OSB schwimmend

09.02.2005



Geehrtes Forum

Da hier ja offensichtlich viele kompetente Holzfachleute unterwegs sind, mal eine bautechnische Frage.

Ich möchte im teilunterkellerten Erdgeschoss eines Altbaus, einen schwimmenden Boden aus OSB Platten verlegen. Es handelt sich um 4 Räume und einem Flur auf etwa 65 m² verteilt.

Das Haus ist nicht feuchtegefährdet, das Grundwasser liegt weit unterhalb der Kellersohle. Diese etwa 4,5 m unterhalb der geplanten Fußbodenhöhe. Der Aufbau des Bodens von unten nach oben, sieht wie folgt aus: Erdreich, 15cm kapillarbrechende Schicht (gewaschener Kies, Körnung 18-35 mm), Trennlage, 20 cm Dämmschüttung (Blähton). Innerhalb dieser Dämmschüttung verlaufen teilweise Installationen. Von einer ausreichenden Verdichtung (und daher keinen unkontrollierten Setzungen) darf ausgegangen werden.

Ich würde die Platten gerne direkt auf die Schüttung legen, ohne eine Unterkonstruktion. Am Rand beim Verlegen natürlich verkeilen, um einen Abstand zur Wand zu gewährleisten, und ferner die Platten miteinander gut zu verleimen, so dass sich der Bodenbelag als zusammenhängende Scheibe ausbildet.

Hat jemand so was schon mal gemacht, oder kann mir sonst dazu Ratschläge geben?

MfG und vorab vielen Dank



Blähton



Wirklich ausreichend trockenen Blähton in dieser Jahreszeit zu bekommen, ist laut Aussage unserer Lehmbauerin momentan anscheinend etwas schwierig. Im Zweifelsfall den Blähton bei mehrfachem umwühlen Zeit zum Durchtrocknen geben!
Die OSB-Platte ausreichend stark wählen, unter 22 mm würde bei mir nix gehen.
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri



re



Hallo

Vielen Dank für die Antwort, Martin Malangeri. Ich hatte nicht beabsichtigt unter 22 mm zu gehen, und der Blähton hat auch Zeit zum Austrocknen.

Trotzdem bleibt meine Frage nach der bautechnischen Ausführung (ohne Unterkonstruktion > Verleimen > Scheibe ausbilden) offen.

Vielleicht können Sie sich, oder auch jemand anderes, dazu noch äußern.

MfG



mhm, nun ja....



Blähton ist kugelig und wenn die Platten als Scheibe ohne U-konstr. verlegt werden sollen ist das Zeug etwas schwierig im Zaume zu halten, Ich würde mir wahrscheinlich dünne, lange Leisten schneiden und diese Holzleisten ausnivelliert in die Schüttung legen, anschließend darauf mit einer langen Richtlatte abziehen. Die erste und die letzte Platte sind die schwierigsten, dazwischen benötigt man etwas Geduld und eine Sammlung gutsortierter Flüche.
Ich nehme mal an, dass die Platten anschließend noch endbehandelt werden sollen (Öl/Wachs, Lack o. ä.). In dem Fall würde ich direkt geschliffene OSB nehmen, die sind nur unwesentlich teurer. Die glänzende Oberschicht einer ungeschliffenen OSB sind nämlich eigentlich nur die Kleberreste, die sowieso runter geschliffen werden müßten, damit die Platte topfeben wird und eine Oberflächenbehandlung möglich wird.



re



Vielen Dank für ihre nützlichen Ratschläge

MfG



OSB schwimmend



Hallo,

wir haben solch einen ähnlichen Bodenaufbau in unserem Fachwerkhaus mit verleimten Verlegeplatten, darunter Hartstyropor und Folie, darüber Perlit und Holzfußboden.
Bei Interesse gebe ich gerne Einzelheiten weiter.
Grüße

Richard Lehner



re



Hallo

Ja, danke, interessiert mich. Beschreiben Sie doch mal die Einzelheiten

Bei dem von mir beschriebenen Aufbau habe ich mittlerweile ein weiteres Problem erkannt. Dass nämlich im Fall einer starken punktuellen Belastung in der Nähe von Plattenstößen, die Platten an dieser Stelle einknicken könnten, da Nut und Feder hier die Belastung nicht so gut aufnehmen. Um dieses Problem zu beheben, möchte ich stoßversetzt zwei Lagen verlegen, dann eben jeweils dünner.

MfG



OSB schwimmend



Hallo,

dies mit der punktuellen Belastung ist bei unserem Bodenaufbau überhaupt kein Problem. Der Untergrund mit 5cm starken Hartstyrodur (verklebt) ist schon sehr steif und belastbar. Die starken Verlegeplatten (min.22mm) liegen flächig auf dem Styrodur auf. Auf die Verlegeplatten schraubten wir Kanthölzer 6x6 cmm, zwischen die Kanthölzer Perlite als Dämmung und am Schluß schraubten wir unseren Holzfußboden (Nut und Feder) auf die Kanthölzer. Eine punktuelle Belastung z.B. durch ein Klavier verteilt sich so auf eine große Fläche und verursacht keine Senkungen oder Brüche im Untergrund. Wichtig war uns die Feuchtigkeitssperre zum Untergrund, deshalb einmal als erste Lage eine starke Kunststofffolie mit einwandfreier Anbindung an die Feuchtigkeitssperre der Wand und anschließend die gut verklebte Styrodurschicht.

Bei eigener sorgfältiger Ausführung solch einer Konstruktion kann kaum etwas schief gehen.

Viel Erfolg!

R.Lehner



re



Hallo

Danke für die Beschreibung, hat mich einfach auch mal so interessiert. Ihr Aufbau unterscheidet sich doch schon stark von dem meinigen. Im wesentlichen ergibt sich ihr Aufbau ja als Konsequenz wegen der Feuchtesperre. Und da habe ich ja andere Randbedingungen.

Was mich jetzt aber wieder interessiert, ganz unabhängig von meiner Eingangsfrage, was ist das denn für eine Horizontalabdichtung in der Wand, und wie wurde diese mit der Folie verbunden?

MfG



OSB



Hallo,

die Sockel der Außenwände wurden aus Bruchsandstein gemauert(wie im Originalzustand vorgefunden) und zwischen dem Sockel und dem Balken der Schwelle Dachpappe so eingebaut, dass die Dachpappe den Sockel innen ganz abschirmt. An die Dachpappe wurde die Bodenfolie mit einem flüssigen Bitumenkleber und zusätzlich als Sicherheit mit einem Silikonstreifen befestigt. Die Konstruktion war etwa 1 Jahr sichtbar, bevor dann der eigentliche Holzfussboden verlegt wurde. In dieser Zeit trat keinerlei Feuchtigkeit auf, so dass wir hoffen, unsere Konstruktion bewährt sich weiterhin.

Gruß
R.Lehner