Verkleidung von Außenbalken

17.05.2010



Ich bin dabei, an meinem Fachwerkhaus ( Umgebinde ) das untere Fachwerk zu erneuern.
Nun ist es so, dass ich die äuseren Balken nicht heraus schneiden kann ( und will ).
Ist es moglich, die zwei Balken mit 2cm Brettern zu "verschönern" ?
Für eine Antwort wäre ich dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus



Blendend



Hallo Klaus

Solche Verschönerungen sind äußerst kritisch zu betrachten. Das Problem liegt im Wesentlichen in der Gefahr von Aufschüsselungen, Schädigungen durch die Befestigungsmittel und der Gefahr des unkontrollierten Eindringens von Feuchte zwischen Blendbrett und Konstruktionsholz.
Bei solchen "Blendmaßnahmen" sind eine ganze Reihe von Faktoren zu beachten. Allgemein gilt ein solches "Blendwerk" als nicht fachgerecht.

Gruß

Lutz



Wieso



soll es nicht fachgerecht sein?
Fachwerkaufblendungen wurden von uns des öfteren ausgeführt und es haben sich noch nie Probleme ergeben. Es ist nur darauf zu achten, dass die Befestigungsschrauben versenkt eingebaut werden (Astlochbohrer) und mit Querholzdübeln abgedeckt, sowie die Bretter mit der rechten Seite nach außen abgebracht werden.
Außerdem würde ich die waagerechten Bretter an der schmalen Seite leicht abschrägen, damit Regen nicht hinter das Vorblendbrett gelangt.

Viele Grüße



Das Blendwerk...



...konnte den Kompostierungsprozess tatsächlich beschleunigen.

@ Klaus

stell doch 'mal ein Foto ein. Über einen anonymen Balken ist schlecht fachsimpeln.

Bist Du aus Bederwitz bei Großpostwitz? Da bin ich gestern durchgefahren, und bin auch diese Woche wieder in der Ecke. Ich halte da auch gern 'mal an.

Grüße

Thomas



Blendwerk



Lieber Gerhard

Natürlich kann man grundsätzlich "Vorblenden" dies sollte jedoch die Ausnahme sein und im vollen Bewußtsein geschehen, dass ein Fachwerk langfristig keine Fehler oder Nachlässigkeiten verzeiht. "Vorblendungen" sind für mich als Sachverständiger immer die beliebtesten Fundstellen für gravierende Baumängel. Hingegen ist eine gekonnte Vierung mit gut angepassten Einsatzstücken meist ein Beleg für fachgerechtes Arbeiten.
Die Gefahrenpunkte habe ich bereits aufgezählt, die Mängel beginnen vielfach mit der zu geringen Stärke der Aufbohlungen. Dies sollten in einem Breiten/Dicken Verhältniss von ca. 1:4 bis 1:5 erfolgen und eine Dicke von 4cm nicht unterschreiten. Die hochgelobten Querholzplättchen als Abdeckung finde ich übrigens immer wieder aufgequollen und mit den Fingern herauslösbar an den "Sanierungsobjekten" vor.
Man sollte sich hier z.B. einmal folgende Regelwerke und Hinweise ganz genau anschauen:

  • DIN 68 360 Holz für Tischlerarbeiten-Gütebedingungen bei Außenanwendungen.

  • DIN 68365 Bauholz für Zimmererarbeiten

  • DIN 68800 Teil 2 (hier besonders den neuen Geldruck)

  • WTA Merkblatt 8-2 Fachwerkinstandsetzung: Checkliste zur Instandsetzungsplanung und durchführung

  • Arbeitsblatt des Deutschen Zentrums für Handwerk und Denkmalspflege: "Auswahlkriterien für Bau und Reparaturholz im Sanierungsbereich"



  • Dies alles sind Gründe, warum ich keine große Begeisterung beim Vorfinden solcher Vorblendungen zeige. Wir sollten es vermeiden Bauherren zu solchen "Disneylandillusionen" zu ermutigen, sondern solche Lösungen die oft als Surrogate bzw. als Ersatz eines fehlenden Fachwerks oder einer fehlenden handwerklicher Hingabe dienen, grundsätzlich ablehnen.
    Ich bin allerdings überzeugt, lieber Gerhard, dass deine praktizierten Ausführungen hier die rühmlichen Ausnahmen darstellen und ausschließlich der einzig verbliebenen handwerklichen Lösung geschuldet sind.

    Mit besten Grüßen
    Lutz




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