BHKW contra Wärmepumpe

19.01.2013 Nicole



Hallo Zusammen

Langsam aber (hoffentlich) sicher kommt unser Hauskauf zustande. Nun kann ich mich endlich wieder der Planung widmen. Nun bitte ich Euch um Unterstützung:

Wer hat Erfahrung mit einer Mini-BHKW-Heizung? Ich habe gesehen, dass Viessmann und DeDietrich eine Mini-BHKW-Heizung mit Stirlingmotor führen. Wir haben Erdgas in der Strasse.
Als Alternative käme eine Wärmepumpe und Photovoltaik in Frage.

Was könnt Ihr empfehlen?

Vielen Dank
Nicole



Die erste Frage...



... ist die nach der Heizlast des Gebäudes... EN12831 gilt auch in F...
Die Leistung einer Heizanlage sollte der maximalen Heizlast angepasst sein.

I.d.R. ist ein BHKW auf max. Heizlast ausgelegt, also als Alleinheizung, eher weniger geeignet/effektiv, da gehört dann noch eine Spitzenlastabdeckung dazu, z.B. durch einen Gaskessel.

BHKW lohnt sich in D nur durch die Einspeisevergütung für den produzierten überschüssigen Strom im Betrieb; das heißt also durch lange Laufzeiten. Allerdings kenne ich die Regelungen in F nicht.

Ähnlich sieht es mit PV aus. Die Idee, eine WP mit eigenem PV-Strom zu betreiben scheitert momentan an den fehlenden Speichermöglichkeiten des Stroms für den Hausgebrauch.

Wärmepumpe an sich ist keine schlechte Idee, vor allem, wenn Erdwärme genutzt werden kann. Allerdings sollte das Wärmeverteilsystem im Haus an möglichst niedrige Vorlauftemperaturen angepasst sein. Das heißt i.d.R. gute Gebäudedämmung und große Heizflächen (FB- oder Wandheizung).

MfG,
sh



Lichtblick



hat da mal ein Pilotprojekt gestartet in Zusammenarbeit mit VW bezgl. BHKW, ob das noch aktuell ist weiß ich nicht, die haben da vor ca 3 Jahren Leute gesucht die sich da eins zu Sonderkonditionen ( war glaub ich was mit 5000 € ) installieren lassen würden, schau mal bei denen auf die Webseite,
Ich kann aber nicht sagen ob das noch aktuell ist



Gibts noch



http://www.lichtblick.de/h/ZuhauseKraftwerk_285.php

ob das für Euch paßt müßt Ihr natürlich rechnen...



BHKW



@ creuzburger: Vielen Dank für die Info. Werde ich mir genauer ansehen.

@ Sebastian Hausleithner: Das mag sein, dass diese Vorschrift auch in Frankreich gilt. Da es sich jedoch um ein besthenedes Gebäude handelt, kann ich machen was ich will und muss erst wieder bei einem Verkauf den Nachweis über die technischen Installationen erbringen. Zum heutigen Zeitpunkt wird in diesem Nachweis die Heizleistung nicht geprüft. Und was in Frankreich morgen gültig ist weiss heute noch niemand. Aber natürlich macht es Sinn eine Heizung mit einer dem Haus entsprechenden Heizleistung zu installieren.

Die von mir erwähnten Heizungen von Viessmann und DeDietrich werden zusätzlich mit Gas ergänzt. Und wie erwähnt haben wir je Erdgas in der Strasse (die heutige Heizung ist ebenfalls eine Gasheizung). Diese beiden Heizungen sind Mini-BHKWe für Ein- oder Zweifamilienhäuser. Da wir am Schluss rund 280 m2 haben werden sollte das von der Heizfläche grobgeschätz hinkommen.

Ich habe leider vergessen zu erwähnen, dass wir Fussboden- und Wandheizung einbauen werden.

Ich finde die Idee sehr interessant, da mit dem Stirlingmotor nicht nur der Strom für die Heizung erstellt wird, sondern auch für den restlichen Strombedarf. Im Gegensatz zu PV, wo der Strom nur bei entsprechendem Wetter erstellt wird. Ebenfalls habe ich die Berichte von Konrad Fischer betreffend PV und Brandgefahr gelesen. Ich verstehe nicht wirklich etwas von der Materie, aber die Erklärungen und meine "Studien" betreffend PV und Solarzellen worauf man achten soll bei der Installation und beim Unterhalt bestätigen die Gefahren.

Deshalb meine Frage: Hat jemand Erfahrung?

Vielen Dank
Nicole Frei



BHKW...



Das Lichtblick/VW-Teil ist leistungsmäßig nicht für EFHs gedacht, kostet in der Eigentumsvariante 28.000 plus Montage und Steuer... und kann von daher hier wohl gleich wieder vergessen werden.

Wesentlich interessanter sind da wirklich die Konzepte, wie sie z.B. Remeha/DeDietrich mit dem eVita verfolgt, auch das Viessmann-Gerät Vitowin 300-W ist ähnlich konzipiert. Hier wird ein Stirling mit rund 5kW th/1kW el mit einem klassischen Brennwert-Gasbrenner ~18kW kombiniert in einem Wandgerät verbunden. Allerdings muss man noch den Platz für einen Pufferspeicher (>400l lt. Anbieter) vorsehen.

Auch andere Väter haben hübsche Töchter...

Ich kenne die Verhältnisse in F nicht aktuell und genau, allerdings ist das Strompreis-Niveau bei Euch deutlich niedriger als hier in D. Dementsprechend geringer dürfte eine Einspeisevergütung ausfallen, wenn es denn eine gibt. Und eigentlich nur dann können sich die Mehrkosten eines der genannten Geräte gegenüber einem klassischen Gas-Brennwertgerät "lohnen". An dieser Stelle sind die "Musterberechnungen" der Anbieter sehr kritisch mit dem eigenen Nutzerverhalten abzuwägen und zu hinterfragen. Eigenverbrauch ist günstiger als Einspeisen, ist klar... Aber wie oft und wie lange haut man denn im EFH-Bereich denn wirklich 1kW durch... bitte auch im Hinblick auf die Betriebszeiten des BHKW hinterfragen...

MfG,
sh