Alter Betonboden / feuchte Flecken an den Wänden

30.03.2009



Hallo,
hätte wieder mal ein paar Fragen:
1. Bin gerade dabei, in meinem zukünftigen Bad einen alten Betonboden rauszugeben, um darauf später einen Estrich + Fliesen zu verlegen. Das Haus steht auf einem Lehmboden.
Habe zwar schon einiges über Bodenaufbauten im Forum gelesen, möchte aber trotzdem noch einmal fragen, wie ich nun am besten vorgehe. Folie? usw.
2. Habe letzten Sommer in 2 Räumen den losen, teils sehr feuchten Kalkputz runtergeschlagen und dann aus UNWISSENHEIT mit einem Kalk-Zement-Sand Gemisch neu verputzt. Natürlich haben wir die Wände vorher einige Wochen trocknen lassen. Ich muß noch dazu sagen, dass in diesem Haus Jahrzehnte lang nichts gemacht wurde und wir bis jetzt durch ständiges Lüften die Feuchtigkeit in den Wänden beträchtlich reduzieren konnten.
Da sich nun wieder nasse Flecken an einigen Stellen bilden, möchte ich diese nochmals runterschlagen und es mit einem reinen Kalk-Sand Putz versuchen. Muss ich die trockenen, festen Stellen auch entfernen, oder reicht es, wenn ich die feuchten erneuere?

Danke im voraus für alle Tipps und Ratschläge!
Andi H.



Wandputz



Hallo Andy,
Deine Meinung, der Zement im Putz sei an den feuchten Flecken schuld ist unlogisch, denn:
- der alte Kalkputz war auch feucht und zwar ohne Zement,
- der neue Verputz ist nur an einigen Stellen feucht.
Wenn Zement die Ursache ist, warum war dann der alte Kalkputz feucht?
Warum ist der neue Putz nicht überall feucht, es ist ja auch überall Zement drin?
Also- bevor Du wieder ans Abschlagen gehst, solltest Du erst mal die Quelle der Feuchtigkeit feststellen und sie falls möglich abstellen.

Warum soll der Betonfußboden im alten Bad eigentlich heraus?

Viele Grüße



Wandputz/alter Betonboden



Servus Georg,
die Räume sind leider alle sehr niedrig und im Bad gehen sich ein Estrich + Fliesen auf den bestehenden Betonboden keinesfalls aus.
Was die feuchten Wände betrifft; Ich werde in den nächsten Wochen ein Drainagerohr an der Außenmauer (Hanglage) verlegen, da ich mir zu 90% sicher bin, dass die Feuchtigkeit von da her kommt.

lg Andi



alter Betonboden



Das mit dem Badfußboden ist mir jetzt klar.

Die Dränung vor der hangseitigen Wand ist nicht so einfach. Man kann da eine Menge Fehler machen, die statt zu einer Entwässserung zu einer Bewässerung der Wand führen können und die Situation nur verschlimmern.
Genauers kann ich dazu nur sagen, wenn Du ein oder zwei Fotos und ein paar Angaben zur Geometrie (Fußbodenhöhen, Fundamentober- und Unterkante, Raumhöhe usw.) machst.
Nimm die jetzige Fußbodenhöhe als 0,00 Bezugshöhe an und gib die anderen Höhen in cm + (höher) oder - (niedriger) an.
Dann fehlt noch die Dicke und das Material der Wand und die anstehenden Bodenschichten.

Viele Grüße



alter Betonboden



Nachtrag zu meinem Beitrag:
Da mir die Sache irgenwie bekannt vorkam, habe ich mal nachgegraben:
Die Antwort hätte ich mir sparen können, alles Wichtige ist von F.K. und mir bereits gesagt worden.
Und da bereits ein mit Dränung erfahrener Baggerfahrer bereitsteht, hat sich das mit den Angaben zur baulichen Lage wohl erledigt.
Oder???



feuche waende



Hallo,
ich denke Sie brauchen fuer die feuchten Waende eine leistungsfaehigeren Kalkputz. Roefix hat glaube ich hydraulkalk-Leichtputze, das wuerde ich nehmen.
Was die FB betrifft, so propagiere ich Kalkboeden in alten Haeusern.
Gruss Norbert Hoepfer



Alter Betonboden



Hallo Georg,
ja,zum Thema Drainage habe ich schon einige Tipps von Euch bekommen;danke nochmals.
Wenn ich Dich richtig verstehe, bist du kein Gegner von Zement bei feuchten Wänden?
Wie ich bereits erwähnt habe, stehe ich erst am Anfang meiner "Heimwerker-Karriere". Ich habe nun schon so oft gelesen, dass der Zement die guten Eigenschaften des Kalkes zunichte macht. Aus diesem Grunde dachte ich mir, ich klopfe die feuchten Stellen wieder runter.
Kannst Du mir in Bezug auf den neuen Betonboden noch Deine Meinung sagen? Wie stark, Dämmstoff, Folie usw. ? Ist ein 16/32 er Schotter Deiner Meinung nach ok?

Danke + lg
Andi



Wandputz



Hallo Andi,
Baumaterialien sind weder gut noch schlecht (wenn man mal von Pfusch beim Produzenten absieht). Ob die dem Material zuzuordnenden Eigenschaften gut oder schlecht sind, hängt immer vom Verwendungszweck ab.
Zum Betonieren einer Schlitzwand oder zum Verputzen einer Kelleraußenwand ist Kalk als Bindemittel denkbar schlecht geeignet.
Für Innenputz ist er sehr gut geeignet.
Etwas Zement beigemischt schadet nicht, die Sorptionseigenschaften werden praktisch nicht beeinträchtigt.
Außer reinem Luftkalk beinhalten die üblichen Kalksorten auch Zementmineralien als natürliche Bestandteile.

Zur Frage nach einem Bodenaufbau für ein Bad:
Eine kostengünstige und übliche Variante ist:
- Sauberkeitsschicht aus Kiessand 0/16 als Planum,
- Ölpapier oder Folie als Trennlage,
- ca. 5- 10 cm Unterbeton C 25/30 KR,
- Abdichtung aus Schweißbahn oder Folie,
- 5-8 cm Styrodur als Dämmung,
- Folie,
- ca. 45 mm Zementestrich.
Das ergibt einen Gesamtaufbau von ca. 25- 30 cm Höhe.

Viele Grüße