Betondecken in Fachwerkhaus




Hallo,
Freunde von uns haben ein denkmalgeschützes Fachwerkhaus gekauft,bei dem mein Mann auch bei der Sanierung helfen soll.Im ersten Stock des Hauses sind die Balken die den Fussboden tragen teilweise gebrochen:Der Schwellbalken ist auf einer Seite auch verfault und muß raus.Mein Mann ist Zimmermann und hat so was schon öfter gemacht. So weit so gut. Jetzt kommen aber die Herren Architekt und Statiker mit der Mitteilung``Da müssen überall unbedingt Betondecken rein.(Wegen der Statik!!Hä???)Der Statiker meinte auch noch das Haus wäre ja auf der Nordseite eh mehr Feuchtigkeit ausgesetzt und das würde dann der Beton viel besser aufnehmen als die Holzbalken.Jetzt denken die Bauherren, ja die beiden(Architekt und Statiker) haben doch studiert die werden es ja besser wissen als der Zimmermann.Was meint Ihr zu der Geschichte?



Meine ehrliche Meinung?



Den Architekten auf den Mars und den Statiker auf den Mond schicken. So einen Blödsinn sollte man mir mal erzählen ...

Wir entfernen gerade derartige Bausünden in unserem Fachwerkhaus - zum Glück keinen kompletten Betonestrich.

Überall, wo Beton und zementhaltige Stoffe zur Ausbesserung irgendwelcher Mängel verwendet wurden, fault das Holz vor sich hin. Zum Glück nicht großflächig, aber es reicht. Erst gestern hat mein Mann wieder einige Zementbrocken aus der Lehmwickeldecke geholt und eine zementgebundene Heraklithplatte entdeckt, die noch entfernt werden muss. Die Lehmwickel darüber sehen nicht mehr sehr gut aus. Obwohl nach oben alles offen und auch trocken ist.

Hinter der letzten Platte, die ich vor ein paar Tagen entfernt habe, kam klatschnasses Holz zum Vorschein. Gott sei Dank waren das "nur" die Befestigungslatten. Das darunter liegende Rähm hat nichts abbekommen. Dafür ist der komplette Lehmunterputz rechts und links davon so locker, dass schon alles wackelt. Wir trauen uns im Moment wegen des Wetters noch nicht, das komplett zu entfernen. Vermutlich fallen die Gefache dahinter sofort raus.

Im künftigen Bad war die gesamte Decke vollflächig abgehängt: Heraklithplatten. Das Holz darüber hat in einer Ecke starke Pilzsporen entwickelt. Darüber war die Kehle undicht ...

Im künftigen Gästebad und in der künftigen Leseecke im Büro meines Mannes: Zement an den Außenwänden/verkleidete und hinterlüftete Wetterseite = starke Schädigungen von Holz und Ziegelausmauerung. Die Ausmauerung war locker und mürbe, der Unterputz abgelöst.

Kleinere Reparaturen mit zementhaltigem Putz = Schäden am umliegenden Holz.

Einbetoniertes altes Naturstein-Waschbecken = komplette Schwelle auf der Länge des gesamten Gefachs (ca. 1 m) weggefault und darüber liegende Ziegelausmauerung mürbe. Trotzdem die Rückseite frei lag.

Die Liste ließe sich noch erweitern. Ich stelle gerne ein paar Bildchen zur Verfügung.

Kopfschüttelnde Grüße
Ulrike



So ein Unsinn!



Hallo,
ich bin immer wieder erstaunt, was Kollegen alles so von sich geben.
1) Eine Betondecke würde die Statik des Hauses nicht verbessern, sondern eher verschlechtern! Denn, und das kann man den Herrn gerne mal fragen, wie will er seine erhöhten Lasten aus der Betondecke, die ungefähr 5x so hoch sind wie aus einer Holzdecke wegbekommen?
2)Betondecken würden vor allem, eine Erhöhung der Steifigkeit bedeuten, die für ein Fachwerkhaus, als eher "weiche" Konstruktion ungünstig wirken.
3) Es gibt genügend Beispiele, wie diese Holzdecken auszuführen sind. Auch in Hinblick auf Schallschutz oder ähnliches. Also, nie und nimmer Betondecken einbauen!!!
4) Vor der Sanierung, überlegen, warum die Balken abgefault sind. Dann die Maßnahmen planen, um diesen Schaden in Zukunft zu vermeiden. Z.B: Waren die Balkenköpfe eingemauert? War die Mauerschwelle komplett eingemauert? Dann ist es keine große Frage, warum sie abgefault sind.



Es sei noch gesagt,



dass es durchaus fähige Ingenieure (Planer und Statiker) gibt, die sich mit Holzkonstruktionen und deren Sanierung sehr gut auskennen.
Eine entsprechend fähige Person sollte zur Begleitung der Arbeiten, da an den Tragsystemen saniert werden muss, an die Baustelle geholt werden.



Betondecke?



Dachog. Ich kenne keine, auf althergebrachten Fachwerkwänden gelagerte Betondecken. Oder sind etwa Holzverbunddecken gemeint? In den Obergeschossen alter Fachwerkhäuser hat man auf die Holzbalkendecken ja Gipsetriche in einer besonderen Verarbeitung aufgebracht. Mfg ut de Oltmark