Fußbodenaufbau gegen Erdreich

24.03.2010



Hallo zusammen,

wieder mal das leidige Thema.
In unserem 150 Jahre altem Fachwerkhaus ist aktuell folgender Fußbodenaufbau:

erdreich
ca. 20 cm Beton
Fliesen

also ohne kapillarbrechende Schicht und ohne Folie

in fast allen Räumen wollen wir das aus finanziellen Gründen auch so lassen.

in unserem neuen großen Wohnzimmer (45qm) , dass aus mehreren kleinen Räumen (2. Küche, HWR, Bad, WC) und einem Teil der Scheune bestand (die Wände haben wir schon entfernt) stellt sich uns die Frage ob wir hier aufgrund unterschiedlicher Bodenniveaus den Betonboden "rauskloppen" und neu aufbauen oder wie wir ihn oberhalb neu aufbauen.


eine Stufe zur offenen Küche nebenan wäre kein Problem.

ca. 4 qm haben wir aufgrund der Wasserrohre schon freigelegt.

Was tun?

Unser "Berater" (Baubiologe) schlägt folgenden Aufbau vor:

Beton entfernen und ca. 20 - 30 cm Erdreich auskoffern.
Geovlies
Schaumglasschotter ca. 20 cm
Diesen dann mit Beton "ausgiessen" um zu verhindern, dass sich vielleicht kleines Getier im Schotter verirrt.
Darauf Lagerhölzer
Dämmung im Zwischenraum ca. 8 cm
Holzdielen

Als Randdämmung Foamglasplatten


Gehts auch günstiger? Foamglasplatten kosten ja ein vermögen! Und Beton muß ich auch nicht unbedingt haben...


Am liebsten würden wir den alten Boden drin lassen und darüber eine Wärmedämmende Konstruktion aufbringen. Aber wie?



Hatten wir gerade



ganz ähnlich, daher möchte ich einfach auf die entsprechende Diskussion zu meiner Frage verweisen.
http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/139069$.cfm

Wir haben den Beton überall entfernt, da die Niveaus zu unterschiedlich waren (Stufen mit 5cm Höhe mitten im Raum (damit eine nach innen aufschlagende Tür trotz erhöhtem Boden im restlichen Raum noch öffnet) sind äußerst unpraktisch...), 20cm Beton sind aber übelst viel.

Im Prinzip, wenn Raumhöhe keine Rolle spielt (für meinen persönlichen Geschmack beginnt das bei 4m, darunter zählt jeder Zentimeter der an Höhe zu gewinnen ist), könnte man vermutlich einen ähnlichen wie den mir vorgeschlagenen Aufbau auf den vorhandenen Fliesen machen.



vielen Dank, werde ich mir gleich durchlesen



vielleicht sind es nur ca. 15 cm Beton, auf jeden Fall müssen wir hier mit nem Presslufthammer zu Werke gehen :-(

es wird keine Tür zum Nebenraum geben, sondern einen ca. 1,80 meter breiten Durchbruch zum offenen Esszimmer bzw. zur Küche. Daher wäre die Stufe vertretbar.
Wir haben die Decke komplett frei gelegt bis OK Geschoßdecke um die Deckenbalken zu sehen.
Raumhöhe ca. 3,5 meter bis UK Deckenbalken - also Platz satt für neuen Fußbodenaufbau





Hallo,

Dann machen Sie doch einfach:
eine Horizontalabdichtung V60S4,
Lagerhölzer,
Dämmung in Zwischenraum ca. 8 cm,
und Holzdielen auf den vorhandenen Boden.

Grüße aus Schönebeck



Bei uns



hatten wir Estrichstärken je nach Lust und Laune zwischen 1,5 und knapp 20 cm, da man sich anscheinend nie die mühe gemacht hat, den Erdboden auch nur annähernd zu nivellieren. Da hat ein 5kg-Vorschlaghammer noch gereicht, auch wenn die dicksten Stellen sehr grenzwertig waren. Der Vorteil ist, daß Beton hart aber nicht besonders zugfest ist, d.h. er bricht leicht wenn er nicht vollflächig auf einer harten Unterlage aufliegt (bei altem Lehm etc. meiner Erfahrung nach nicht gegeben).

So sah das übrigens bei uns aus, an einer der harmloseren Stellen (ca. 10 cm). Von oben nach unten: PVC-Belag, Estrich, Folie, Glaswolle(!), Flämmpappe, Estrich, Erde. Als wir beim zweiten Estrich angelangt sind, haben wir uns wie der vornehme Wiener sagt leicht gepflanzt gefühlt.



Ich weiss ja nicht um wieviel Höhenunterschied



es sich handelt.
Aber hier wäre es denkbar, mit Thermo-Mix zu arbeiten, um eine einheitliche Höhe zu realisieren.
Bei Fragen einfach melden.

Grüsse Thomas



Nabend Herr Struve



nett mal wieder von Ihnen zu hören.

Gilt Ihr Vorschlag jetzt für einen Bodenaufbau auf den vorhandenen Fliesen?

einfach diese Folie drüber und Peng ?
vorher eventuell ne Ausgleichsmasse über die Fliesen um alles zu ebnen, dann Folie und dann die Lagerhölzer?

und zum Thema vorhandener Betonboden:

wir wollten einige Wasser- bzw. Abwasserleitungen Freilegen und haben dafür einen 18 Kg Bohrhammer mit ordentlich wumms ausgeliehen.
für einen Kanal von ca. 40 cm breite und 2 meter Länge haben wir locker 6 Stunden gebraucht! Hartcore !!!
Also wie gesagt... am liebsten würden wir den Beton drinlassen





Hallo,

wenn Höhe keine Rolle spielt und die Fliesen fest sind können Sie da auch drauf gehen. Die V60S4 ist aber keine Folie sondern eine Bitumenschweißbahn.

P.S. was macht die dubiose Wand?

Grüße aus Schönebeck



@ Th. Kehle



die Höhenunterschiede sind unterschiedlich :-)

z. T. ca. 2 - 4 cm, aber auf einer Fläche von ca. 15 qm (Öltanks und Scheune) liegt das Bodenniveau locker 15- 20 cm tiefer. Kann der Ausgleich hier nicht einfach mit Schaumglasschotter erreicht werden, und dann insgesamt auf 10 cm oberhalb des höchsten Bodenniveaus aufgebracht werden?

Dann die Abdichtungsbahn, Lagerhölzer etc.?
Das wäre doch Wärmedämmung und Bodenausgleich in einem, oder?



:-) die Fliesen sind sozusagne "Bombenfest", so wie alles in diesem Haus



die dubiose Wand? welche von den vielen meinen sie :-)

lustig, was wir dann alles vorgefunden haben!

Der Vor-Vorbesitzer, der in diesem Haus wohl so ziemlich alles auf den Kopf gestellt hat, hatte glaub ich einen Hang zu Zellulose.
Sämtliche Außenwände, als auch neu gezogenen Innenwände wie auch das Dach sind randvoll mit Zellulose. und dann alles mit Fermacellplatten - Kreuzfugen obligatorisch :-) ich freue mich schon auf die Kilometer Amierungsgewebe um den Lehmputz an die Wände zu bekommen.

zur dubiosen Wand (im übrigen die einzig ungedämmte Wand):

2-schaliges Mauerwerk mit ca. 6 - 8 cm Zwischenraum. Daher wurde wohl aussen z-T. nicht richtig verfugt - wegen der Lüftung - oder so ....
hierzu mal ne ganz dämliche Frage.
jetzt mal unabhängig von der Möglichkeit es einzubringen... kann man zweischaliges Mauerwerk auch mit Glasschaumschotter füllen?

unser Berater / Betreuender Baubiologe hatte diesen Vorschlag als Ergänzung zur Innendämmung mit 6 cm Holzfaser gemacht ....


und zur Schweißbahn: Folie habe ich hier universal einsetzen wollen, weils schneller zu tippen ist :-)





Ich wüsste nicht mit welcher Technologie man Glasschaumschotter dort rein bekommen sollte.
Zellulose könnte man über einige Öffnungen einblasen.


Grüße aus Schönebeck



....



hab doch geschrieben -mal unabhängig davon den Schotter in die Wand einzubringen...

kann man den Glasschaumschotter als zusätzliche Wanddämmung verwenden oder nicht?



Nun



Es kommt natürlich auch darauf an, was für einen Boden Sie haben wollen.

Bei Parkett und Fliesen, können Sie mit Thermo-Mix Ihre gewünschte Höhe realisieren und nach Trocknung direkt darauf Fliesen.

Bei Dielenboden
schaffen Sie mit Thermo-Mix oder Thermo-Plan eine ebene Fläche und bauen dann den weiteren Aufbau mit Lagerhölzer und Thermo-Floor oder Thermo-Fill weiter.

Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung

Grüsse Thomas



Hohlraum mit Schaumglasschotter füllen



Ob das geht entzieht sich meiner Kentniss, wir verwenden in solchen Fällen Thermo-Fill S, durch seine gute Fliessfähigkeit füllt sich jeder Hohlraum. Die offenen Fugen sollten zuvor geschlossen werden.

Grüsse Thomas





Hallo Schmiddi,

klar kann man mit Dämmsystemen auch Dämmen.
Glasschaumschotter ist nicht kapillar aktiv, darum ist dieser unter dem Fußboden nicht nur Dämmung sondern auch Feuchteschutz.
Bei einer Wanddämmung sollten aber kapillar aktive Dämmstoffe zum Einsatz kommen, nur über die Kapillaren kann sich ein Baustoff den Feuchteverhältnisse der Umgebung anpassen. (Ausgleichsfeuchte)

Grüße aus Schönebeck