Klebereste und Farbe auf Schrank mit Bierlasur

26.08.2012



Hallo Gemeinde,
ich habe zwar kein direktes "Hausproblem", aber ich hoffe, dass mir trotzdem jemand weiterhelfen kann. Ich habe kürzlich einen schönen Jugendstil Kleiderschrank vor dem Sperrmüll gerettet. Dieser war mit einer fiesen Holzimmitat-Klebefolie verunziert und zum Teil gestrichen. Nachdem ich die Folie entfernt habe kam die originale und gut erhaltene Bierlasur zum Vorschein. Da ich diese gerne erhalten würde habe ich jetzt folgendes Problem: zum einen hat die Folie zahlreiche Klebereste auf der Oberfläche hinterlassen, zum anderen sind Zierteile und Leisten übermalt. Die Frage ist jetzt wie ich möglichst schonend Kleber und Farbe/Lack wegbekomme, ohne die schöne Bierlasur zu zerstören. Gibt es da überhaupt eine Möglichkeit oder muss am Ende doch alles runter?
Ich verbleibe mit ratlosen Grüßen.



Einfach testen!



Viel Hoffnung will ich Dir zwar nicht machen, meist gehen solche Schäden kaum mehr rückgängig zu machen aber ich schlage folgendes vor:
- mechanisch entfernen - z.B. mit Kunststoffspachtel (Chinaspachtel) o.ä.
- mit Benzin aus der Apotheke oder Verdünnung versuchen aber erst an unauffälliger Stelle testen, denn die Verdünnung löst sehr wahrscheinlich auch die Bierlasur mit an
sonst bleibt nur noch entweder alles inkl. Bierlasur herunter holen durch Ablaugen, Schleifen o.ä. oder den Schrank etwas mit Schleifpapier zu behandeln und dann einfach neu überstreichen (das kostet am wenigsten Zeit und Nerven.)
Hab einen meiner alten Schänke in ähnlichem Zustand auch mal (matt dunkelbraun) überstrichen, da ich keine Zeit für viel Aufwand hatte und das hat bis jetzt gut gehalten und sieht m.E. nicht übel aus.



kein Spiritus



Hallo Holzfreund, gut erhaltene Bierlasur hört sich doch prima an! Bin zwar kein Experte, habe aber diese Tage Erfahrung mit der Renovierung eines ziemlich verdreckten Schubladenschrankes mit Bierlasur gemacht. Ich würde ebenfalls einige Techniken und Mittelchen testen. Bei mir hat zum Säubern besonders Petroleum, aber auch Reinigungsbenzin und sogar Universalverdünnung (bisschen schwächer als Nitroverdünnung) funktioniert, d.h. diese haben die Bierlasur nicht angelöst. Anders als Spiritus - dieser hat deutliche Spuren hinterlassen! Terpentin(-ersatz) und Nitro habe ich nicht getestet.
Heißluftfön und Spachtel für das anfänglich Gröbste wäre evtl. auch noch eine Option.
Sind aber nur meine subjektiven Erfahrungen mit 'meiner Lasur'...ansonsten ist ein bisschen 'shabby chic' vielleicht auch ganz reizvoll(?):-) Was mir noch einfällt ist Stahlwolle in Verbindung mit den Mittelchen, also die Stahlwolle einfach tränken und die Oberfläche bearbeiten/schleifen/säubern und mit einem Lappen die Drecksose wegwischen hat sich bei mir als ganz effektiv herausgestellt und macht eine glatte und schöne Oberfläche.
Klebereste und alte Farbe müssten zu lösen- und in Kombination mit der Stahlwolle mechanisch zu entfernen sein. Vorsichtig anfangen und ggf. öfters wiederholen. Danach einfach Holzöl oder Antikwachs oder so was... Ablaugen, Abschleifen und Überstreichen wären für mich eindeutig nur 2.bis 4.Wahl der Mittel - viel Spaß und Erfolg!



Ran ans Werk



Danke für eure Hilfe, ich sehe schon, hier ist experimentieren angesagt. Werde am Wochenende mal das ein oder andere ausprobieren und gegebenenfalls berichten, welches Mittelchen zum Erfolg geführt hat.



Ergebnisse



So hat leider etwas länger gedauert bis ich zum Ausprobieren kam. Der Kleber ging ganz gut weg mit dem Spiritus und hat auch augenscheinlich keine Beschädigung an der Bierlasur hinterlassen. Das Problem war leider der helle Lack auf und um die Leisten etc. Mit mechanischen Hilfsmitteln ging dieser zwar teilweise ab, die darunterliegende Bierlasur aber leider auch. Das Ergebnis war leider nicht so überzeugend :-(. Jetzt muss der Rest der Lasur der Ästhetik halber auch noch dran glauben.