Wieviel Zeit darf sich ein Gutachter lassen

02.09.2011



Hallo,
im Sommer 2009 wurde in unserem Haus ein echter Hausschwamm zweifelsfrei von einem Sachverständigen festgestellt.
Um eventuelle Regulierungsansprüche stellen zu können, haben wir ein unabhängiges Beweissicherungsverfahren beantragt. Vom Gericht wurde im November 2009 ein Gutachter beauftragt. Dieser lies sich mehr als 3 Monate Zeit um eine Ortsbesichtigung zu machen. Drei wertvolle Monate, in denen wir nicht mit der Sanierung beginnen konnten.
Meine Frage: Hätte ein Gutachter in Kenntnis das der Hausschwamm ein rapides Wachstum haben kann und den Schaden von Woche u Woche vergrößert, nicht zügiger handeln müssen?

Wir haben den Gutachter übrigens mehrfach darauf hingewiesen, dass die Zeit drängt, ohne Ergebnis.

Vielleicht kann einer der hier anwesenden Gutachter mir diese Frage beantworten.

Vielen Dank im Voraus

Uwe Scholz



Gutachter



Wenden Sie sich bzw. Ihr Anwalt ans Gericht und nicht an den Gutachter.

Viele Grüße



Danke



aber das hat mit meiner Frage leider nichts zu tun.



Doch



denn Sie haben eine rechtliche Frage gestellt und die genannten Stellen sind hierfür die maßgeblichen. Die Frage ist doch, ob hier ein pflichtwidriges Verhalten des Gutachters vorliegt, das im Schadensfall zu Regressforderungen berechtigt. Oder aber, ob Sie den säumigen Gutachter zwingen können, tätig zu werden. Und auch, ob Sie jetzt das Gericht dazu bringen können, einen anderen Gutachter zu beauftragen, damit Ihre Sache endlich voranschreitet.

Alles andere ist brotloses Herummoralisieren.

Oder habe ich Ihre Frage nicht verstanden?

Gruß aus dem Schwarzwald



Hallo und nochmal Danke,



Die Frage, ob der Gutachter pflichtwidrig gehandelt hat oder nicht muss natürlich vor Gericht geklärt werden.

Ich wollte einfach eine Einschätzung der hier versammelten Gutacher hören/lesen, ob diese bei einem Hausschwamm auch eine dreimonatige Wartezeit für angemessen halten.

Das Gutachten wurde ja mittlerweile erstellt. Aber eben so spät, dass sich der Schaden unnötigerweise vergrößert hat.



Haftung des Gerichtsgutachters



""10.1 Haftung des Gerichtsgutachters
Mit einem vom Gericht erteilten Gutachtenauftrag entsteht
ein öffentlich-rechtliches Rechtsverhältnis.
Eine Prozesspartei, die durch ein falsches Gutachten benachteiligt wird, kann daher gegen den Sachverständigen keinen Schadenersatzanspruch aus dem Vertrag geltend machen.

In diesem Falle gibt es nur Ansprüche aus dem § 839a
BGB.
Danach ist es Prozessparteien und Angeklagten möglich,
Sachverständige, die durch ein mangelhaftes Gutachten
ein fehlerhaftes Urteil verursacht haben, bei Nachweis
von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit auf Schadenersatz
in Anspruch zu nehmen. Ein Sachverständiger sollte somit
nicht nur über eine Haftpflichtversicherung verfügen,
sondern vor Beginn der Arbeit an einem Gerichtsgutachten
genau prüfen, ob die Sachkunde für eine sichere Beantwortung
der Fachfragen gegeben ist.""


""Die Pflicht, ein Gutachten zu erstatten, ergibt sich für den Sachverständigen aus § 10 der SVO, weiterhin aus den
§§ 402 ff. ZPO (Beweis durch Sachverständige) und §§ 72
ff. StPO (Sachverständige und Augenschein).

Danach ist ein öffentlich bestellter und vereidigter
Sachverständiger grundsätzlich verpflichtet, im Rahmen
seines Sachgebietes (des so genannten Vereidigungstenors)
Gutachten zu erstatten.
Für die Arbeit als gerichtlicher Gutachter ist dies z. B. für Zivilprozesse, in denen der handwerkliche Gutachter überwiegend tätig wird, in § 407 ZPO festgelegt. Der Sachverständige hat danach dem gerichtlichen Auftrag zu folgen, wenn er für das betreffende Sachgebiet öffentlich bestellt ist.""

""Ortstermin
Hat sich der Sachverständige über die Akten in den Fall
eingearbeitet, wird er zumeist nicht umhin kommen, das
streitige Objekt in Augenschein zu nehmen. Dazu dient der
so genannte Ortstermin. Dabei hat der Sachverständige
besonders auf ein neutrales und unparteiisches Verhalten
Wert zu legen. Sofern vom Gericht nicht ausdrücklich
anderes angeordnet (vgl. §§ 404a und 407a ZPO), gelten
die folgenden Ausführungen bezüglich einer Beteiligung
beider Prozessparteien.
Den Ortstermin setzt der Sachverständige mit einer
ausreichenden Frist fest. Über diesen Termin hat er beide
Prozessparteien – werden sie von Anwälten vertreten, unbedingt
auch diese – rechtzeitig zu unterrichten und ihnen
die Möglichkeit zur Teilnahme zu geben. In der Regel genügt
für die Bekanntgabe des Ortstermins ein einfacher
Brief. Bei größeren Streitwerten empfiehlt es sich, eingeschriebene
Briefe mit Rückschein zu nutzen (Beweispflicht
über eine ordnungsgemäße Ladung zum Ortstermin).""

Quelle: DAS HANDWERKLICHE SACHVERSTÄNDIGENWESEN


Viele Grüße



Auch hier mein Dank,



nur leider ist auch das keine Antwort auf meine Frage.

Ich wollte wissen, wie zeitnah ein OT anberaumt werden soll/muss wenn die Diagnose "Hausschwamm" lautet.

Es müsste jedem Gutachter bewusst sein, dass jeder Tag des Wartens den Schaden vergrößert, weil vor dem OT nicht mit der Bekämpfung begonnen werden kann.

Sind mehr als 3 Monate von der Auftragserteilung bis zum OT eine angemessene Zeit oder ist das unangemessen lang?



Gutachter



Falls Sie es immer noch nicht verstanden haben sollten:
Der Richter entscheidet, auch über die Frage der Zumutbarkeit bzw. die Länge einer Frist. Nur informieren sollten Sie ihn über den speziellen Sachstand.
Und versuchen Sie ihm keine Vorschriften zu machen wie er seine Arbeit erledigt, z.b. in der Terminfrage.

Viele Grüße



Danke, aber...



... ich weiss selbst, dass letztlich ein Richter darüber entscheidet.
Mich interessiert aber wie die hier anwesenden Gutachter verfahren, wenn sie mit der Begutachtung eines Hausschwamm-Falles beauftragt werden. Gehen sie dann unverzüglich ans Werk, weil ihnen bewusst ist, dass jeder Tag des Zögerns den Schaden vergrößert oder spielt das keine Rolle und die Akte wird ganz normal bearbeitet.

Informiert über den Sachverhalt wurde der Gutachter bei der Erteilung des Auftragen und mehrfach von unserem Anwalt. Trotzdem die aus unserer Sicht zu lange Wartezeit.


Ja, schon klar. Es geht nur um unsere wirtschaftliche Existenz, da kann man ja in aller Seelenruhe abwarten, kein Problem.



Gegenfrage!



wie ist der aktuelle Sachstand? Der Schaden ist doch nun sicher reguliert und der Zustand vor dem Schadensereignis wieder hergestellt?

Was möchten sie nun noch bewirken?

Nachdenkliche Grüße

Alex



Guten Morgen Alex



Der Sachstand ist so: Das Gutachten wurde erstellt, reguliert wurde nichts, wir haben den Schaden (ca. 120.000 Euro) selbst zu tragen.

Dadurch, dass wir mit dem Beginn der Sanierungsmaßnahmen 100 Tgae warten mussten, kann sich der Schwamm in alle Richtungen 50 bis 100 cm weiter ausgebreitet haben. Dies hat eine erhebliche Vergrößerung des Schadens nach sich gezogen.
Beispielsweise musste ein Fachwerk-Wintergarten abgerissen werden, der 3 Monate zuvor noch zu retten gewesen wäre.

Daher meine einfache Frage. Ist es in Ordnung, wenn der Gutachter sich 3 Monate Zeit lässt um einen OT anzuberaumen?
Ja oder nein.

Bewirken will ich erst mal gar nichts. Wenn die Wartezeit bis zum OT aber unverhältnismäßig lang war, dann will ich den entstandenen Mehrschaden natürlich vom Verursacher ersetzt haben.



Mal ehrlich,



ich glaube nicht, dass der Hausschwamm in der Wartezeit so viel zusätzlichen Schaden angerichtet hat. Es sei denn die begünstigenden Umstände (siehe Fachliteratur)wurden noch erweitert. Gibt es über die diesbezügliche Schadenserweiterung Bilddokumente, oder noch besser eine Bilddokumentation?


Grüße Alex



Naturlich ehrlich, was sonst?



Ihr Glaube in allen Ehren, aber ich schrieb doch:

"Dadurch, dass wir mit dem Beginn der Sanierungsmaßnahmen 100 Tgae warten mussten, kann sich der Schwamm in alle Richtungen 50 bis 100 cm weiter ausgebreitet haben. Dies hat eine erhebliche Vergrößerung des Schadens nach sich gezogen.
Beispielsweise musste ein Fachwerk-Wintergarten abgerissen werden, der 3 Monate zuvor noch zu retten gewesen wäre."

Soviel zusätzlicher Schaden ist definitiv entstanden. Dokumentiert von einem Hausschwamm Sachverständigen.

Darum geht es mir auch gar nicht. Die Frage ist: Ist eine Reaktionszeit von mehr als 3 Monaten bei der Diagnose Hausschwamm bis zu OT gängige Praxis oder sollte/müsste nicht sehr Zeitnah ein OT anberaumt werden?



Bearbeitungszeit Gerichtsgutachter



Gerichtsaufträge erfordern, bedingt durch ggf. einzuhaltende Ladungsfristen und besonders sorgfältige Recherchen, etwa 8 Wochen Bearbeitungszeit.

So bedauerlich es hier in diesem Fall geschehen ist, wird vermutlich die 12 Wochige Wartezeit ohne vorherigen Ortstermin, folgenlos für den Gutachter bleiben.

Sie haben jedoch im Vorfeld das richtige gemacht und schriftlich Bedenken eingereicht.

Nur mal nachgefragt, geht es hier um einen Versicherungsfall?

Liebe Grüße



Zweifeln



dürfte doch erlaubt sein, ob durch die Wartezeit ein zusätzlicher Schaden in Höhe von 120000€ entstanden ist?

Stellen Sie doch bitte mal ein Bild rein, Schaden vor und nach der Wartezeit.

Ich mag Ihnen nicht unbedingt etwas unterstellen wollen, aber die etwas scharfe Fragestellung und Antwort auf Antworten hier im Forum finde ich nicht unbedingt konstruktiv.

Sie erwarten Antworten zu Ihrem Nutzen....ok, aber dann müssen sie auch Informationen liefern. Pauschal geht das nicht, ist immer sehr individuell.

Und ein Anwalt auf Baurecht spezialisiert, dürfte wenn es nachweisbar ist, recht gute Möglichkeiten haben, Sie erfolgreich zu vertreten. Rechtsberatung kann und darf hier kein Mitglied geben.


Grüße Alex



Es tut mir leid, aber...



@ Alex
zum Lesen gehört auch das Verstehen.
Ich habe nichts von einem zusätzlichen Schaden von 120.000 Euro geschrieben. Ich habe geschrieben, dass der GESAMTSCHADEN 120.000 Euro beträgt. Darin nicht enthalten sind Wertminderung und Mietausfall.

Der zusätzliche Schanden ist beispielsweise ein Fachwerk-Wintergarten mit einer Gesamtfläche von 40 m² auf zwei Etagen plus Satteldach. Dieser war, als der Schwamm entdeckt wurde noch außerhalb des Sicherheitsbereichs. Zu Beginn der Sanierungsmaßnahmen jedoch so nah am Schwamm dass er abgerissen werden musste.
In Euro habe ich diesen Schaden nicht beziffert.

Scharfe Fragestellung? Es ist eine ganz einfache Frage, nicht wertend, nicht angreifend, nix. Ich erwarte auch keine bestimmte Antwort. Ich hätte mir ein einfaches ja oder nein erhofft.

@ Reselw
vielen dank für Ihre Antwort. Damit kann ich doch etwas anfangen. Danke. Dann hat es wenig Sinn, Forderungen an den Gutachter zu stellen.

Ja, es handelt sich um einen Versicherungsstreitfall. Unserer Meinung nach, und nach der des die Sanierung begleitenden SV ist ein Wasserrohrbruch knapp 2 Jahre vor der Entdeckung des Schwammst eine wahrscheinliche Ursache.

Aber das ist eine ganz andere Geschichte.



Aber das ist eine ganz andere Geschichte....



und da liegt der Punkt!

Man kann eine Sache nur ganzheitlich und allumfassend beurteilen und wenn möglich bewerten.

Ich bin überzeugt, der Wintergarten hätte nicht abgerissen werden müssen. Aber wer immer schön nach DIN agiert....
Sicher hätte es da eine Alternative gegeben. Dies wird in der Denkmalpflege sehr oft durchgeführt und hat sich bewährt. Da braucht man natürlich auch Fachleute aus dem Bereich Denkmalpflege, keine Industrievertreter...

Ps. Wurde das Haus nach dem Wasserrohrbruch fach und sachgerecht getrocknet, die Böden möglicherweise bei Bedarf geöffnet....?

Aber das ist eine ganz andere Geschichte....



Grüße Alex



Hallo Alex,



der Wintergarten war leider nicht mehr zu retten. Die Gefahr war uns einfach zu groß.

Unserer Meinung nach und nach Meinung unseres begleitenden SV wurde nicht fachgerecht getrocknet.
Es wurden keine Böden geöffnet, es wurde ein Zimmer komplett vergessen in die Trocknung einzubeziehen, die Öfen wurde 4 Tage vor der veranschlagten Zeit abgezogen, weil sie woanders gebraucht wurden. Die noch vorhandene Restfeuchte sollte aber nach Aussage des Mitarbeiters keine Gefahr darstellen.
Es existiert kein Trocknungprotokoll.
Ich könnte die Aufzählung noch eine Weile fortsetzen. Aber all das spielt keine Rolle mehr, weil der Gutachter auf all dies Punkte nicht einging. Und leider ist es ja so, dass das was der Gutachter schreibt Beweiskraft hat und wir können es uns nicht leisten ein weiteres Gutachten in Auftrag zu geben, dass ja auch nur bedingt etwas vor Gericht bewirken würde.





Lieber Alex,

Sie schießen hier aber ein Ferndiagnostisches Feuerwerk in den Himmel das zudem einen Riesen Bogen um die eigentliche Frage macht.

Woher wissen Sie ob der Wintergarten noch zu retten war?

Was haben Sie gegen die DIN, kennen Sie die überhaupt?

Es geht auch nicht darum ob Sie glauben in welchem Zeitraum der Hausschwamm welche Schäden anrichten kann oder nicht.

Die Frage wurde bereits im ersten Beitrag von Herr Böttcher beantwortet.
Und so ist es, ob das den hier beteiligten nun passt oder nicht.

Grüße
Oliver Struve



Herr Struve...



Erfahrung macht den Meister, nicht die Kammer.

Ein interessanter Spruch....
Im Gegenteil zu vielen Mitmenschen in der heutigen Zeit rede und schreibe ich nur über Dinge, welche ich verstehe.

Und aus meiner langjährigen Erfahrung aus der Denkmalpflege ist mir sehr gut bewußt, dass zu viel Bausubstanz vernichtet wurde, nur weil man getreu der DIN 68800 gearbeitet hat. Es gibt Alternativen, welche auch schon mit langjährigem Erfolg angewendet wurden. Die Ausführung nach DIN macht zwar den Bauausführenden glücklich und reicher und schützt diesen vor nachdenklicher Vorarbeit. Ja leider ist es so, aber ich möchte damit keinesfalls alle DIN Normen...in Frage stellen. Sie haben Berechtigung!!! Es ging hier nur um das Fachgebiet "Echter Hausschwamm" und die diesbezügliche Bekämpfung (welch ein Wort).

In diesem Sinne Herr Struve, ich akzeptiere Ihre fachliche Kompetenz und dem freundlichen Frager verweise ich gern auf die Antwort von Herrn Böttcher.



Das ist ja nett, Alex



aber geholfen hat nicht die Aussage von Böttcher sondern die von Peter Grolms.

Und natürlich habe ich mich an die DIN zu halten. Das ist eine überflüssige Diskussion. Wenn ich nicht nach DIN saniere (n lasse), dann kann ich das Haus auch gleich abreißen.
Zu verkaufen wäre es jedenfalls nicht mehr.

Trotzdem gilt mein Dank allen, die sich an der Diskussion beteiligt haben und wünsche allen, dass sie nie in eine solche Situation kommen. Ein Feuer wäre mir lieber gewesen, das ist wenigstens versichert bzw. versicherbar.



DIN - Stand der Wissenschaft und Technik



Als Sachverständiger und vor Gericht gilt die DIN jeglicher Art nicht.

Vor Gericht gilt der ""Stand der Wissenschaft und Technik"" mit dem Sachverständigen, der dies als Sachverständiger vorträgt.

Ich will die Details hier nicht weiter mit der DIN ausweiten, die eine Lobby von Interessen Vertreten mit """DIN-Vorentwürfen"" ist.

Liebe Grüße



Anke Herr Grolms,



dass Sie auf diesen kleinen, aber entscheidenden Unterschied hingewiesen haben.

Mir wurde auch jede Maßnahme als DIN konform angeboten, doch welchen zusätzlich Nutzen der zusätzlich Aufwand hat, konnte mir niemand erklären, außer dass das Konto der Ausführenden besser gefüllt wird.
Mein Architekt sucht nicht nur in der DIN, sondern nach sinnvollen Alternativen.

Soweit mein Exkurs zur bzw von der DIN weg.


Klaus



Gutachter



Hallo Herr Scholz,
auch auf die Gefahr hin wieder von einem Jan Wagner als unhöflich bezeichnet zu werden muß ich noch mal in meinem "unmöglichen anfahrenden Ton" antworten:

1. Hier ist kein Rechtsforum, rechtliche Beratung dürfen nur Anwälte bzw. im eng begrenzten Bereich Gutachten SV vornehmen.

2. Ob eine Terminisierung des SV rechtens ist oder nicht kann nur der verhandelnde Richter entscheiden, das liegt in seinem Ermessen. Es gibt keine! gesetzlichen oder anderweitigen Höchstfristen für eine Gutachtenerstellung.
(Damit wäre Ihre Frage eigentlich beantwortet. Es nützt ihnen nichts, wenn sie hier gemeinsam beweint werden oder das lesen wollen was sie tröstet, das wäre eine Aussage wie z.B. ... Monate sollten reichen.)

3. Ich wiederhole mich: So ziemlich das Schlimmste was Sie (oder Ihr Anwalt) machen können ist dem Richter vorzuschreiben wie er seine Arbeit zu machen hätte indem sie ihn besserwisserisch auf angebliche Fristen die üblich sind hinweisen.

4. Es gibt in der ZPO Regelungen bezüglich Verzögerungsschäden. "...Der gerichtliche Sachverständige hat sein Gutachten in angemessener Frist oder in der ihm vom Gericht gesetzten Frist zu erstatten..." (§411 ZPO)
..."Grobe Zeitüberschreitungen können ihn haftbar machen, etwa, wenn in einem selbstständigen Beweisverfahren erkennbar ein naheliegender Schaden droht oder wenn er trotz offensichtlicher Dringlichkeit noch ein Privatgutachten vorzieht, weil er daran mehr verdient. In derartigen Fällen ist auch die Anwendung des §826 BGB zu prüfen." (aus: Carl R. Wellmann, der Sachverständige in der Praxis, Werner Verlag 7. Auflage)
Ob das zutrifft, sollte Ihr Awalt prüfen.
Ich glaube nicht das dieser Fall hier vorliegt.

Bleiben wir mal bei Ihrem eigentlichen Problem, dem Wasserschaden:
Ob und was da gelaufen ist und wer dran schuld ist kann hier nicht geklärt werden, da es nur Ihre sehr magere Version gibt.
Deshalb halte ich mich an Ihre Terminangaben:
Im Sommer 2009 wurde " in unserem Haus ein echter Hausschwamm von einem Sachverständigen zweifelsfrei festgestellt".
Da haben Sie erst einmal ein privates Beweissicherungsgutachten, das den Stand Sommer 2009 dokumentiert (ich hoffe es gibt ein schrifftliches Gutachten mit Fotos!)und einen sachverständigen Zeugen den Sie in einem Rechtsstreit hätten benennen können. Mit dieser Beweissicherung hätten sie erst einmal einige Sicherungsmaßnahmen zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung vornehmen lassen können bzw. müssen.
Lassen wir jetzt mal die Frage beiseite wozu Sie jetzt noch einmal ein selbstständiges Beweissicherungsverfahren beantragt haben und schauen uns die Termine an:
Im November 2009 erfolgte der Auftrag an den SV.
Ca. 2 Wochen sind für die Prüfung des Auftrages und die Entscheidung über die Annahme üblich.
Dann war wahrscheinlich Dezember.
Dann hätte der SV die beiden Parteien zur Ortsbesichtigung mit angemessener Fristsetzung einladen sollen. Das wäre denn irgendwann Ende Dezember/Anfang Januar gewesen.
Das können Sie also vergessen, in der Weihnachtszeit passiert da nix.
Warum der SV im Januar keinen Termin anberaumt hat weiß niemand von uns, lags am Wetter, war er krank, hatte er Urlaub, konnte eine der Parteien nicht teilnehmen...
Ihre Frage zielt darauf ab ob ihm als Begründung Schlamperei oder Faulheit zu unterstellen sei. Das ist reine Spekulation.

Halten zu Gnaden Herr Wagner, das ist nun mal meine direkte und unmögliche Art. Wir sind hier nicht im Forum vom Jungfrauenschutzverein Mariahilf.

Zum Schluß noch zur Ausbreitung des EHS:
Wir wissen nicht ob das Gebäude in der Zeit bewohnt und damit beheizt war oder ob es leer stand.
Bei Leerstand und ohne Heizung glaube ich nicht, das im Winter EHS so rapide wächst wie von ihnen angegeben.

Viele Grüße
Georg Böttcher



@Jan Wagner



Aber Georg Böttger hat doch absolut recht und drückt sich unmissverständlich deutlich aus . Manchmal müssen eben klare Worte zum direkten Verstehen benutzt werden . Und....wer wird denn gleich die Mimose spielen ?



Vielen Dank Herr Böttcher



diese Ausführungen haben mir geholfen.
Nein, ich will weder beweint werden noch etwas lesen was mir gefällt.

Wenn dem so ist, dass ein Gutachter da frei ist, dann ist das so.

Ich habe das ganze Thema bewusst nur auf diese eine Frage abgestellt, weil alles andere zu weit führen würde.
Nur soviel. Das Gutachten des Beweissicherungsverfahrens besteht zu größten Teil aus aus dem Internet kopierten Texten, inkl. Rechtschreibfehler.
Es wurde eine Ursache genannt, die unmöglich der Auslöser sein kann. Wortwörtlich wurde die Argumentation der Trocknungsfirma übernommen, obwohl kein Trocknungsprotokoll existiert, aus dem die Trocknungsmaßnahmen und die zum Ende verbliebene Restfeuchte hervor gehen.
Des weiteren wurde ein komplettes Zimmer "vergessen" zu trocknen. Und obwohl dies dem Gutachter bekannt ist, geht er der Einfachheit halber davon aus dass die Trocknung ordnungsgemäß verlaufen ist.


Aber das alles ist Schnee von gestern. Ich habe gelernt, dass, wenn der Gutachter behauptet Wasser läuft bergauf, dann ist das so. Geld für ein Gegengutachten haben wir nicht.

So ist das.



Vergessenes



Das Haus war während dieser Zeit zwar nicht bewohnt aber beheizt.



Gutachter



Wenn Sie in dem Gutachten Ihrer Meinung nach Fehler finden dann informieren Sie das Gericht (nicht den Gutachter!) darüber und bitten Sie, eine Nachbesserung zu veranlassen.
Der Richter entscheidet dann nach seinem Ermessen.

viele Grüße



Danke



Aber das alles haben wir ja getan. Wie Sie sicher wissen, ist es sehr schwer etwas gegen ein Gutachten zu unternehmen das im Rahmen eines Beweissicherungsverfahrens erstellt wurde.
Wir haben eine Stellungnahme unseres SV dem Gericht übergeben. Nun ja, das ist natürlich parteiisch, sehe ich ein.

Und ein weiteres Gutachten, sollte es denn überhaupt angeordnet werden, können wir uns schlicht nicht leisten.

Dabei würde eine einfache Inaugenscheinnahme genügen um zu erkennen, dass die vom Gutachter benannte Ursache nicht die Ursache sein kann. Und das ist das eigentlich bittere daran, es ist offensichtlich aber es fehlt schlicht das Geld.

Aber genug gejammert. Es geht weiter! Vielen Dank nochmal an alle die sich hier so rege beteiligt haben!

Und an alle, die mal einen Rad-Urlaub auf dem Vulkanradweg in der Wetterau (Hessen) planen: Die Pension Keltenblick freut sich, Sie begrüßen zu dürfen.





@Alexander

Ich sehe hier weniger das Sie wissen worüber Sie schreiben als viel mehr einen Rundumschlag gegen irgend welche Regelwerke die Sie offensichtlich nicht zur genüge kennen.

Die DIN, egal welche, sind grundsätzlich erstmal nur Empfehlungen.

Kein Auftraggeber wird gezwungen nach den Empfehlungen der DIN ausführen zu lassen.
Entscheidet sich ein Auftraggeber aber für die Ausführung nach DIN und vergibt so den Auftrag an einen Handwerker ist diese DIN Rechtsverbindlich, auch vor Gericht Herr Grolms.
Die Frage die der Richter stellt ist nämlich:
“was wurde Beauftragt”
Und aus dieser Frage ergibt sich dann auch was der Handwerker dem
Auftraggeber schuldet.

Im übrigen lässt grade auch die DIN 68800/4 genug Spielraum für Abweichungen, z.B. im Denkmalbereich, zu.
Die müssen dann freilich auch mit dem AG abgestimmt werden.

Es ist nicht immer alles schlecht nur weil man es nicht versteht.

Grüße
Oliver Struve



Herr Stuve,



können sie sich für eine Definition entscheiden?
Gibt es Ausnahmen?

Ist die DIN nun verbindlich vor Gericht, wenn nach DIN der Auftrag vergeben wird, oder nicht?
Wenn ersichtlich ist, dass es durch Baustoffe, die der DIN entsprechen, ein späterer Schaden entstehen kann, dann bauen sie diese Baustoffe ein, ist ja nach DIN?

Wenn wir in unserem Betrieb uns nur an die DIN halten und es geschieht ein Unfall, da fragt niemand nach der DIN, wenn nicht nach dem Stand der Technik produziert wird, wir es eng.

Dabei ist es im Maschinenbau viel einfacher als bei Renovierungen und Modernisierungen, denn die vor 200 Jahren verwendete Baustoffe und Techniken sind nicht untersucht worden und entsprechen nicht der DIN.


Klaus



Anerkannte Regeln der Technik und DIN-Normen



Die DIN-Normen sind nach einer Entscheidung des BGH private technische Regelungen mit Empfehlungscharakter.

Die DIN-Normen sind keine Rechtsnormen, sondern private technische Regelungen mit Empfehlungscharakter. Sie können die anerkannten Regeln der Technik wiedergeben oder hinter diesen zurückbleiben.
BGH vom 14. Mai 1998 - VII ZR 184/97

@Struve
Sicherlich würde ein Richter nach der Vertragsgestaltung fragen. Die DIN-Norm erfüllt jedoch nicht den Sollzustand einer Minimalforderung ("Anerkannte Regeln der Technik").

Für den Gutachter und Sachverständigen gilt der "Stand der Wissenschaft und der Technik ".
Richtige Ausführung oder Beweise nach neueren wissenschaftlichen und technischen Erkenntnissen, ohne dass bereits die überwiegende Mehrheit der Fachleute in der Praxis diese Meinung als richtig anerkennen oder anwenden muss."

Im einzelnen gibt es
-EnEV und Regeln der Technik
-Stand der Wissenschaft
-Stand der Wissenschaft und der Technik
-Stand der Technik
-Allgemein anerkannte Regeln der Technik
-DIN-Norm

"""Große Bedeutung im gesamten Strafrecht haben die Anerkannten Regeln der Technik als Maßstab für die Bestimmung der Pflichtwidrigkeit eines Handelns, insbesondere bei der Prüfung der Fahrlässigkeit. Die Anerkannten Regeln der Technik werden außerdem erwähnt in § 319 des deutschen Strafgesetzbuches (Baugefährdung) „(1) Wer bei der Planung, Leitung oder Ausführung eines Baues oder des Abbruchs eines Bauwerks gegen die allgemein anerkannten Regeln der Technik verstößt und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft...“""
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Regeln_der_Technik

Eine gute Ausführung zu den verschiedenen Regeln und Stand gibt es hier http://www.richtigbauen.de/info/din/din04.htm

Liebe Grüße





Herr Grolms,

Sie schreiben:

>>>“Sicherlich würde ein Richter nach der Vertragsgestaltung fragen. Die DIN-Norm erfüllt jedoch nicht den Sollzustand einer Minimalforderung ("Anerkannte Regeln der Technik").”<<<

Das ist so mal falsch!

Wer um alles in der Welt behauptet das eine DIN-Norm nicht den Sollzustand einer Minimalanforderung erfüllt?

Sie sagten ja selbst schon ganz richtig:

>>>“DIN-Normen sind keine Rechtsnormen, sondern private technische Regelungen mit Empfehlungscharakter. Sie können die anerkannten Regeln der Technik wiedergeben oder hinter
diesen zurückbleiben.”<<<

Herr Grolms, “sie können”!

Das heißt, und das ist eher der Einzelfall, sie müssen nicht zwangsläufig mit den aaRdT konform gehen.
Da fragt sich der Laie natürlich wozu es Normen gibt wenn diese nicht die aaRdT widerspiegeln.

Die Antwort ist recht einfach.

Zum Zeitpunkt der Normung entsprechen DIN Normen schon den aaRdT, nur altern die Normen gelegentlich schneller als es neue technische Erkenntnisse gibt.

Ungeachtet ob eine DIN nun die aaRdT widerspiegelt oder nicht ist allein diese Rechtsverbindlich wenn sie zur Ausführung vereinbart wurde.
Es ist übrigens auch legitim einzelne Details einer DIN zu ändern.
So können z.B. die Tolleranzen aus der Putzer DIN auch abgeändert oder ganz außen vorgelassen werden.

Genau diese Änderungen sind auch bei der 68800/4 möglich, wenn der Auftraggeber z.B. damit einverstanden ist das der Gesundschnitt von Schwammbefallenem Holz auf unter den in der DIN geregelten Mindestabstand von 1m reduziert wird ist das überhaupt kein Problem.
Das nennt man auch Sonderlösung und die sollte freilich schriftlich fixiert werden.

Herr Grolms,
demzufolge ist diese Aussage hier auch falsch:

>>>“Als Sachverständiger und vor Gericht gilt die DIN jeglicher Art nicht.”<<<

Als Sachverständiger habe ich mich doch nur dazu zu äußern was der Richter wissen will.
Wenn die DIN Auftragsgegenstand war wird der Richter den SV fragen:
“Ist die Ausführung DIN konform, Ja oder nein?”


Grüße
Oliver Struve

Sachverständiger für Feuchteschäden an Gebäuden ;-)



Dies ist ein Grund



wieder in die Kirche zu gehen und zu beten.

Herr Stuve, wenn sie wirklich Sachverständiger sind und ggF. von einem Gericht bestellt werden können, dann kann ich jeden Zweifel an Deutschen Gerichten verstehen.

Nicht nur in diesem Threat, sondern auch in anderen zeigen sie neben ihren Äußerungen gegen viele User hier wenig Sachverstand und wenig Höflichkeit.

Vielen Dank fürs Gespräch


Klaus

btw: Schauen sie sich , wenn sie Zeit haben einmal das EU Recht, das in deutsches Recht überführt wurde, genauer an.





Nun lieber Klaus,

ich bin nicht sicher ob Sie meinen Sachverstand zum Thema wirklich einschätzen können, ich glaube aber eher nicht.
Ich sehe auch nicht wo ich hier unhöflich war.
Wenn ihre Art der Höflichkeit ist nicht zu widersprechen wenn einer falsches sagt dann nennen Sie es nur Höflichkeit.
Für mich ist derartiges Verhalten verlogene Feigheit.
Die Anonymität aus der heraus Sie das tun ist zudem Widerwärtig!


Was mich allerdings schon noch interessiert,
Warum stellen Sie ausgerechnet mir der ich doch immer so unfreundlich bin eigentlich eine Frage.

Und noch eins, der Beitrag den Sie so monieren war an Herr Grolms und nicht an Sie gerichtet.