verschraubt
2. ggf. Ausgleichsschüttung
3. Fermacell Trockenestrich 30mm (inkl. 10mm Holzfaser)

Variante C
1. OSB 22mm verschraubt
2. ggf. Ausgleichsschüttung
3. Holzfaserdämmplatte 20mm (Dämmung + Trittschall)
4. Fermacell Trockenestrich 20mm


Sind die Varianten denn so alle möglich bzw. machen sie Sinn?

Denke allein die 22mm OSB wird bisschen wenig sein, ist eine doppelte Lage mit 15mm/18mm besser?
Bei den anderen Varianten dachte ich an die Reduzierung des Schalls.

Aktuell ist es so, dass man im Raum drüber oder drunter quasi alles hört. Dafür muss man nicht einmal laut Musik hören oder fernsehen. Genauso hört man unten sogar die Katze auf dem Boden laufen, lauter als im Raum selbst. Vermutlich überträgt sich einfach der Trittschall?

Gegen den Schall hilft vermutlich nur Masse? Bringt da die schwimmende OSB Variante C was? Wenn nur für Trittschal oder?
Ansonsten evtl. Trockenestrich oder lieber ordentlich Schüttung zwischen die Balken?

Sorry für die vielen Fragen, aber bei so vielen verschiedenen Varianten... Schön wäre etwas mehr Schalldämmung, bei möglichst wenig Bauhöhe und Gewicht. :D

Würde nur ungern für teuer Geld irgendein Gemurkse basteln, das nachher nix bringt.

Danke schon mal im Voraus. :-)



Schall ist nicht gleich Schall



Generell sind verschiedenste Aufbauten möglich, die jeweils für verschiedene Bodenbeläge und Wirkungen ausgelegt sind.

Zum Thema Schall: Ein hohes Gewicht in der Decke hilft gegen Übertragung des Schall im Raum und gegen Schwingen der Boden rüber Laufen.
Gegen Trittschall hilft eine akustische Trennung des Bodens von dem Unterbau und den Wänden durch Dämmung. Daher die Aufbauten mit Fermacell.
Die Ausgleichsscvüttung ist gedacht für den Fall, dass die Boden nicht durch Bretter an den Balken ausgeglichen werden.



Ein Beispiel



Ich habe bei mir 60-80 Balkenabstand und dann 25 OSB vewendet, darüber 7 mm HWP Trittschalldämmung und als Fertigschicht 3-Schicht Bodendielen. Das ganze fühlt sich ziemlich schwer an, reicht aber für die Schalldämmung nicht aus. Höhenausgleich über beigelaschte 4x8 Rahmenhölzer. Heute würde ich überall statt Stein- oder Glaswolle Holzflex verwenden, aber ich habe damals keine Handwerker gefunden die das verwenden wollten. Erst jetzt, da ich beides verarbeitet habe, bin ich von den Vorteilen von Holzflex überzeugt.

Zur Schalldämmung habe ich verschiedene Optionen. In einem Teil innerhalb der Wohnung habe ich die etwa 5 cm Schlacke belassen und Steinwolle im Hohlraum ergänzt. Die Schalldämmung ist ausreichend innerhalb derselben Wohnung, aber nicht überagend. In einem anderen Teil über der Scheune, da ist nur noch die alte Glaswolle die durch eine weitere Schicht Glaswolle ergänzt wurde. Über der Abstellfläche brauche ich keinen Schallschutz, aber als Vergleich interessant, da Wärmedämmung gut. Der Boden schwingt, und die Stimmen werden gerade mal gefiltert.

Gegen die anderen Wohnung habe ich erst einmal von unten angefangen mit 4x6 Rahmen, dazwischen Steinwolle, Fehlboden aus Rauspund von unten geschraubt, 40 mm Holzweichfaser die ich noch von der Innenisolation übrig hatte und Rigips. Ein ganz netter Aufbau, aber Trittschall und laute Gespräche waren immer noch zu hören. Den Dielenboden musste ich im weiteren Verlauf der Renovierung noch einmal von oben aufnehmen und dann habe ich die Konstruktion von oben ergänzt. Steiwolle entfernt,, Rieselschutzpapier knapp 10 cm Sand, die Steinwolle wieder darauf und darauf wieder die OSB, Trittschalldämmung und Dreischichtdielen. Seitdem habe ich in diesem Raum nichts mehr aus der anderen Wohnung gehört.

Ein anderer Versuch mit 2,5 cm Splitt und 4 cm HWP Schallschutz Unterboden zur Entkopplung hat nicht geklappt, da die Zwischenschicht einfach zu beweglich ist. Das geht wahrscheinlich nur im Zusammenhang mit den eingelegten Leisten. Diesen Versuch werde ich nach 2 Jahren Praxistest jetzt wieder entfernen, obwohl vom Schallschutz, im Zusammenhang mit Rigips and Hutschienen von unten, alles perfekt ist.



Was soll denn...



...als Nutzschicht oben drauf?

Grüße

Thomas



Erst mal



Danke für die ersten Antworten.

Als Nutzschicht soll nachher Klick Vinyl drauf.



Na dann...



Für eine Nutzschicht aus Dielen wäre der Unterbau etwas übertrieben gewesen...