Boden über Gewölbekeller mit FBH neu aufbauen

28.12.2020 Bruchstein1852

Boden über Gewölbekeller mit FBH neu aufbauen

Guten Tag zusammen,

wir möchten 2 Räume über unserem Gewölbekeller renovieren und mit FBH ausstatten. Der Gewölbekeller wird als Kartoffel– und Weinlager genutzt. Er ist feucht, aber nicht nass. Es tropft nicht, aber ein Karton wird nach ein paar Wochen unbrauchbar. Das gesamte Haus besteht aus Bruchsteinaußenwänden. Die Außenwände in den beiden Zimmern werden wir zusätzlich mit einer Wandheizung ausstatten. (Lehm auf Bruchstein, dann Holzfaserplatten als Dämmung, dann Wandheizung auf Faserplatten und mit Lehm verputzen).Dielenboden als auch Kanthölzer waren nur im Bereich der Außenwände etwas feucht. Ein leicht modrischer Geruch kommt einem am Boden der Außenwänden entgegen. Ich möchte den Aufbau wie folgt machen. Schüttung bis auf das Gewölbe entfernen. Dann Folie, Beton auf Folie, Dämmung für FBH, FBH und mit Estrich abschließen, darauf Fliesen. Bin mir aber nicht sicher, ob mir dann ggf. nicht vielleicht irgendwann mal Feuchtigkeit ins Mauerwerk geht ?
Wäre das machbar oder gibt es eine sinnvollere Lösung für unser altes Haus von 1852 ?
Vielen Dank schon jetzt für die Antworten.

Gruß

1852



Boden über Gewölbekeller



Gleichzeitig Wand- und Bodenheizung zu installieren ist unnötiger Aufwand, wenn die Heizleistung zB mit der Wandheizungen genügt.
Zudem müßten beide Systeme ggf mit unterschiedlichen Vorlauftemperaturen betrieben werden.
Besser nur die Wandheizung vorsehen.
Zuerst feuchtebeständigeren Kalk- oder Kalkzementputz und keinen Lehmputz auf die Natursteinwand aufbringen und dann ggf Lehmputz zum Ansetzen der Dämmplatten verwenden.
Multiporplatten sind bei unklaren Feuchteverhältnissen oder Schlagregenbelastung beständiger.
Den Fußboden würde ich nicht unnötig mit Beton und Estrich belasten und große Feuchtigkeitsmengen einbringen.
Beim Boden loses Material soweit notwendig entfernen,
gebundene Perlite- o.a. mineralische Schüttung zur Nivellierung und Dämmung verteilen
KVH auslegen, dazwischen wieder Perlite und Dielen aufschrauben ermöglicht viel bessere Dämmwerte.
Je nach Feuchtigkeit kann zB eine durchgehende EPDM- Bahn oder dicke PE-Folie, ggf auf Geotextil als Schutz, vor Verlegung des KVH ausgelegt und seitlich bis zur Oberkante des fertigen Fußbodens hochgezogen werden.



Boden über Gewölbekeller mit FBH neu aufbauen



Guten Morgen,

und vielen Dank für die Antworten.
Die Wandheizung alleine schafft es nicht, daher müssen wir zusätzlich FBH einbauen und hoffen damit auch den kalten Füßen entgegenzuwirken ??
Kann ich auf der Schüttung direkt die Holzfaserdämmplatte für meine FBH (z.B von WEM) legen oder muss ich vorher wieder eine Konstruktion mit KVH erstellen ?
Macht mir die EPDM nicht alles dicht, so dass die evtl.Feuchtigkeit an den Wänden nach oben gehen würde ?
Wozu das Geovlies, würde das bei leichter Feuchte ggf. das KVH schützen ?
Welche Schüttung sollte ich für auf das Gewölbe verwenden ? Gibt ja ein paar auf dem Markt.

Gruß 1852



Bodenaufbau und Wanddämmung



Die Wandheizung sollte genügen, da Wandheizungen mit höheren Temperaturen betrieben werden können als FB-Heizungen.
Auf eben abgezogener Schüttung können die Weichfaserplatten direkt ausgelegt werden.
Holzdielen sind immer fußwarm- Fliesenböden mit Fußbodenheizung nur während der Heizperiode.



Bodenaufbau und Wanddämmung



Wir wollen die Vorlauftemperatur gering halten, um die Wandheizung und FBH mit der gleichen Gradzahl fahren. Wir haben im 1.OG Holzdielen und unsere Füße sind im Winter leider kalt, daher passt das mit der FBH ganz gut.
Welche Schüttung sollten wir denn einbauen ?
Und wozu ist das Geovlies genau da ?
Macht mir die EPDM nicht alles dicht, so dass die evtl.Feuchtigkeit an den Wänden nach oben gehen würde ?



antworten



also das mit der nach oben gehenden Feuchte scheint Dich ja sehr zu verunsichern. Wer hat Dir das erzählt ?
Es stimmt nämlich nicht. Da brauchst Du keine Bedenken zu haben. Geovlies ist ein Vlies ( ich hoffe Du weißt was das ist?) welches aus unverrottbaren Material besteht, wasserdurchlässig ist und vor allem hauptsächlich im Garten/Landschaftsbau eingesetzt wird um verschiedene Aufbauschichten voneinander zu trennen. In Deinem Fall soll es die Folie der Feuchtesperrschicht gegen Beschädigungen aus der unterliegenden Schicht schützen.
Nach gebundener Schüttung kannst Du mal googeln, da gibt es verschiedene Varianten. Allen gemein ist, dass Sie einen Dämmanteil haben und mit einem Bindemittel ( Mörtel) eine relativ festen Schicht bilden. Also z. B. perlite mit Zementmörtel oder als Fertigprodukt Cemwood.



Bodenaufbau und Wandaufbau



Ja, ein wenig schon, da wie anfangs geschrieben, es im Raum ein wenig modrisch also nach unserem Gewölbekeller gerochen hat und da die Hölzer zur Außenwand auch ganz leicht Faul ausgesehen haben, die Angst vor aufsteigender Feuchtigkeit.
Die Funktion des Vlies verstehe ich noch nicht ganz. Schüttung direkt auf Gewölbe und dann das Vlies auf die Schüttung um die Holzfaserplatte zu schützen. Aber vor was genau ?
Noch eine Frage zur Außenwand. Warum zuerst Kalk oder Kalkzementputz auf die Bruchsteinwand ?



Vlies und Kalk



das Vlies wird auf die Schüttung gebracht, um die Feuchtesperre, also die EPDM oder andere Folie vor dem Durchtreten beim weiteren Bodenaufbau zu schützen, also vor Unebenheiten und schärferen Kanten der gebundenen Schüttung. Die Hölzer in der Nähe der Außenwand könnten durch Kondensat geschädigt worden sein, weil es in der Nähe der Außenwand die kältesten Punkte gibt. Dieses Problem wird aber durch Innendämmung und Wandheizung erledigt sein.
Warum Herr Teich vorab zum Egalisieren der Wand einen Kalk oder Kalk-Zement-Putz vorschlägt, müßte er selber beantworten.



Bodenaufbau



...ah jetzt habe ich es verstanden, hatte nicht deutlich genug gelesen. Tut mir leid und vielen Dank für die Aufklärung.
Also Schüttung, Geovlies und dann dicke Folie oder EDPM, dann Holzfaserplatten.
Aber wenn ich es richtig verstanden habe, benötige ich das Vlies und die Folie nicht, weil ich kein Problem mit Feuchtigkeit haben werde, richtig ?



Feuchtigkeit



das Problem mit der Feuchtigkeit wirst Du voraussichtlich in der Wand nicht haben, wobei wir hier jetzt an die Grenzen des Forums stoßen, weil ich ja Deine Wandsituation, das anliegende Außengelände, Deinen Grundwasserspiegel, die evtl. Salzbelastung des Mauerwerkes, den Zustand der Fugen, das Material der Wand etc. nicht kenne. Du solltest verstehen lernen, dass es nicht nur um Wand und Boden geht, sondern dass Dein gesamtes Haus und das Außengelände ein System bilden, welches in ständiger Wechselwirkung miteinander steht.
Vlies und Folie schützen Deine Holzfaser und deinen Fußbodenaufbau vor Feuchte aus Deinem Keller, über den wir ja noch gar nicht gesprochen haben. Dieser Feuchteschutz ist in jedem Fall sinnvoll .



Bodenaufbau



Wäre es dann nicht schon sinnvoller das Gewölbe mit Bitumen als Feuchtigkeitsschutz zu versehen, damit schon die Schüttung vor Feuchtigkeit geschützt wird oder ist das egal wann der Schutz eingebaut wird?



Unkenntnis



ja wie sieht denn Deine Gewölbeoberseite aus ? Ist da überhaupt ein Anstrich möglich? Die gebundene Schüttung dient ja erstmal dazu, eine ebene Fläche zu schaffen und vor allem auch, einwirkende Punktlasten zu verteilen. Die Gewölbekappe wird ja nicht naß sein, es geht eher darum, Feuchte die aus dem Keller durchdringen könnte, abzusperren. Auch wenn es nur geringe Wahrscheinlichkeiten gibt, den Preis dann für einen Abriß und ein nachträgliches Einbringen der Sperre zahlen zu müssen wäre mir zu hoch, wenn jetzt eine einfache Lage Bitumenschweißbahn, EPDM oder Katja Sprint für ein paar Euros das Risiko senkt. Ich verstehe ehrlich nicht, was Dich dazu bewegt, an diesem Punkt so rumzuzweifeln ?



Verstehen



Tut mir leid, wollte nicht das es so verstanden wird. Ich möchte nur verstehen wie es richtig ist und warum nicht anders gemacht werden soll.
Für mich persönlich ist der beschriebene Aufbau auch der Einfachste.

Ich hoffe das jetzt noch auf die Erklärung zum Kalk– bzw. Kalkzementputz, dann habe ich hier viele neue Informationen und vor allem Hilfe bekommen.

Vielen Dank dafür.



Gewölbe verstehen



es gibt oben unter dem Menüpunkt " Lesestoff" die Sondersammlung PDF von Georg Böttcher. Da sind ( auch die statischen) Besonderheiten von Gewölben sehr gut erklärt. Da kannst Du Dir Wissen aneignen und auch etwas zur Stabilisierung von Gewölben erfahren.



Gewölbe



Danke für den Tipp !



Leichtbeton



auch eine Art gebundene Schüttung:
https://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/beton-estrich-182472.html



Neuer Boden aufgetaucht


Neuer Boden aufgetaucht

Ich hatte gehofft, dass auch im 2ten Zimmer der gleiche Boden ist, aber altes Haus, neue Überraschung. Beton ! Unter den Dielen waren PVC Platten geklebt und darunter Beton. Was nun ? Ich kann keine Dämmung auf dem Boden anbringen ohne den Beton heraus zu stemmen. Und diese Arbeit möchte ich mir eigentlich ersparen. Idee: Mehr Wandheizung auch auf der Innenwand. ?!?
Nächste Frage. Im anderen Raum ist sehr viel Geröll bis zur Gewölbedecke vorhanden. Kann ich das Geröll nur soweit entfernen wie ich die gebundene Schüttung einbringen möchte ca. 10cm oder könnte das später ggf. zu „Senkproblemen“ führen