Imprägnieren von Holzbalken

19.07.2003



Hab noch ne Frage.An unserem Bauernhaus muss der Holzbalken auf dem das gesamte Haus ruht von aussen imprägniert werden,oder auch nicht?Die Aussenhaut des Balkens sieht nicht mehr so gut aus es sind auch einige Löcher von Insekten drin die aber nicht mehr bewohnt sind.Nun zur Frage:Mit was kann ich diesen wichtigen Holzbalken von aussen behandeln?Farbe offenporig oder so???



Wenn der Holzwurm schon einmal da war ...



... dann ist selbstverständlich eine Behandlung erforderlich; immer jedoch mit offenporigen Mitteln, insbesondere da es sich um einen Außenanstrich handelt (keine Dampfsperre schaffen).
Mehrere Faktoren sind zu beachten: Holzart, Gebäudeart (Scheune oder herrschaftliches Schloss), Umfeld (Nachbarhäuser), Fischerkate oder Almhütte, eigener Geschmack, ggf Meinung der Denkmalpflege.
Nur mit welchem Mittel ??? Da habe ich auch meine Probleme. Holzschutzmittel kann man heutzutage schon fast zum Suppe kochen benutzen, die Wirksamkeit ist nicht mehr die von früher.
Ich hoffe auf Empfehlungen anderer Forum-Teilnehmer!
Gruss Jens Spethmann



Holzschutz



Guten Tag,
wen der Wurm drin war, es aber nicht mehr ist (Altschaden) dann muß auch nicht bekämpft werden. man muß nur noch prüfen ob der Querschnitt weiterhin tragfähig ist. Bei aktiven Befall und tragenden Bauteilen muß mit einem Bauaufsichtlich zugelassenem Bekämpfungsmittel behandelt werden. Meist ist eine Kombination von Anstrich und Bohrlochtränkung sinnvoll. Um festzustellen ob ein aktiver Befall vorliegt brauchen sie einen Fachmann. Zu wirkstoffreien Anstrichen hat Herr Spethmann das Wichtigste ja bereits gesagt. Bitte suchen Sie noch alte Forumsbeiträge von mir, Martin Malangeri und Hans-Joachim Rüpke durch. dan haben Sie, glaube ich, schon eine gute Hintergrundinfo zu Ihrer Frage. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



farbe



mir haben sich zwar auch alle nackenhaare aufgestellt, aber letztlich hat mich mein Maler überzeugt: wenn Holzschutz nötig ist (das ist bei meinen Balken der (be-)fall, dann gibt es eigentlich keine safte lösung. im denkmalbereich erlaubt der gesetzgeber nach wie vor die verwendung von bleiweiß, ziemlich giftig, zugegeben, aber relativ unschädlich, wenn die Farbe erst einmal trocken auf den balken sitzt (vorsicht nur beim späteren schleifen). deckfarben waren dann offenporige anstriche auf leinölbasis ("ochsenblut"). mein lieblingswinzer hat mir, als wir über dieses thema heftig stritten, mal erklärt, dass eines der schlimmsten gifte reinstes wasser ist: wer destilliertes wasser trinkt, bringt sich um. trotzdem bleibt mein ungutes gefühl im nacken. bitte weiter diskutieren!
gruß günter flegel, wagenhausen



RAL- Gütezeichen



Ich verwende immer offenporige Holzschutzlasuren mit RAL-Gütesiegel!
z.B. Dauerholzschutzlasur von Xyla

Diese Mittel können nämlich nicht zum Suppe kochen benutzt werden! ;-))



Bleiweiß



@Flegel:
Mich würde interessieren, wo man Bleiweiß kaufen kann! Ich möchte mein Haus besser schützen.
Vielen Dank im Voraus.
Klaus





hallo klaus, bleiweiß werden sie im fachhandel als privatmann nicht bekommen; es steht im giftschrank. über eine im bereich Denkmalschutz erfahrere malerfirma geht's. einfach mal umhören
gruß günter flegel



Nicht Kraut und Rüben durcheinanderbringen!



Vorsicht!
Wenn das Holz gestrichen werden soll (optische Verschönerung, Schutz vor UV-Strahlung gegen vergrauen etc.) dann sind Anstriche (dampfoffene Produkte) die richtige Lösung.
Für den Bereich des Holzschutzes gibt es Holzschutzmittel. Diese Mittel beinhalten Wirkstoffe gegen Insekten und Pilze, sind aber keine Anstriche zur Oberflächenbehandlung!
Sind in einer Holzkonstruktion holzzerstörende Insekten aktiv, ist u.U. eine Bekämpfung der Insekten nötig (hängt davon ab, um welche Art Insekten es sich handelt!).
Für die Bekämpfung gibt es zugelassene Bekämpfungsmittel, die entsprechend verarbeitet werden müssen. Weiters gibt es noch die Möglichkeit holzzerstörende Insekten z.B. mittels Heißluft abzutöten.
Die Bekämpfung ist auf jeden Fall Sache eines Fachmannes oder Fachbetrieb, da es sich hierbei um Gifte (zumindestens für die Insekten muss das Mittel giftig sein, sonst wirkt es nicht!) handelt, die nicht frei am Markt vertrieben werden dürfen!

Also Zusammenfassung!
Holzschutzmittel sind keine Farben und können auch nicht als solche verwendet werden. Die Anforderungen an Holzschutzmittel sind auch ganz andere als an Farben und Anstriche.
Das selbe gilt umgekehrt.

Gruß aus Salzburg




Farbe oder Holzschutzmittel???



@DI. Bernhard Schachenhofer
Vielen Dank für die Infos!

aber kann man das Holzschutzmitten, was der Flennder unten beschreibt zum Anstreichen des Fachwerks nehmen? Das ist doch ein Holzschutzmittel und keine Farbe, oder irre ich mich?



Kenne Bleiweiß nicht als Holzschutzmittel!



Mag sein, dass Bleiweiß im Denkmalbereich vielleicht noch verwendet wird, ich weiß aber nicht wie weit es in Deutschland zugelassen ist (als Anstrich; als Holzschutzmittel sicherlich nicht);
Würde empfehlen Balken mit zugelassenem Holzschutzmittel behandeln (Zulassung steht im Holzschutzmittelverzeichnis; ich denke in Deutschland gibt es das verzeichnis bei der DGfH; das österreichische kann man sich im Internet von der Holzforschung Austria unter www.holzforschung.at unter Service kostenfrei herunterladen).
Bekämpfungsmittel gegen Insekten (sehr viele gibt es da nicht) werden nur bedingt an Privatpersonen abgegeben; Kleingebinde sind jedoch tlw. bei den Herstellerfirmen zu beziehen.
Anschließend würde ich die Balken mit einem offenporigen Anstrich, der sich mit dem Behandlungsmittel verträgt Streichen (Angaben über geeignete Produkte gibts beim jeweiligen Holzschutzmittelhersteller)

Gruß aus Salzburg





hallo, wie gesagt: bleiweiß ist als holzschutzmittel/anstrich nicht mehr zugelassen, darf aber im denkmalbereich noch verwendet werden, da es hervorragend geeignet ist, hölzer dauerhaft zu erhalten. vor allem ist es eine sehr gute basis für alle leinölanstriche. dazu der link mit allen hintergrundinformationen: http://www.kremer-pigmente.de/bleiweiss.htm



Bleiweiß ist das Beste für Fachwerk!



Vielen Dank für den invormativen Link Herr Flegel!
....Bleiweiss schützt die Farbe selbst und darunterliegende Stoffe wie Holz vor Pilzen, Bakterien und Insekten.....

Bleiweiß scheint ja ideal für Fachwerk zu sein!
Jetzt verstehe ich auch, warum die vielen Fachwerkhäuser bis heute Insekten und Pilze überlebt haben!
Mit den lächerlichen Mittelchen, die es heute in baumärkten zu kaufen gibt, kann kein Fachwerkhaus erhalten bleiben!
Für mich steht fest, daß ich nur noch Bleiweiß benutzen werde! Mein Haus (von 1730) hat nämlich schon in den letzten 30 Jahren wegen des fehlenden Bleiweißes Schaden im Schwellenbalkenbereich genommen! Ich nehme an: Pilzbefall!



Wer verkauft Bleiweiß?



Ich vergaß noch zu fragen, wo man dieses Mittel bekommen kann. Vielleicht über das Internet?



bleiweiß



nö, übers internet werden sie bleiweiß nicht bekommen; wie gesagt, es ist eigentlich geächtet. sie müssen ein im denkmalbereich erfahreren putzer/maler fragen, am besten einen, der seinen Kalk und seine kaseinfarben noch selber anrührt; der kann ihnen bleiweiß besorgen. bloß vorsicht beim verarbeiten, das zeug ist wirklich nicht ganz ohne. mit mundschutz und handschuhen arbeiten, das holz, insbesondere frisches, vorher ordentlich nabbürsten und am besten noch mit salmiak abwaschen, damit die farbe besser greift.
gruß günter flegel, wagenhausen (bleigeweißtes fachwerkhaus)



Achtung, Diskussion geht in die falsche Richtung!



Bleiweiß ist ein Schwermetallanstrich, der wohl eine sehr gute Haftung hat und auch eine gewisse Wirksamkeit gegen Pilze und Insekten (gilt jedoch nicht als Holzschutzmittel).
Hinsichtlich der Umweltproblematik sind Schwermetallanstriche allerdings bedenklich und soweit man weiß auch cacerogen!
Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin nicht generell gegen den Einsatz von "Gift" im Bereich des Holzschutzes, doch muss man doch hinterfragen, ob man mit anderen Mitteln und Maßnahmen nicht den selben zweck erreicht (Stichwort baulichter Holzschutz, Behandlung der befallenen Teile mit alternativen Methoden, z.B. Heißluft bzw. mit unbedenklicheren Präparaten z.B. Borprodukte.
Mein Standpunkt ist der, dass ich Gift gezielt und in ausreichender Menge dort einsetze, wo es notwendig ist. Wenn ich allerdings mit umweltschonenderen Verfahren, bzw. mit gezielter baulicher Vorbeugung den selben Zweck erreiche, verzichte ich gerne (auch als verarbeitender Betrieb) in Hinsicht auf meine und auch anderer Leute Gesundheit auf den Einsatz von giftigen Chemikalien und Anstrichen!
Dies nur als Denkanstoß!
Gruß aus Salzburg





sie haben recht, herr schachenhofer, gift sollte das letzte mittel sein. bei meinem haus stellte sich das problem eines vielfältigen schädlingsbefalls, zum teil noch aktiv, zum teil längst mumifiziert. um eine verbreitung der schädlinge zu verhindern, entschieden wir uns für das bleiweiß im außenbereich. sichtbare befälle innen haben wir mit Borsalz behandelt.
gruß günter flegel



Borsalz?





Entschuldigung daß ich noch mal fragen muß:
Mit "sichtbare Befälle" sind wahrscheinlich Pilze bzw. Schwämme gemeint!
Wo bekommt man gutes und wirksames Borsalz?
wäre es zweckmäßig, von innen in den befallenen Schwellbalkenbereich mit einem sehr dünnen Bohrer in dichten Abständen Löcher zu bohren, damit das Salz tief in den Balken eindringen kann?
MfG Klaus





www.kreidezeit.de, www.leinos.de, www.naturfarbenshop.com ....
oder mal vor ort im farbengeschäft/großhandel fragen (preise differieren stark!).
borsalz ist nicht viel giftiger als kochsalz, aber als vorbeugender holzschutz hoch wirksam. keine schädlichen gase etc... die bohrlösung für bohrsalz ist gut;ich hab darauf verzichten können, weil in den balken schon genug löcher waren.
günter flegel



Gift und Gift



Guten Tag,
Herr Schachenhofer hat die wesntlichen Punkte klargestellt, auch wen sich die anderen Teilnehmer dieser Diskussion ein wenig streuben sie anzunehmen. Bleiweiß ist verboten! -weil es sehr giftig ist. Holzschutzmittel enthalten natürlich auch Gift, sonst würden sie ja nicht wirken. Zugelassene Holzschutzmittel sind aber auf Wirksamkeit, Gesundheits- und Umweltschutz geprüft. Das deutsche Holzschutzmittelverzeichnis gibt es beim Erich schmidt Verlag, für teure ca. 27 Euro. Da haben uns die Östereicher etwas voraus. Pilze lassen sich im Holz überhaupt nicht bekämpfen, sondern das Holz muß mit Sicherheitsabstand gesundgeschnitten werden.
Letzte Randbemerkung: Die Dosis macht das Gift, wen ich unmengen von Kochsalz esse kann ich mich auch vergiften.
mfG. Ulrich Arnold
PS Für tragendeBauteile muß ein Mittel mit bauaufsichtlicher Zulassung verwendet werden, fürnicht tragende Bauteile kann auch ein RAL geprüftes Mittel verwendet werden (Nur aufpassen wogegen es eigentlich wirken soll. Ein Bläueschutz wirkt nicht gegen zerstörende Pilze und Insekten usw.)





hilfe,

ist altes ochsenblut auf balken giftig??
einefrau ist auszezogen und hat geklagt erfolgreich, ich wollte gern dort einziehen habe aber jetzt bedenken???!!
was kann man dagegen machen???
lg sandra



wo GIBTS BLEIWEISS???



HILFE LEUTE!! ich kann bleiweiss nirgends herbekommen..habe überall gesucht und nirgens bekomme ich es !! bitte helft mir!! wohne in freudenstadt!! bitte helft mir!! bitte





Hoffentlich nirgends !



ja



Stimme Hr. Lingl zu. Das ist doch wieder eine von den Diskussionen, wo die Leute auf einem Auge blind werden. Nur weil Bleiweiss früher verwendet wurde ist es gut, dass Blei ein giftiges Schwermetall ist, wird dann zur Nebensache.
Gleichzeitig wird über geprüfte chemische Holzschutzmittel geklagt. Da passt doch etwas nicht zusammen!
Bekämpfende Holzschutzmaßnahmen gehören nicht ohne Grund in die Hände von Fachleuten. Wenn ich auf einen Pilz Borsalz streiche oder Bleipigmente aufstreiche habe ich etwas nicht richtig verstanden.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Bleiweiss - machs doch selber



Aus dem antiken Herstellungsverfahren entwickelte sich im Laufe der Zeit das heute bekannte holländische Loogenverfahren. Die Loogen sind Oxidationsräume, in denen bis zu zehn Tonnen Bleiplatten, eingepackt in Steinzeugtöpfe - eingestellt in Pferdemist und Lohe -, der Einwirkung von Wärme, Essigsäure und Luft ausgesetzt worden sind. Nach etwa vier Wochen war die Umsetzung von metallischem Blei in das weisse basische Bleicarbonat beendet. Es wurde aus den Töpfen geschlämmt, getrocknet und gemahlen. Die Güte des Pigmentes war von der Reinheit der verwendeten Bleiplatten abhängig.
In dem Klagenfurter Verfahren treten Weintrester, Bierhefe oder gärungsfähige Obstsäfte an die Stelle von Essig. Diese Herstellungsmethode verläuft langsamer, soll aber zu einem reiner weissen und besonders lockeren Produkt führen. Auf diese Weise ist das erste so genannte Kremserweiss hergestellt worden, dass dann unter Zusatz von Bleiacetat oder Pflanzenleimen zu Hütchen oder kleinen Blöcken gepresst, in den Handel gebracht worden ist.
Im Jahr 1839 wurde von Gustav Dietel in Eisench zum ersten Mal das deutsche Kammerverfahren praktiziert. Dabei werden ca. 1mm dünne lange Bleilappen in grossen gemauerten Räumen auf Holzgestelle gehängt und einer Atmosphäre von Luft, Kohlendioxid, Wasser- und Essigdämpfen in bestimmter Dosierung ausgesetzt. Das Blei wird zuerst chemisch in basisch-essigsaures Blei und später dann in basisches Bleicarbonat umgewandelt. Der Bleiweissschlamm wird dann gewaschen, gesiebt, getrocknet und gemahlen.

Heute sind die diese unwirtlichen Verfahren abgelöst durch Fällungsverfahren, bei denen die Gesundheit der Arbeiter weniger gefährdet wird und die gleich bleibenden Produkten führen. Blei und Bleioxide werden dazu in Essigsäure gelöst, und aus dieser Bleiacetatlösung wird durch Eindrücken von Kohlendioxid das Pigment ausgefällt. Anschliessend wird auch hier gewaschen, getrocknet und gemahlen.

Dieses Bleiweiss einfach in Leinöl einrühren und verstreichen.
Ich verstehe nur nicht warum man Hölzer weiss streicht, ich würde mir in Spanien oder so ein Holzschutzmittel mit Lindan in der passenden Farbe besorgen.





Nur weil Bleiweiß heute aus Fällung hergestellt wird ist es nicht weniger schädlich als früher ! Es ist und bleibt ein hochgiftiges Schwermetall !
"Das Bleiweiß einfach in Leinöl einrühren und verstreichen", das ist eine dumme Antwort- und was passiert in ein paar Jahren bei einem Überholungsanstrich ?
"... ich würd mir in Spanien oder so ..., diese Antwort möchte ich auch mit dem Wort Dummheit umschreiben, was anderes fällt mir dazu nicht ein ! Hoffentlich nimmt kein Laie so etwas ernst und richtet sich danach !