Bewertung Fußbodenaufbau (Neuaufbau mit Dielung)

11.12.2014 J. Neumann



Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Forumsgemeinde,

in unserem neu erworbenen und vermutlich um 1900 erbauten Bauernhaus wurde vor ca. 3 Jahren der schöne Dielenboden entfernt und durch OSB-Platten, Folie und Laminat ersetzt. Das Ergebnis nach dieser kurzen Zeit ist natürlich Kompost (plus Folie).

Das Haus ist nur zu einem Drittel unterkellert. Die unterkellerten Bereiche wurden ebenfalls vor ca. 3 Jahren renoviert (hier liegt wohl ein Estrich, darauf Fliesen).

Wir sind Anfänger und müssen viel lernen. Nach langer Suche traue ich mich nun, einen ersten Vorschlag für den Neuaufbau des Bodens vorzustellen, verbunden mit der Bitte, diesen zu bewerten.

- Entfernung der des Bodenbelags
- Entfernung aller Holzbalken (Unterkonstruktion)
- Entfernung der alten, wohl originalen Schüttung (Sand und bis zu faustgroße Sandsteine - ist der Begriff 'Schüttung' hier richtig?)
- Untergrund ebnen (Planum), ggf. mit Kiessand ausgleichen (welche Qualität und Körnung (Begriff richtig?)?
- Untergrund ggf. verdichten (Handramme)
- Sauberkeitsschicht aus Beton (welche Art und welches Verhältnis? Welche Höhe ist das Minimum?)
- Abdichtung mit Katja Sprint
- Hierauf eine Dämmung. Ich lese immer wieder von Steico-Floor (welche Stärke?)
- Dielung (welcher Art ist noch nicht hinreichend geklärt)

Was ist aus fachmännischer Sicht (gerne auch von Frauen geäußert) hiervon zu halten? Und, das ist noch wichtig, welche Schritte sind ambitionierten und nicht ganz ungeschickten Anfängern mit viel Zeit realistisch zuzutrauen?


Wir sind dankbar um jede Anregung, jeden Hinweis und jede Kritik.

Herzliche Grüße

Julian



Ich bin ...



...keine Frau, aber würde mich dazu trotzdem äußern :-)

Eine Frage vorher: Wieviel Aufbauhöhe gibt es ab Oberkante Kellerdecke? Brüstungshöhen, Türgewände, Treppen, der Anschluß zu anderen Räumen (Flur mit Steinplatten) wären da zu beachten. Kauft oder borgt Euch am besten einen Laser, das geht am einfachsten.

Grüße

Thomas



Herzlichen Dank,



Thomas, für deine Antwort. Ich fahre heute Mittag ins Haus und messe die Höhe. Ich rate (mehr aber auch nicht), dass es bis Oberkante Fußboden 60 cm sind.

Bis heute Mittag und noch einmal vielen Dank!



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Aufbauhöhe



Die Zimmer, in denen ich die Aufbauhöhe überprüfen kann, sind nicht unterkellert (rechte Hausseite). Linke Hausseite ist unterkellert und hier liegt komplett ein Estrich, darauf Fliesen oder billige Dielen. Ich kann den ganzen Kram erst ab nächster Woche rausreißen.

Rechte Hausseite (nicht unterkellert): Auf den Sand mit Bauschutt (mind. 50cm) wurden Balken gelegt (knapp 10 cm). Da ich nur sehr eingegrenzt schauen/graben kann (bin nicht über 45 cm Tiefe gekommen), kann ich nur annehmen, dass unter dem Sand/Schutt das Erdreich kommt. Das Erdgeschoss (Oberkante Fußboden) liegt zwischen 110 cm und knapp 90 cm oberhalb der am Haus verlaufenden abschüssigen Straße.

Noch einmal vielen Dank!



Die ...



...erhöhte Lage des Fußbodenniveaus klingt doch recht komfortabel.

Ich würde, über Erdreich auf einem Schotterbett mit aufliegendem Geovlies, wenigstens 8cm Leichtbeton sauber und nivelliert abziehen. Darauf eine Dichtbahn als Bitumenschweißbahn oder zur Selbstverlegung die Gefitas PE3/300. Darauf 2-4 Lagen Holzweichfaserplatte DOSER DHD 25(mm)N mit eingelegten Lagerhölzern, auf die dann Dielen am besten raumlang mit mindestens 22mm Stärke direkt verschrauben und als Endbehandlung ölen.

Am Ende dieses Verfahrens habt Ihr einen soliden und gut gedämmten Fußboden.

Grüße

Thomas



Prima



Das klingt für mich nachvollziehbar und sinnvoll. Vielen Dank! Würdest du den selben Aufbau für die unterkellerten Bereiche vorschlagen? Hier haben wir zur Oberkante der Kellerdecke vielleicht 70 cm, max. 80 cm.

Deinem Aufbau folgend, müssten sich doch folgende Höhen ergeben:

30 cm Schotter
Flies
10 cm Leichtbeton
Dichtungsbahn
8 cm Doser DHD 25 N (3 Lagen)
3 cm Dielung (etwa)
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51 cm Aufbauhöhe, die dann ggf. über Schotter erhöht wird.

Darf ich noch zwei Fragen stellen:
- Welchen Schotter sollten wir verwenden oder ist das gleichgültig?
- Worin besteht der Sinn der mehreren Lagen Doser DHD 25 N, wieso nicht weniger Lagen von Doser DHD 50 N?



Hallo Julian,



der Schotter ist als kapillarbrechende Schicht gedacht und natürlich außerdem auch billiger Füllstoff. Ich wohne an der Elbe, hier nehme ich z.B. groben Waschkies. Mache das auch davon abhängig, was Du regional preiswert bekommst.

Die 25N empfehle ich deshalb, weil 2 Lagen 25N billiger sind als eine Lage 50N mit Stufenfalz. Außerdem kann so z.B. eine Lage durchgelegt werden und darauf dann 2 Lagen mit zwischenliegenden Lagerhölzern. Diese sollten mindestens ein klein wenig flacher sein als die 2 Lagen, also z.B. 48 x 48mm. Oder aber 40x60 liegend, mit ein klein wenig zusammengeknülltem Papier auf Oberkante HWPL gedrückt.

Die 2 oberen Lagen drittele oder halbiere ich ca. 120 x 180cm), so daß ich auf Lagerholzabstände von rund 60cm komme.

Grüße

Thomas