Bitumenschweibahn unter Fußboden-Holzaufbau/Dielung?

05.08.2012 ullibulli



Hallo!
Mich interessiert, ob es möglich ist eine Bitumenschweißbahn unter einer Fußbodenkonstruktion aus Holz mit Dielung anzubringen (nicht unterkellert). Die Bitumenbahn ist dann nicht versiegelt, sondern gehört natürlich zum Wohnraum.
Daher weiß ich nicht, ob es durch die Bitumenbahnen zu einer Geruchsbelästigung kommen könnte. Hat da jemand Erfahrungen?



Eine Bitumenbahn...



...ist keine Teerpappe.

Das wird praktiziert und funktioniert auch problemlos. Vorzugsweise darüber flächig Holzweichfaserplatten mit zwischenliegenden Lagerhölzern.

Grüße

Thomas



Achtung Tauwasserbildung



Ich halte den geplanten Fußbodenaufbau, egal welcher Dämmstoff verwendet wird, für tauwasseranfällig und insoweit bedenklich.

Eine so ganz auf die Schnelle durchgeführte beispielhafte Wärme- und Dampfdiffusionsberechnung für einen gedämmten Fußboden beheizter Aufenthaltsräume auf dem Erdreich mit folgendem Aufbau (von oben nach unten beschrieben)
- 22 mm Fichtendielung
- 40 mm Pavatherm-Profil
- 4 mm Bitumenschweißbahn
- 200 mm Beton normal DIN 1045
hat ergeben, dass in der Tauperiode an der Schichtgrenze zwischen Holzfaserdämmplatte und Bitumenbahn Tauwasser ausfällt, das in der Verdunstungsperiode nicht wieder verdunsten kann!

Im Übrigen wird der von der EnEv geforderte U-Wert von 0,30 W/m²K nicht erreicht; er liegt bei nur 0,742 W/m²K.
Somit müsste die Stärke der Dämmung noch deutlich, d. h. um weitere 100 mm Holzfaserdämmplatte der WLG 0,45 erhöht werden.
Damit würde allerdings die Menge des ausfallenden Tauwassers erheblich erhöht.

Demnach halte ich den vorgesehenen Aufbau aus bauphysikalischer Sicht für nicht vertretbar.



Danke ...



... für die Info.
Wegen dem Tauwasser ... der Boden ist ja nicht unterkellert sonder nes handelte sich um einen Kriechkeller (ca. 1 m) und der Boden war lediglich mit Backstein gemauert. Jetzt haben wir eine Betonschicht reingezogen und an den Wänden Sulfatschlämme und Sanierputz aufgezogen.
Die Bitumenbahn soll als letzte Schicht jetzt drauf und dann wollen wir direkt mit Kanthölzern wieder auf Dielenhöhe legen und dann wieder die Fichtedielung. Eine zusätzliche Dämmung in Form von Holzfaserplatten ist nicht geplant. Daher würde die Bitumenbahn quasi den Abschluss bilden und im Winter würden wir den Kriechkeller (jetzt ca. 70cm) dann mit heizen.



Wozu dann ...



... die Bitumenbahn auf der Decke über dem Kriechkeller, wenn der dieser beheizt werden soll?

Und überhaupt: Warum soll der Kriechkeller beheizt werden; liegen dort Leitungen, die ansonsten frostgefährdet wären?
Wenn er beheizt werden soll, müssten m. E. die Forderungen der EnEV bezüglich der Dämmung des Kriechkellerbodens (0,30 W/m²K) sowie der Außenwände (0,24 W(m²K) eingehalten werden
Um eine Dämmung käme man folglich in keinem Fall herum.





Nein, das ist ein Missverständnis. Nicht die Decke des Kriechkellers wird mit Bitumenbahn abgedichtet sondern der Boden. Der Kriechkeller hat ja gar keine Decke, die Trennung zwischen Kriechkeller und Wohnraum besteht nur aus der Dielung.
Ich hab mal ein älteres Bild beigefügt was das verdeutlicht. Inzwischen sieht es allerdings anders aus, weil ca. 20 cm Betonboden reingeflossen sind und die Wände mit Sanierputz verputzt wurden.
Der Kriechkeller soll halt wegen der Tauwasserbildung nicht vom Wohnraum darüber isoliert werden, wie Sie ja auch bereits deutlich gemacht haben wäre das problematisch.

Der Aufbau ist dann wie folgt:
- alter Backsteinboden
- neuer Betonboden
- Bitumenbahnen
- Holzaufbau (ca. 70cm hoch)
- Fichtedielung

Wir möchten halt den üblichen Estrich über der Bitumenbahn auf dem Betonboden weglassen, da er ja nicht notwendig ist. Daher meine Frage bezüglich einer dauerhaften Geruchsbildung im Wohnraum durch die Bitumenbahnen.



Eine interessante Konstruktion ...



... die wohl keine Tauwasserprobleme aufwerfen dürfte, die mir statisch gesehen jedoch etwas gewagt vorkommt.
Es handelt sich ja denn wohl eher um einen Hohlboden und nicht um einen Kriechkeller.
Aber sei's wie's ist, wärmedämmmäßig ist der Aufbau m. E. nicht sonderlich tauglich, denn die Vorgaben der EnEV können so mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht eingehalten werden (der U-Wert dürfte vermutlich so um die 1 W/m²K rum liegen).

Also was die Dämmung betrifft sehe ich hier noch Handlungsbedarf, wenn es nicht fußkalt werden soll, und die tragende Konstruktion will wohl überlegt sein.



Alternative?



Was wäre denn von der Dämmerung her eine gute Alternative? Hab schon überlegt mit Perlit aufzufühlen. Macht das Sinn?

Wegen der Konstruktion hab ich einen erfahrenen Zimmermann der das übernimmt und bereits abgesegnet hat. Ich selbst trau mir das nicht zu.
Ursprünglich war die Konstruktion auf kleine Pfeiler aus Backsteinen gestellt, die dann die Holzbalken unter der Dielung getragen haben.



Dielen erneuern



Es kommen in diesem Forum immer wieder theoretische Hochrechnungen zum Ausdruck, wobei ich mich erst einmal frage :was sollte der Beton auf dem Ziegelgrund? 1906 hat man in meinem Gebäude auf eine Schicht Grundbeton 45er Pfeiler gemauert und die Kanthölzer auf Dachpappstreifen ausgerichtet. Darauf die Pichpinedielen, und an mehreren Stellen Lüftungsschlitze in den Ziegeln. Der Fußboden ist warm und trocken !



Dämmung macht Sinn ...



... bringt dann aber Probleme mit Kondensat. Dem müsste auf jeden Fall durch konstruktive Maßnahmen vorgebeugt werden.

Wie dies geschehen kann, hängt z. B. von der Art des Dämmstoffes ab und sollte auf jeden Fall genau festgelegt bzw. bauphysikalisch berechnet werden.