Bodenaufbau altes Bauernhaus

25.06.2014 alex1120



Hallo,

da ich auf 25 cm Konstruktionshöhe beschränkt bin, habe ich mir folgenden neuen Bodenaufbau überlegt:

8 cm Staffelkonstruktion inkl. Dielung, Dämmung und FBH
Dichtschlämme (anstelle von Bitumenbahn, aus Kostengründen)
7 cm Beton
PE Folie
10 cm Glasschotter
bindiger Boden

oder sollte ich besser:

8 cm Staffel und Dielung
10 cm XPS
Dichtschlämme
7 cm Beton
PE Folie
bindiger Boden

Was tun ist die Frage. Vielleicht gibt es von Euch alternative Vorschläge...

Beste Grüsse,
Alex



Anregung



Gegen die Aufbauten spricht aus meiner Sicht nichts. ich habe gute Erfahrung mit Pavatex (Floor; http://www.pavatex.co.uk/en/products/floor/pavatherm-profil/). Da zwischen der Dämmung die Traglatte für die Dielung mit Nut/Feder integriert ist. Ich gebe zu bedenken. Dielung und Fußbodenheizung zusammen sind nicht sehr effektiv, da 1. die Dielung den wärmedurchfluß bremst und durch die zusätzliche Wärme austrocknet, schwindet und wahrscheinlich auch reißt, wenn die Dielung aus nadelholz ist.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt



das meiste aus der Höhe machen



XPS gibt es auch mit Spezialtreibgas, WLG 028, z.B. Jackodur Plus. Würde ich wegen Feuchtigkeit unter die Betonplatte setzen, es braucht aber auch noch eine dünne Ausgleichsschicht aus Splitt damit die Dämmplatten flach liegen können.

10 cm Glasschotter lohnen sich nicht - zu wenig Dämmwert.

7 cm Beton ? Da muss die Armierung schon sehr akkurat gelegt werden damit das hält... Für unseren hiesigen Baumeister (Schweiz) waren 15 cm das minimum. Andere Länder...

8 cm Staffelkonstruktion
Katja-Bahn zur Abdichtung
7 cm Beton, gut abgeglättet
PE Folie
10 cm XPS WLG 028
~ 3 cm Splitt zum Ausgleich und als kapillarbrechende Schicht
bindiger Boden

http://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/?&d0=2.1&mid0=36&d1=6&mid1=254&x1=46&lid1=70488724&d2=6&mid2=36&x2=4&lid2=70488724&d3=0.1&mid3=17195&d4=7&mid4=12&d5=0.02&mid5=7&d6=10&mid6=15973&bt=2&T_i=20&RH_i=50&T_e=0&RH_e=100&outside=2



Bodenaufbau altes Bauernhaus



Hallo Alex,
Beschreibe doch bitte noch die Ausgangssituation, woraus besteht der Unterboden, wie war der bisherige Boden beschaffen und warum soll er geändert werden, wie groß ist der betr.Raum, wie soll er genutzt werden, sind bestimmte Einbauten geplant etc ?
Wie hoch liegt er über dem Außenniveau, gibts eine Hanglage etc ?

Von diesen Angaben wäre ja der mögliche Fußbodenaufbau abhängig- je genauer die Angaben um so besser kann man eine gute, bautechnisch korrekte Empfehlung geben.
Und besser noch ein Foto machen.



Hallo



erstmal danke für die Antworten.

Also es verhält sich folgendermassen:

Das Haus steht zu einem Drittel auf gewachsenem Boden, der Rest wurde aufgeschüttet. Erde, Schlacke, Steine (teilweise bis 30 cm Durchmesser), also alles, was so herumlag. Das Haus steht auf einem Streifenfundament (unten flache Granitsteine, darauf NF Ziegel, dann Mischmauerwerk) und reicht 25 cm in den Boden.

Die Bodenkonstruktion war bisher einfach gehalten: Staffelkonstruktion direkt in den Boden, darüber 5 cm Dielung. Im Schlaf- und Wohnzimmer sieht das ganze noch ganz gut aus, der Küchenboden ist verrottet, da darüber Linoleum gelegt wurde. Es ist ein altes Haus und natürlich ist das nie ganz trocken, ich halte jedoch nichts von einer diffusionsoffenen Bauweise und würde den Boden gern wasserdicht bekommen.

Ausser dem Küchenboden gibt es keine Feuchteschäden.

Ich bin mir nicht sicher, ob es vernünftig ist, alle Böden auf 25 cm Tiefe auszuheben (ca. 100 m2) und es dann mit Lieferbeton in einem Durchgang zu betonieren (wegen Baufeuchte) oder ob man per Hand langsam ein Zimmer nach dem anderen betonieren soll.

Was denkt ihr?

LG,
Alex



Fußbodenaufbau



Ein Gegenvorschlag:
30 mm Dielung,
80 mm Steicofloor o.ä. mit eingebetteter Traglattung
Abdichtung Katja Sprint o.ä.
20 bzw. 40 mm druckfeste Holzfaserdämmplatte,
ca.50- 80 mm Sauberkeitsschicht, eben und sauber abgezogen, in einem Gang eingebaut,
Trennlage (Folie o.ä.)
Bei Bedarf Sand oder Kiessand als Höhenausgleich,
per Hand nachverdichteter Untergrund.

Das ergibt eine Aufbauhöhe unter 250 mm. Die Dämmplatte unter der Steicofloor kann man zur Not auch weglassen.



Bodenaufbau altes Bauernhaus



Hallo Alex,

Ich würde keinesfalls Beton als Unterboden nehmen- enorme Mengen an Wasser, das verdunsten muß, Kosten, etc,null Beitrag zur Wärmedämmung
Der bisherige Unterboden sollte ja tragfähig genug sein, wenn er bisher Jahrzehnte lang den Holzboden getragen hat.Die sicherlich zuverlässigste, preisgünstigste und gleichzeitig mit bester Wärmedämmung wäre z.B.folgender Aufbau:
-wenn spitze Steine vorhanden sein sollten oder Unebenheiten auszugleichen wären:
-dünne Sand- oder sonstige Schüttung, ggf verdichten
-darauf 1 mm EPDM Folie als 100 % Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit bis Oberkante Fußboden hochziehen
-darauf zur Lastverteilung in ca 1 m Abstand Betonplatten oder evt auch Holz einzeln schachbrettartig verlegen, bzw Abstand je nach Stärke der Balken und Raummaßen
hierauf kann dann der genaue Höhenausgleich erfolgen
- darauf KVH Balken, evt als Kreuzlage
- dazwischen Zellulose, Hanf o.ö kapillaraktiven Dämmstoff
(ggf Leerrohre, Heizungsrohre etc darin verlegen)
darauf dann Holzdielen, geölt verschrauben.
Vorteile:
1a Dämmwert
100 % Feuchtigkeitsschutz
preisgünstig
ökologisch
diffusionsoffen
kein Feuchtigkeitseintrag
jederzeit ohne Aufwand rückbaubar und alle Materialien sind hinterher wiederverwendbar
Bei Fragen einfach in Österreich anrufen
Gruß von Andreas



Fußbodenaufbau



Ich habe etwas von einer Sauberkeitsschicht geschrieben, das hat nichts mit Lastaufnahme zu tun. Die Schicht soll nur Träger für die Abdichtung und Montageebene für die Dämmung sein. Sand ist das nicht.
Da der Beton unter der Abdichtung liegt ist es egal wie feucht er ist oder bleibt.
Aber Sie können ja mal selber einen Feldversuch machen, auf einer Sandschüttung eine Folie auflegen und darauf herumlaufen. Dann sehen Sie schnell wie lange die Abdichtung das aushält, wie sie aussieht und wie gerade die Fläche dann ist.
Von der Fummelei mit dem "Schachbrett" und dem späteren Knarzen der Dielung auf den sich unterschiedlich setzenden Unterlagen fange ich gar nicht erst an.



Bodenaufbau altes Bauernhaus



Mein Vorschlag war nur als Alternative, nicht als Antwort auf vorhergehende Vorschläge zu verstehen.
Wenn Sand als Unterlage ist dies nur als dünne Schutzschicht der EPDM Folie zu sehen.
Alternativ kann man natürlich auch Geotextil o.ä.nehmen.

Wenn die Betonplatten auf eine dünne Sandschicht gelegt werden bleibt dieser Bereich unberührt von Leuten, die herumlaufen.Zudem ist EPDM äußerst dehnfähig.
Sand wird ja auch üblicherweise unter Pflastersteinen, Betonplatten etc im Außenbreich genommen, wo LKW' s darüberfahren ohne daß es zu ungleichmäßigen Setzungen kommt/ kommen sollte bei fachgerechter Verlegung.

Bei etwas dickerer Sandschicht könnte man diese durch etwas Zementzugabe binden bei geringer Wasserzugabe.
Einfach mal einen Versuch machen:
2-3 cm Sand auf den Boden, eine 40x40 cm 4 cm dicke Betonplatte drauflegen, etwas anklopfen und dann sehen ob man die bei mittiger!! Belastung, (wie bei einem Lagerholz), verschieben oder zu unterschiedlicher Setzung bewegen kann.

Das Wasser im Beton muß und wird natürlich irgendwohin verdunsten, ein Teil schon beim Einbringen, dann während der Abbindephase und der Rest nach Aufbringen der Abdichtung in die seitl. Wände.
Auf jeden Fall ist schon der logistische Aufwand in einem bestehenden Haus beträchtlich, Türen/Fenster können sich verziehen sowie sonst.mögliche Schäden.

Eine weitere Möglichkeit, wenn der bestehende Boden tragfähig und gut verdichtet ist:
Im Raster (s.o.) Betonplatten auf eine dünne Zement-Mörtelschicht legen und so einklopfen, daß man eine gleichmäßige Höhe bekommt.
Darauf Geotextil oder eine sonstige Schutzschicht.
darauf EPDM
und dann einfach die Unterkonstruktionshölzer mittig auf die vorher nivellierten Betonplatten legen.
Kein weiteres Ausrichten mehr nötig.
Dann weiter wie schon beschrieben:KVH-Balken, dazwischen Zellulose etc.



Fußbodenaufbau



Lieber Freund,
den Unterschied zwischen einem einzelnen Stein/Platte und einem sich verzahnenden Straßenbelag dessen Hauptkriterium die Aufnahme und Verteilung von Punktlasten auf einer größeren Fläche ist habe ich jetzt keine Lust zu erläutern. Auch nicht wie Bettungssand unter Pflaster fuktioniert. Wenn Sie so überzeugt von Ihrem System sind können Sie es gerne bauen. Ich halte es für unausgegoren und laienhaft.
Die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit.



Bodenaufbau altes Bauernhaus



Auch an den lieben Freund,
Übrigens habe ich auch schon schadensfrei Kopfsteinpflaster, Klinkerpflaster wie auch Betonplatten als Fläche wie auch einzeln zur Lastverteilung gelegt.

Es geht doch hier darum, mögliche Alternativen darzustellen, sodaß sich ein Baulaie oder auch Fachmann eine für ihn pratikable Lösung wählen kann oder zumindest Anregungen für eigene Lösungsansätze bekommt.

Wie auch sonst gültig:
Viele Wege führen nach Rom

dies gilt sicherlich auch im Bauwesen.

Alle Randbedingungen lassen sich ohne Ortsbesichtigung, genaue Besprechung und ggf weitergehende Untersuchungen eh nicht eruieren.,
Da hat sicher jeder auch so seine Lieblingslösungen,-materialien, Erfahrungen etc.

Soweit bin ich ja auch nicht von deinem Vorschlag entfernt mit Sauberkeitschicht und Sand etc., was sicher auch funktionieren würde und ich auch schon verarbeitet habe.
Da stellt sich aber auch die Frage des genauen Ausrichtens und des Herumlaufens auf der Sandschicht.

Da jahrhundertelang auch Böden nur aus Lehm funktioniert haben, teils mit daraufliegenden Lagerhölzern und Dielen denke ich, daß meine Lösung durchaus praktikabel ist, für Baulaien gut machbar, ökologisch, kostengünstig und einen sehr guten U-Wert ermöglicht.
Es muß nicht jede Baulösung DIN-konform und normengerecht sein, sofern sie nicht zumindest praxiserprobt und bewährt ist.



... manche sind nur etwas länger



sicherlich ist es eine alternative und dies hat Herr Böttcher auch nicht gemeint. Er hat nur dargestellt an welchen Stellen schwierigkeiten auftreten und das dürfte doch auch für den Ratgebenden mal interessant sein. Kleine Anmerkung am Rande. die Unmengen an Wasser müssen gar nicht verdunsten, denn die werden gebraucht, damit der Beton seine Festigkeit erlangt. Wenn ich in Chemie richtig aufgepaßt habe, benötigt Zement vor allem Wasser um abzubinden.
Mit freundlichem Gruß
M. Schmidt