Sockelabdeckung mit Blech

09.05.2013



Hallo,

in http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/putz-zementputz-105145.html fand ich von Herrn Wolgast den Hinweis:

> Wenn der Sockel vorsteht, wäre eine Blechabdeckung (Zinkblech)von Vorteil, die sollte aber ein Fachmann herstellen.

Wie sieht eine fachgerechte Abdeckung aus?

Der typische Aufbau wäre wohl:
* Lattung anbringen,
* darauf Blech montieren,
* mit Dichtmasse oben abdichten.
* unten mit Abtropfkante

Es handelt sich um einen Sockel aus Bruchsandstein, der teils vor Jahrzehnten schon verputzt wurde - höchstwahrscheinlich mit Zementputz, also angeblich Gift für den Sandstein.



Verblechung



Sind Sie sich sicher das Sie mit Dichtmasse die Fuge zwischen Wand und Blech dauerhaft dicht kriegen? Ich glaube nicht. Deshalb:
Holen Sie sich lieber einen Dachklempner und lassen den das machen. Der weiß wie man so ein Blech anfertigt und montiert. Selber machen ist hier in dem Fall nicht angebracht.
Wie sieht denn der seit Jahrzehnten mit Zement vergiftete Sandstein jetzt aus?

Viele Grüße





Das Blech will ich tatsächlich den Blechner machen lassen - aber diesmal wüsste ich gerne vorab, wie's richtig gemacht wird, denn der Blechner soll retten, was der andere Handwerker verbockt hat.

Ausgangssituation war ein Vorhaus-Anbau. Bei der Gelegenheit wurde die Südseite ganz freigegraben. Die 60 cm Bruchsandsteinwand von 1890 stehen direkt auf dem Lehm. Untergraben und echte Feuchtigkeitssperre standen nicht zur Frage: zu riskant, zu teuer und unnötig, da der Keller Keller bleibt.

Der Handwerker hat mit Leichtputz erst mal die Wand egalisiert. Welcher Putz? Weiss ich nicht, vermutlich sowas wie Maxit 18 E - Leichtputz, um relativ schnell relativ dick Putz auftragen zu können.

Darauf hat er Mapei Dichtschlämme als Feuchtigkeitssperre aufgetragen - ungeeignet wegen dem rissgefährdeten Untergrund. 2K-Bitumen wär' besser gewesen.

Darauf hat er in Ring-Wulst-Technik Styroporplatten (mit Zulassung) als Perimeterdämmung aufgeklebt. Allerdings hat er so wenig Klebemörtel verwendet dass die Platten nach zwei Jahren erste Risse zeigen - speziell im Übergang zum bisherigen, verputzten Sockel. Denn da wurde das Armierungsgewebe nicht über den Sockel drüber gezogen, sondern nur angeputzt.

Jetzt soll ein Kupferblech drüber, damit in die Risse keine weitere Feuchtigkeit eindringt - mit Kellerfensternischen und Zierrahmen der Kellereinfassung eine Fummelarbeit.

Bei der Gelegenheit wurde auch eine Drainage und Kiesschüttung gelegt. Was jetzt noch an Feuchtigkeit in die Wand kommt, das kommt von unten.

Mit dem Putz habe ich bisher ansonsten keine Probleme beobachtet. Ich kenne das Haus erst seit zehn Jahren. Da wurde schon vor deutlich mehr als 10 Jahren der Sockel neu verputzt. Das hält eigentlich, oder die Schäden sind nicht bemerkbar.

Wo ich Schäden am Sandstein sehe, das ist eher durch den Farbanstrich, wo darunter der Sandstein verwittert. Ebenso ist ringsum eine Sandstein-Abtropfkante, die von der Wand weg, aber auf den Sockel tropft, die bröckelt: gestrichen, geflickt mit diversen Putzarten.

Ich gehe davon aus, dass das Blech nochmals mit einem Abdichtblech an der Wand entlang überdeckt wird - aber dieses Abdeckblech selbst wird wiederum mit Dichtmasse zur Wand hin abgedichtet.



Tipp



Kupferblech ist sehr beliebt bei den illegalen Exporteuren !





Zinkblech sieht scheiße aus.

Und an der geplanten Stelle ist nicht nur das Blech gut sichtbar, sondern auch ein Diebstahl gut zu beobachten.

Die Kupferdachrinne hängt jedenfalls, noch.



Wenn ich die Beschreibung ...



... richtig verstanden habe, kann der Anschluss der Metallabdeckung des Sockels an das aufgehende Mauerwerk nur mittels einer aufgesetzten Kappleiste mit vorkomprimiertem Dichtband und Fugendichtstoff hergestellt werden.

Die aufgesetzte Kappleiste sollte mindestens alle 25 cm mit nichtrostenden / korrosionsgeschützen Befestigungsmitteln erfolgen.
Weiterhin ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Dichtstoff nur an zwei Flanken haftet, denn anderenfalls können unterschiedliche Bewegungen nicht langlebig aufgenommen werden, so dass es frühzeitig zu Schäden kommt.

Auch die Wahl des Dichtungsstoffes ist maßgeblich für den Erfolg.
Am eigenen Objekt haben wir gute Erfahrungen mit saBesto "Stein- und Fassadendicht" von Würth (http://wueko.wuerth.com/medien/produktinfo0000/pdf/00175.pdf) und SUPER FIX 1-K-Hybrid-Kleb-Dichtstoff von Bostik (http://www.bostik.de/uploads/tx_approductdb/SuperFix.pdf) gemacht.

i. V. Dirk Meisinger



Blech einlassen



Falls der Platz das zuläßt,ist es auch möglich mit der KS die Schwelle im Winkel einzuschlitzen und das Blech dort einzuschieben ,entweder auf dem Sockel "aufkleben" oder das Blech von unten im Schlitz mit z.b Bleiwolle fixieren.

Grüße Martin



Sockelabdeckung



das ist eine Arbeit für einen Klempner (je nach Landschaft auch Spengler, Flaschner oder Blechner genannt).
Die Unterkonstruktion (UKo) sollte aus Holz (Ta/Fi) sein.
Die Befestigung indirekt, d.h. die Unterbleche werden mit entsprechenden Befestigungsmitteln auf der UKo befestigt; die Deckbleche werden eingehängt und eingefalzt. Es gibt keine sichtbaren Befestigungen! Alles andere ist Murks.
Der Anschluss am aufgehende Mauerwerk kann mit einer Anpressleiste (keine industriell gefertigte Kappleiste) und Kompriband (ebenfalls wie o. beschrieben befestigt) hergestellt werden. Oder das Blech wird in einer Lagerfuge eingelassen.
Als Material empfiehlt sich Bleiblech mit 2 mm Stärke und die Lagerfuge mit Bleiwolle zuzustemmen.
Das passt m.E. am besten zu historischen Gebäuden, ist aber die handwerklich aufwendigste und anspruchvollste Arbeit.
Es sind auch andere Lösungen möglich, dazu sind aber detaillierte Angaben erforderlich. GGfs. Mail schreiben.
Viel Erfolg.
SG



Mauerabdeckung,



da gebe ich Herr Esztermann recht, Bleiblech empfielt sich da, aber mind. 2mm dick.
Wenn Ihr Sockel sehr uneben ist würde ich schon ein Schallbrett vor der Blechabdeckung montieren.
Sollte das Schalbrett imprägniert sein, ist noch eine Trennlage zwischen Holz und Blech vorzusehen, auch zwischen Sockelstein und Blech wenn keine Holz verwendet wird.

Wenn der Sockel halbwegs glatt/ebenen ist, reicht ein weit genung gekantetes Vorstoßblech aus Stahl/ Edelstahlblech was auf den Sockel montiert wird, darauf dann das Abdeckblech.
Auf Dichtmassen würde ich auch verzichten und das Blech in der Wand / Fuge einlassen und mit Bleiwolle verstemmen.
Allerdings funktioniert dies nur in Steinfugen, bei Holzfugen( in und unter Schwellhölzer) wird die Bleiwolle wieder herausfallen. Dann gibts da noch zwei verschiedene Sorten Bleiwolle grobe (Lametta) und feine, mit der feinen lässt sich die Fuge besser und schöner (Optisch)verstemmen.

Das Blech wird jedoch nicht mit der Bleiwolle fixiert, dass Erfolgt durch vorher eingetriebene Bleikeile, Hafterbleche und dem Vorstoßblech.

Bleche auf dem Sockel anzukleben, halte ich für nicht richtig. Das kann Probleme mit der Blechdehnung geben, so das sich das Blech beuelt, wieder vom Sockel löst oder es Risse im Blech gibt.

Befestigungspunkte sollten verdeckt ausgeführt werden und auf das Dehnungsverhalten der Bleche muß auch geachtet werden.( bitte nicht alle Stöße/ Überdeckungen Zusammenlöten und keine zu großen Blechzuschnitte)

Bild: Schloss Bervern / Bleiblechabdeckung auf glatten Sandsteinsockel mit Trennlage. Fuge mit Bleiwolle verstemmt.

Mit Grüßen
Danilo



Und



noch ein Bild:
Bleiblechabdeckung in Duderstadt/Unterkirche
Fuge auch mit Bleiwolle verstemmt.

Mit Grüßen
Danilo



Ein Bild



noch: Schloss Bevern
Bleiblechabdeckung: Befestigung des Bleches mit Haftern, Bleikeile in der Fuge und dem Vorstoßblech.( nicht sichtbar )

Mit Grüßen
Danilo





Danke, vor allem für das Bildmaterial.

Das sieht so recht ansprechend aus. Ein Problem der Unterkonstruktion ist deren Höhe - denn das Blech soll ja nicht die Funktion der Kellerfenster behindern.

Ist Blei auf einem Sockel direkt neben dem Eingangsbereich sinnvoll? Das können unsere/andere Kinder ja abzupfen oder mit irgendwelchen Gegenständen einritzen.



Hallo Danilo



Danke für deine Korrektur meiner Laienversuche ,das Bleiwolle im Holz nicht hält ,war mir nicht bewußt.

Meine beschriebene Ausführung hab ich mal bei einem Dachdecker gesehen,anscheinend auch ein Laie....

Grüße Martin



UKo + mögliche Beschädigung



Danilo hat da ja schöne Beispiele eingestellt.
Ob der Platz ausreicht, kann ich ohne nähere Angaben nicht beurteilen.
U.U. reicht ja eine Keilbohle.
Jedes Material sollte eine UKo haben und am Überstand ein Vorstoßblech z.B. vz. Eisenblech 1,5 mm. Das ist dann sehr stabil.
Blei ist zwar sehr weich, aber auch Zink- und Kupferblech (die in der Regel eine Stärke von 0,6…0,8 mm haben) sind nicht die härtesten Materialien und empfindlich gegen Ritzen.
Kaputt kann man alles machen.
Eine fachgerechte Bleiabdeckung ist ausreichend stabil.



Ganz genau,



so wie es Herr Esztermann schon schrieb, eine Bleiblechabdeckung 2mm stark die vernünftig am Vorstoßblech eingehängt/gefalzt ist wird man so einfach nicht wieder abbekommen. Das mit dem einritzen (Kerbeffekt) kann durchaus zum Problem werden. Genauso wenn das Blech nicht flächig aufliegt, da kann schon ein kleiner Hagelschlag große Beulen verursachen (gilt für alle Bleche).

(Auf der Bleiabdeckung an meinem Haus saßen die Kinder immer drauf und hatten hinterher ganz dreckige Hosen. Jetzt sitzt keiner mehr drauf.....:-)

Mit Grüßen
Danilo