Blähton ja oder nein?

19.04.2012


Schönen guten Abend an alle,

eine Frage: wir haben einen alten Bauernhof saniert und die Wände im EG sind noch sehr feucht.
Um die Nässe und die damit verbundenen Ausblühungen in den Griff zu bekommen wurde uns von 2 Handwerkern eine Vorwand (Stein) 10cm dick empfohlen und den Zwischenraum mit Blähton aufzufüllen. Ein dritter sagt nun lieber nichts dazwischen füllen sondern Luft lassen.
Zur Info es handelt sich um Natursteine und Ziegel im Mix, die so unterschiedlich liegen, das wir sowieso eine Vorwand bauen müssen, da Verputzen nicht so ohne weiteres möglich ist.
Bitte keine Beiträge zum Thema Trockenlegung oder nicht, das ist hier nicht das Problem. Auch um Wärmedämmung geht es mir nicht, die erfolgt unabhängig davon.
Wirklich nur die Frage Blähton rein oder nicht? Hilft das gegen die vorhanden Feuchte im Mauerwerk, oder können wir uns das im Endeffekt sparen und einfach nur Luft lassen?
Was passiert mit dem Blähton eigentlich wenn er feucht wird?
Ein paar Meinungen wären schön.
Vielen Dank!!!



Ich halte...



...diese stückhafte Herangehensweise (jeder Handwerker lässt sich was für sein Fachgebiet einfallen) für stark fehlerbehaftet.

Interessant wäre z.B., woher die Feuchte kommt, welche Nutzung und Heizung künftig erfolgen wird, wie die zukünftige Dämmung ausgeführt werden soll, und wieso Ihre Wand nicht direkt verputzbar sein soll.

Alles in allem nix für handwerkliche Spezialisten, die oft Scheuklappen haben (Welcher Maurer versteht schon etwas von Heizung und Raumklima). Ihr braucht eine Sanierungskonzeption von einem einschlägig erfahrenen Planer.

Um auf die Frage zurückzukommen. Ja, nein oder was ganz anderes; das kommt ganz drauf an.

Wo steht denn Euer Hof?

Grüße

Thomas



"....Interessant wäre z.B., woher die Feuchte kommt..."



siehe forum 171975 ?

wenn's seit August 2011 immer noch feucht ist, würde ich nicht denken, das eine Vorsatzschale die richtige Lösung ist, mit oder ohne Blähton.

'Was passiert mit dem Blähton eigentlich wenn er feucht wird?'
eigentlich nichts, siehe Blumentopf. Solange die Wand feucht ist wird der Blähton feucht sein, wenn sie trocknet, wird auch dieser trocken. Der ist ja einigermaßen kapillaraktiv und kann die Feucht dahin bringen, wo sie vorher noch nicht war. Ob sie dort abtrocknet oder die Vorsatzschale auch durchnässt, abkühlt und der Schimmel wächst, hängt von anderen Dingen ab (Feuchtigkeitseintrag, Temperatur, Belüftung......)

Gruß Götz



Pardon,



Blähton (Liapor, Maxit Clay etc.) ist eben nicht mit Seramis vergleichbar. Blähton ist versintert, weil höher gebrannt, und hat keine Kapillaren.

Das Wassertransportvermögen ist somit sehr begrenzt.

Grüße

Thomas





richtig, Seramis ist durchgehend rot, Blähton innen dunkel bis schwarz.
Das ändert aber nichts daran, dass Blähton eine ökologische Nische in der Gärtnerei, insbesondere bei Hydrokultur, gefunden hat, lange bevor es Seramis gab.
(Ich hab ein Teil meines studentischen Labens mit dem Schleppen und Verteilen der verschiedenen Pflanzsubstrate verbracht)

Die Hersteller von Blähton bewerben beides: z.B. hier

http://www.fiboexclay.de/pages/Blaehton.html

ist nebenbei auch viel billiger, als Seramis.

Vielleich kann man der Frau mit den Resten vom Bau nun endlich mal eine Freude machen!



Auch dieser Hersteller...



...unterscheidet zwischen Bauprodukten und Pflanzsubstraten.

Was da nun genau welche Eigenschaften hat, ist auf der Homepage nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Eine wesentlicher Vorteil versinterter Blähtone ist jedenfalls, daß sie Wasser nicht oder nur sehr wenig aufnehmen und transortieren können.

Grüße

Thomas



Blähton ja oder nein



Erstmal stellt sich die Frage, wo die Vorwand erstellt werden soll? Innen oder Aussen?
Zunächst sollte die Ursache der Feuchtigkeit ergründet werden.
Dann besteht auch die Möglichkeit, welche auch platzsparend ist, die Vorwand mit z.B. mit stauss Fassadengewebe anzufertigen und zu verputzen.
Das Ziegeldrahtgewebe wird (wenn innen) frei vor die betreffende Wand gespannt und verputzt.
Fertig verputzt kommt diese Verblendung einer Ziegelwand gleich.
Vorallem ist der Aufwand nicht nur wesentlich geringer als das vermauern von Ziegeln, sondern die Verblendung wirkt sich auch platzsparend aus, da die Verblendung ca. 3 cm aufträgt.
Ob Blähton oder nicht der Wand verwendet werden soll, hängt im wesentlichen von der Nutzung des Raumes und den baulichen Gegebenheiten ab. Eine sorgfältige Materialauswahl basierend auf Luftkalkmörtel ist wegen seiner Vorteilhafter Eigenschaften zu empfehlen.

Grüsse Thomas





Also die Wand soll innen gebaut werden. Es geht auch nicht darum wo die Feuchte herkommt, das wissen wir und das wird schon bekämpft. Es geht darum, das wir innen Wände versetzt haben und nun starke Absätze entstanden sind, wir müssen also so oder so eine Vorwand bauen, da das nicht zu verpuzten geht bzw. erheblicher Mehraufwand ist. Außerdem wird ein Haus ja nicht in 2 Monaten trocken.
Die Vorwand erscheint uns daher eine wirklich gute Lösung zu sein, das Haus kann in Ruhe trocknen und uns fällt nicht der Putz andauernd ab.
Es war also nur die Frage sollte man in den Zwischenraum Blähton einbringen um die Vorwand zu schützen? Oder ist das nicht nötig?




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