wieder mal Styropor...?

27.03.2010



Unser Maler und Gipser, hat mir Styropor (STO o.ä.) als beste Lösung für unsere Fassadendämmung mit verstecktem Fachwerk vorgeschlagen. Styropr wird aufgeklebt, Armierung, Unterputz, Silikonharzputz - fertig. Er hat auch schon mehrere Fachwerkhäuser damit gedämmt, was teils auch vom Denkmalamt abgesegnet wurde. Er meinte, daß bei 120mm Dämmdicke der Taupunkt immer in der Dämmung liegt und diese die Feuchtigkeit sehr wohl abtransportieren kann. Zudem haben wir hier öfters starken Schlagregen. Das Mauerwerk wäre dadurch geschützt und trocken. Die Wanddicke ist im UG etwa 14 cm im OG etwa 12 cm (Holzbalken, Bims, Ziegelsteine, Schlacke).
Durch Styropor kann man ja auch durchpusten oder es tagelang ins Wasser legen, danach in die Sonne und es ist nach kurzer Zeit wieder trocken. Bei Holzfaser wäre das Problem, daß nach dem Kontakt mit Feuchtigkleit die Holzfaser aufquellen würde und somit die Dämmwirkung dahin sei. ebenso würde der Putz dadurch unter Umständen rissig. Mit Holzfaser wäre eine Dämmung sehr gering. Das gleiche gelte für die aufsparren-Dachdämmung.
Das sind seine Worte....So ganz abwegig klingt das nun auch wieder nicht - oder?



Aussendämmung bei UP-Fachwerk



Hallo,

Halbwahrheiten wie diese gewinnen Ihre Überzeugungkraft auch daraus, dass eben die Hälfte wahr ist und die andere Hälfte vernebelt wird. Wahr ist, daß der Taupunkt bei einer außenliegenden Dämmung immer in der Dämmung liegt, egal um welches Material es sich handelt.

Unwahr ist, daß Weichfaser quellen würde. Erstens ist sie hydrophobiert, zweitens kommt dem Putz eine wasserabweisende Eigenschaft zu. Somit entfällt auch das Schlagregenargument. Weichfaser hat vielmehr eine durchaus vergleichbare Wärmedämmung (siehe jeweilige techniche Merkblätter).

Fachwerkhäuser mit UP-Fachwerk sollten m.E. immer mit einem systemtypischen Baustoff, eben Holz, gedämmt werden.

Grüße vom Niederrhein



Sicher



gibt Ihnen der fundierte Fachmann (mit Styropor-Erfahrung) für die nächsten 20 Jahre Garantie?

Ich denke an die Zeit in 20 Jahren oder davor, hätten wir nicht............ Ja hätten wir, aber jeder Mensch muss sich seine eigene Meinung bilden und diese besteht zumindest bei mir aus vielen, vielen "unterschiedlichen" Erfahrungen und Ratschlägen. Denn sicher ist. Ich entscheide was ich tue, oder eben auch nicht.
Mein Haus ist von mir abhängig, ich bin von meinem Haus abhängig und jeder Part antwortet darauf, wie der andere mit diesem umgeht.

Ich werde zu diesem Thema nicht weiter argumentieren, dass ist hier schon oft erfolgt und jeder "google" fähige Mensch erhält fundierte Antworten auf diese Frage.

Ein schönes Wochenende,


Paul





---“Er meinte, daß bei 120mm Dämmdicke der Taupunkt immer in der Dämmung liegt und diese die Feuchtigkeit sehr wohl abtransportieren kann”---

Und ich behaupte mal, dass die Styropordämmung den Feuchtetransport erheblich behindert.

Grüße aus Schönebeck



dämmung, dämmung über alles …



Hallo
ob Sie nun Plaste-Dämimung hin machen oder Holzfaserökosuperplus ist gehupft wie gesprungen!
Das Prinzip ist das gleiche!
Falsch ist falsch!
Ein Schlag mit der Faust oder mit dem Fuss ist gleich - nur anders!
Die einen reden diesen "gut" die Anderen den Anderen!

Das können die Holzfaser-Öko-Fetischisten zwar nicht gerne hören - aber : Vom Prinzip her ists doch gleich!

Das Problem ist ja nicht die Dämmung: sondern das falsche Heizen!
wer macht denn gerne Luft warm (in der 5. Klasse gelernt: Luft ist ein schlechter Wärme-Leiter und Transporteur!)

Glauben Sie nur dem zertifizierten Dena-Berater: DER und Nur DER kann das!
Die sagen Ihnen Blau=Schwarz oder gut = Böse oder links = rechts
denn DIE haben ein zertifiziertes Zettelchen in der Hand das besagt: Wenn Sie DEM glauben geht es richtig und gut!

Das ist DIE Lösung!

Jeder hat RECHT nur der ÖKO hat rechter!
Weil sein Schmarrn aus HOLZ ist - und er andere aus GLAS!

Where is the difference?

Machen Sie bei Schlagregen einfach eine Verschindelung davor - keinen Zement und keine Plastifizierung - just keep the roots!

Lehm, Kalk, Holz, Mensch!

That's what u need!

FK





Na ja Herr Kurz,

Sie können ja ungedämmte Außenwände mit Stärken von 12 bis 14 cm als Idealen Wärmespeicher verkaufen.

Bin mir nicht so ganz sicher ob Sie wirklich aus- und für mitteleuropäische Wetterverhältnisse posten oder ob es nicht doch etwas (zu) heiß in der Ecke ist aus der Sie Ihre Kommentare schicken.


Grüße aus Schönebeck



Holz und Plastik



Was glauben Sie wohl, was mit Ihrer Holzkonstruktion(Statik)passiert?
Die wird sich irgend wann zwangsläufig verabschieden, weil die Wand einfach zu Diffusionsdicht ist.

Lassen Sie doch Ihren Wandaufbau vom Dämmstoffhersteller auf Systemtauglichkeit prüfen und schriftlich bestätigen.

Grüsse Thomas



Wir haben



letzten Herbst die 70er-Jahre Heraklith/Styro-Platten mit Zementputz von der Wetterseite runtergeflext, ca. 1000€ Entsorgung gezahlt und dann angefangen die diversen Fachwerkschäden zu beseitigen.

Nun wird das Fachwerk dort schon Vorschäden gehabt haben, die einfach damit kaschiert worden sind, ohne substanziell was dran zu machen - aber besser geworden ist es dadurch bestimmt nicht.

Und alle 10 Jahre neu Streichen spart natürlich auch viel....vom wohligen Dasein in ner Kühlbox mal ganz abgesehen....

Gruss, Boris





Ich stelle mir das Leben in einer Pizzawarmhalteschachtel auch wirklich lebenswert vor. Juhu!!!
(Völlig unqualifizierter Kommentar, der Ihnen auch nicht weiterhilft als die Anderen)





Wir sanieren gerade ein 340 Jahre altes Fachwerkhaus (Elternhaus meines Mannes). Soll ich Ihnen mal Bilder schicken wie es an den Wänden aussieht, welche Oma vor ca. 10 Jahren mit Styropordämmung verklebt hat? Finger weg davon! Alle anderen Wände sind top. In den Styroporwänden werden nun die Balken erneuert (für ein Schweinegeld...). Ich hab in dem Haus noch nirgens Schimmel gesehen. Aber dort. Also bitte bitte kein Styropor!
LG
Marion



Nein, ist es nicht...



Ihr Maler hat in vielen Dingen recht...

Der Taupunkt liegt in der Dämmung, nicht im Holz. Ob Styro diese Feuchtigkeit sehr wohl abtransportieren kann, weiss ich nicht genau. Ich bezweifle es ein bisschen. Wo soll es denn hin? Durch den Silikonharzputz?

Ich bezweifle auch, dass es in kurzer Zeit durchtrocknen kann. Da sind kapilar leitende Stoffe erheblich im Vorteil.

Holzweichfaser hat nicht dieselbe Dämmwirkung, stimmt auch.

Der Mensch hat sich auf alle Fälle mit dem Thema beschäftigt. Das ist schonmal viel wert. Ich denke, der Erfolg einer solchen Maßnahme wird im wesentlichen davon abhängen, wieviel Wasser in der Wand ist. Wieviel Feuchte steigt z.B. aus dem Keller auf? Und wieviel gelangt durch die Wand nach außen? Wenn die Wand schon von sich aus recht trocken ist, wird es funktionieren.



also dann lieber natürlich



Vielen Dank für die Infos, Anregungen und Gedanken.
Also ich war gestern noch auf einer kleinen naturbaustoffmesse in Flehingen und habe mich dort auch nochmal umgeschaut und diskutiert.
Styropor kommt nun definitiv nicht mehr in Frage. Ich schwanke noch zwischen Holzfaserplatten und einem Perlite-Kalkdämmputz. Obendrauf soll dann ein Kalkputz und Silikatfarbe. Ist zwar erst mal teurer, aber mein Häusle soll nicht "zugebappt" werden. Wenn die Wände dicker wären, würde ich sogar auf eine Dämmung verzichten. Aber bei 12-14 cm muß man schon bißchen was machen. Ich befürchte nun auch sehr, daß das Styropor und die Silikonharzfarbe meine Holzbalken über die Jahre "ersticken" lassen.



Als weitere Alternative



könnte man auch
eine Trägerkonstruktion anbringen, diese mit Holzweichfaser beplanken, Verputzen oder eine Holzfassade anbringen und den Hohlraum mit Lehm-Hobelspan-Dämmung oder mit Perlite füllen.

Grüsse Thomas



Styropor



Styropor ist kein Baustoff, sondern Müll.

Mit besten Grüßen

Mladen