BHKW für 5 EFH

25.11.2017 HERO



Bei uns in der Ecke sind 5 EFH, wo die Heizungen alle in die Jahre gekommen sind. Könnte man den nicht in der Mitte der Hauser ein BKHW errichten,dass alle 5 Häuser mit Wärme und Strom versorgen könnte?

Hat da jemand Erfahrungen mit einem ähnlichen Projekt?

Danke und viele Grüße

HERO



BHKW



Technisch machbar aber teuer und kompliziert.
Ich zähle nur einige der Probleme auf die es zu lösen gilt:
Platzbedarf in dem betreffenden Haus
Tankvolumen
Brandschutz und Schallschutz
Wärmepufferung denn im Sommer lohnt kein Vollastbetrieb
Wärmeübertragung (Vor- und Rücklauf) zu den anderen Häusern (schon das wird immens teuer)
Zwischenspeicher in den Häusern ja oder nein
die kapazitätsseitigige Auslegung: Stromverkauf und ganzjährig Warmwasser mit oder ohne Heizung im Winter?
Egal welche Varianten gewählt werden, es wird sehr teuer.
BHK lohnen sich erst bei gewissen Mindestlaufzeiten.

Dazu kommen rechtliche Probleme:
Eigentumsform, Vertragsgestaltung (Abnahmezwang!), Durchleitungsrechte...
Der Besitzer verkauft Strom an den Versorger und die Abwärme an seine Nachbarn. Er trägt die Gesamtinvestition im 5- stelligen Bereich.
Dann ergeben sich Probleme bei der Abrechnung, der Versorgungssicherheit und bei beabsichtigtem Eigentumswechsel. Die Nachbarn werden um eine weitere Wärmequelle zur Absicherung nicht drumrumkommen.
Schon die Leitungsrechte zu sichern ist kompliziert und kaum bei 5 Eigentümern zu regeln.
Was geht: Ein Mehrfamilienhaus mit Gewerbebetrieb in der Hand eines Eigentümers.





Der Herr Böttcher, hat das gut zusammengefasst.

Kraft-Wärme-Kopplung ist eine eine gute Sache. Aber administrativ ist das sehr schwierig und birgt auch Konfliktpotential, was man in der Nachbarschaft vielleicht auch nicht haben möchte. Der räumliche Umfang des Nahwärmenetzes relativiert die wirtschaftlichen Vorteile.

In einem Mehrparteienhaus ist das einfacher. Auch kannst du gar nicht so viel Strom im Haushalt verbrezeln, wie du dann herstellst.

Das heisst du wirst einen großen Teil ins öffentliche Netz speisen müssen. Die Strompreiserlöse sind wegen den Überangebot mittlerweile stark gefallen, da hilft auch die KWK-Zulage und Mineralölsteuerermäßigung nicht mehr viel.

Oder du nimmst (teuere) "Biobrennstoffe" uns kannst nach EEG-Vergütung einspeisen.

Bei Stromverkauf musst du dich auch noch mit dem Finanzamt plagen.

Ansonsten hängst du dann auch wieder am "fossilen Tropf".

Wenn du Strom selber machen willst, dann setze auf Photovoltaik die Preise sind am Tiefpunkt, da sparst du mit 100 Prozent Eigenverbrauch jetzt schon sehr viel.

Den Eigenverbrauch und Energiespeicherung kannst du beispielsweise mit der Brauchwasserbereitung aus Solarstrom mittels geregelter Luft/Wasser-Wärmepumpe organisieren. Die Steuerung ist hier entscheidend. Das ist mittlerweile billiger als mit Heizöl.
Und den feuchten Altbaukeller könnte man auch noch trocknen und klimatisieren.



BKHW



Wir würden das Ganze auch mit Gas und nicht mit Öl betreiben.....





Auch auf Erdgas wird Mineralölsteuer erhoben, diese bekommt man bei KWK-Anlagen zurückerstattet, immerhin ein halber Cent pro kWh.

Viele BHKW-Hersteller bieten eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für ihre Anlagen an. Da sollte man die bisherigen Energiekosten und Mengen beisammen haben.

Ab einer gewissen Jahreslaufzeit der Anlage, deckt in der Regel die Ersparnis von Stromkosten und die Erlöse aus der Netzeinspeisung einen Großteil der Brennstoffkosten.

Hinzu kommen dann noch zusätzliche Kosten für Wartung , Verteilernetz, Messeinrichtungen und Kapitaldienst.

Andererseits kann man auch wieder was sparen. So benötigt man nur noch zwei Stromzähler für die Abrechnung mit dem EVU, so spart man an Grundkosten.

Das sollte also alles gut durchdacht sein.

Ansonsten gibt es auch genügend andere Techniken zur Einsparung von Primärenergie. Beispielsweise eine Gaswärmepumpe und wie gesagt PV. Die Differenz der Gestehungskosten und den Netzbezugskosten beträgt ja fast 15 Cent pro kWh.