Bitumenbahn als Abdichtung der Bodenplatte für Holzhaus norwendig?

23.09.2020 Ina N.


Hallo,
in den nächsten Tagen bekomme ich ein Holzhaus (50 m² in 95er Blockbohle).
Wir haben einen ca. 1 m tiefen Fundamentgraben mit 20 cm (oder 25 cm, das weiß ich jetzt nicht genau) Bodenplatte in C 25/30 Beton mit Bewehrung. Unter der Platte ist ca. 20 cm Füllkies und eine Noppenbahn als Trennschicht eingebracht.
Der Holzhausbauer möchte auf die Bodenplatte eine Feuchtigkeitssperrbahn (Bitumen) aufbringen.
Der Aufbau besteht aus 44x210mm tauchimprägnierten Lagerhölzern (Fichte), 20cm Wärmedämmung (Mineralwolle), Sperrbahn, 28mm Hobeldiele (Fichte).
Da ich generell alles möglichst Atmungsaktiv haben möchte, bin ich wieder einmal sehr skeptisch, ob die Sperrbahnen notwendig sind.
Das Holzhaus soll zunächst als kleiner Laden genutzt werden, es wird aber auch ein kleines Duschbad und eine Miniküche eingebaut.
Geheizt wird mit einem Ofen und Infrarot-Strahlungsheizkörpern.
Bei der Dachkonstruktion werde ich auch nicht die vom Hersteller normaler Weise verwendete Dampfsperre einbauen, sondern eine feuchtevariable Innenfolie.
Liebe Grüße,
Ina



DIN 18533 – Abdichtung für erdberührte Bauteile



Ist Stand der Technik und damit muss der Unternehmer dies verbauen. Selbst wenn du ihm schriftlich gibst, das du das Risiko übernimmst und die Haftung ausschließt, trägt er als Fachmann weiterhin ein Haftungsrisiko.
Das hat an der Stelle auch nix mit atmungsaktiv zu tun. Die Betonbodenplatte ist auch nicht atmungsaktiv.
Ob es tatsächlich notwendig ist oder nicht sollte hier nicht in Frage stehen.

Beste Grüße und viel Spaß - M.Mattonet, Ingenieurbüro Bergisches Land



Bitumenbahn als Abdichtung der Bodenplatte für Holzhaus notwendig?



Hallo,
ja, ich werde es auch so machen lassen. ich dachte es reicht, wenn ich die Seiten des Fundamentes streiche, damit da kein Frost rein kommen kann. Ich hatte mir das auch eigentlich so überlegt, in der Annahme, dass keine Dämmung eigebracht würde, also nur Luft zwischen Bodenplatte und Holzdielen wäre. Aber mit der Dämmung leuchtet es mir ein, ich will ja auch nicht die Mineralwollefasern in der Bude haben.
Danke für die schnelle Antwort



Abdichtung auf der Bodenplatte



Wenn dein Holzbauer dich über mögliche Schäden und die Abweichung von DIN-Vorschriften aufklärt und du ihm einen Haftungsausschluß unterschreibst kann zumindest rechtlich gesehen eine Abdichtungbentfallen.
Es geht ohnehin nicht um durch die Bodenplatte diffundierende Feuchtigkeit aus dem Erdboden sondern nur um aus der Bodenplatte bei deren Herstellung eingebrachte diffundierende Feuchte.
Wenn die Bodenplatte ihre Ausgleichsfeuchtigkeit erreicht hat würde ich bei entsprechendem Bodenaufbau auf der Bodenplatte keine Schäden befürchten.

Als Feuchtesperre kann ggf PE-Folie, Katja-Sprint, Erika von Bauder etc verwendet und selbst verlegt werden- wie gesagt- es hängt vom geplanten Bodenaufbau ab.

Sperren mit Alueinlage haben den Vorteil auch gegen Radon abzudichten, falls ihr in einer entsprechenden Region liegt.



Bitumenbahn als Abdichtung der Bodenplatte für Holzhaus notwendig?



Hallo,
jetzt fällt mir doch noch was anderes ein. Könnte man nicht auch nur die äußeren Lagerhölzer auf Bitumstreifen legen und die Fläche zwischen Bodenplatte/Isolierung und Isolierung/Holzdielen mit einer feuchtevariablen Dampfbremse machen?
Ich will ja nicht nerven, aber ich habe an meinem alten Wohnhaus schon so viele Schäden, die durch "dicht machen" entstanden sind, da bin ich jetzt sehr vorsichtig.
Bin gespannt ;-)



Fußboden-Feuchtigkeitssperre



Feuchtevariable Dampfbremsen sind nur sinnvoll, wenn Rückdiffusion bei jahreszeitlich bedingten unterschiedlichen, klimatischen Verhältnissen.
Bei solchen Fußböden ist das nicht gegeben.

Du könntest zB mit einem CM-Meßgerät oder Darrprobe den Feuchtigkeitsgehalt der Bodenplatte ermitteln.
Vom Ergebnis hängt es dann ab, ob eine Feuchtigkeitssperre notwendig ist-
zumindest um aus dem Beton diffundierende Feuchtigkeit abzusperren.



@ Herr Teich



sollte Ina dann für das Material zur Darrprobe einige Kubikzentimenter Bodenplatte abpickern?



Bitumenbahn als Abdichtung der Bodenplatte für Holzhaus notwendig?



......okay, mit der Rückdiffuson ist im Fußbodenbereich vielleicht Quark, aber wenn ich eine diffusionsoffene Dampfbremse (in eine Richtung) nehme, wie sie heute auf allen Dächern verwendet wird, könnte evtl. aufsteigende Feuchtigkeit doch einfach durchdiffundieren und würde nicht in der Dämmung hängen bleiben.
Das ist meiner Meinung nach das eigentliche Problem, wenn durch irgendwelche Undichtigkeiten Feuchtigkeit in das Dämmmaterial eindringt, kann es nicht mehr heraus!
Es kommen ja nur Holzdielen darauf!
Und wie sieht es aus, wenn die Bodenplatte mit Bitumenbahnen beklebt wird und ich statt der vom Häuslebauer eingeplanten Dampfsperre eine einfache diffusionsoffene Dampfbremse auf die Dämmung bringen lasse?
Vielen Dank erst mal für die bisherigen Infos
LG, Ina



warum



nur willst du dem Untergrund die möglichkeit geben feuchtigkeit ins haus zu bringen?
der boden und auch die Betonplatte lässt in gewissem maße Diffusion zu und wird die bodenfeuchtigkeit richtung dämmung und fussboden bringen.
diffusionsfähig ist dein holzboden.
der hält die dämmung trocken, wenn darunter geperrt ist und du ab und zu lüftest... also innen um 50% rel.luftfeuchte herrscht.
einen echten Wasserschaden bekommst du mit diffusion eh nicht getrocknet.



Bitumenbahn



wenn die Bitumenbahn fachgerecht verlegt wird, ist sie dicht. Da kommt keine Feuchtigkeit aus dem Beton in die Dämmung, es sei denn man verletzt die Bitumenbahn beim weiteren Bau. Was für eine "Sperre" soll den laut Baubeschreibung zwischen Mineralwolledämmung und Dielung ? Dort braucht es eigentlich keine.
Wichtig ist auch, dass die Bitumenbahn an der Außenwand nicht über die Holzbohlenwand hinausragt und damit Schlagwasser zwischen Bahn und Holz fließen kann.



Mineralwolle



Ist Mineralwolle überhaupt für einen Fußbodenaufbau (nicht unterkellert) geeignet?



Das hatte ich auch kurz überlegt



aber da es sich um ein Typenhaus handelt, den Gedanken wieder weggelegt mit der Überlegung, der Haushersteller wird es so wohl schon erprobt haben.



Bitumenbahn als Abdichtung der Bodenplatte für Holzhaus notwendig?



Hallo,
ich habe im alten Wohnhaus halt die Erfahrung gemacht, dass alle Feuchtigkeitsschäden erst durch Abdichten entstanden sind. Z.B. habe ich in einem Raum noch einen Fußbodenaufbau, der dem Stand von vor 100 Jahren entspricht: Erdboden - Sand - Balken - Holzdielen, ohne irgendeine Abdichtung und Dämmung. Genau so haben wir es 1995 auch wieder neu gemacht. Und genau dieser Raum ist der einzige um Untergeschoß, wo keinerlei Feuchtigkeitsschäden entstanden sind. In den anderen Räumen gab es spätestens nach dem Einbau der neuen Fenster etwas Schimmelprobleme (nur im Untergeschoß).
Und warum soll ich nicht die natürliche, sehr geringe Menge Feuchtigkeit, die der Beton durch lässt für ein gesundes Raumklima nutzen, sondern mir statt dessen Luftbefeuchter hinhängen?
In einem Werkstattraum der Scheune hatte ich z.B. eine große Schmutzfangmatte auf Betonboden liegen. Der Boden ist sicher auch ohne Sperre aufgebaut. Schon nach kurzer Zeit war der Beton darunter feucht und roch nach Schimmel. Da frage ich mich, was passiert denn mit einer Bodenplatte, die nach oben und seitlich abgedichtet ist?
Wie ich es nun mache, weiß ich noch nicht. Ich werde berichten und habt vielen Dank für eure Antworten.
LG, Ina



Bodenabdichtung



Die Konstruktion ohne Beton, nur mit Sand und Lagerhölzern kann durchaus funktionieren.
Sobald Beton in entsprechender Stärke und Güte aufgebracht wird stellt dieser allein schon eine Abdichtung dar.
Primär gehts dann nur um aus dem Beton diffundierende Feuchtigkeit bis dieser seine Ausgleichsfeuchte erreicht hat.
Feuchter Beton ohne Luftzutritt kann nicht schimmeln.



Schimmelprobleme



Hallo, wo genau trat denn der Schimmel auf? An den Wänden oder am Fußboden.



Bitumenbahn als Abdichtung der Bodenplatte für Holzhaus notwendig?



Hallo,

@ Andreas Teich
raten Sie mir dann auch zum Auftragen der Bitumenbahn? Die Platte wurde vor 4 Wochen gegossen und es hat sehr wenig geregnet, ist sie dann durchgetrocknet?

@Pope
Schimmel trat hauptsächlich an den Fensterstürzen auf, nachdem sie erneuert wurden.
An mehreren Stellen (auch Innenwände) fällt der Putz im unteren Bereich von der Wand.
Im Bad kann ich leider nicht sehen, riechen tut es aber nicht. Da ist noch alles, außer in der Dusche, mit gewachstem Holz verkleidet. Das ist ja eigentlich auch ein NoGo, scheint aber wunderbar zu funktionieren, es wird demnächst renoviert, dann sehe ich wie es darunter aussieht.



Schimmelprobleme



der Schimmel an den Fensterstürzen und im Wandbereich hat null und nix mit der Abdichtung des Bodens zu tun, sondern vielmehr mit dem Fenstertausch. Ohne den Wandaufbau genau zu kennen vermute ich, dass die alten Fenster der kühlste Bereich des Zimmers waren, nun sind es die Wände. Daher ist dort die Schimmelgefahr am Größten.
Die Gedankenverbindung Bodenabdichtung und Schimmel könnt Ihr also getrost zu den Akten legen.



Bitumenbahn als Abdichtung der Bodenplatte für Holzhaus notwendig?



.....ja, daß der Schimmel an den Fensterstürzen nichts mit dem Boden zu tun hat, ist mir schon klar ;-)
Ich möchte jetzt in dem neuen Holzhaus nur vermeiden, dass sich in der Fußbodendämmung Feuchtigkeit staut. Ganz dicht bekommt man das auf Dauer ja nie, dann soll sie wenigstens auch wieder heraus können.
Deshalb ja auch die Idee mit der Diffusionsoffenen Dampfbremse zwischen Dämmung und Holzdielen (der Hausbauer würde dort eine DampfSPERRE aufbringen). Die Wände werden sowieso nie schimmeln, solange ich das ganze nicht von außen mit Styropor einpacke ;-)