Nochmal Behandlung von Birkendielen

02.02.2008



Hallo liebes Forum,
Habe mangels Erreichbarkeit einer Maschine zur Verarbeitung von Heißöl jetzt das Fußbodenhartöl von Kreidezeit 1-mal aufgetragen, übernacht stehengelassen und mit der Maschine poliert. Der Boden ist ein Traum, Farbe, Maserung und Glanz gefallen uns sehr gut. Ich suche täglich mit den Kindern unsere Lieblingsbretter aus. Soll ich überhaupt nochmal nachölen? Gemessen an den angegebenen Verbrauchsmengen auf dem Behälter habe ich bisher nur sehr wenig Öl verbraucht. Auf einem Probebrett ist das Öl zwischen 1 und 4 mm eingedrungen. Und v.a.: Brauche ich überhaupt noch ein Finish? Laut Kreidezeit-Webseite habe ich 4 Möglichkeiten: 1. Nur den Erstanstrich lassen, 2. Zweitanstrich mit Fußbodenhartöl, 3. Fußbodenhartwachs oder 4. Carnaubawachs - Emulsion.
Ich würde gern den schönen Glanz erhalten, aber natürlich auch die Strapazierfähigkeit optimieren. Hat da jemand fachkundigen Rat, am besten mit Langzeiterfahrung im Hintergrund?
Ich habe übrigens auch den Aufbau optimiert:
Ich musste ja auf einen Betonuntergrund etwa 16cm aufbauen und hatte anfangs Kreuzverlattung erwogen. Jetzt habe ich folgendes gemacht:
1. Konstruktionsvollholz (KVH) 6x8cm im Abstand von etwa 35cm auf flüssige Betonsäckchen (Einfrierbeutel), um Bodenunebenheiten auszugleichen und die Unwägbarkeiten einer Kreuzverlattung zu vermeiden. Beton habe ich ja eh schon, da kommt es auf die paar Beutel auch nicht mehr an. Und ich spare für 1000 Euro Konstruktionsholz. Das KVH am nächsten Tag nach Aushärten der Betonsäckchen mit Fensterbauschrauben in den Untergrund verschrauben. Obendrauf Korkstreifen.
2. Dazwischen Zelluloseschüttung.
3. Zwischen das KVH und AUF die Schüttung Dachlatten legen.
4. Die Dielung NICHT aufs KVH schrauben, weil ich hier im Mehrfamilienhaus eine optimale Entkopplung haben will, stattdessen auf die Dachlatten, so dass Dielung plus Dachlatten frei schwimmend verlegt sind.
Bin bisher sehr zufrieden damit.
Grüße aus Göttingen!
Herbert Nickel



Wie



läßt sich das KVH auf schlabberigen Säckcen justieren? Ohne Zweifel hat's geklappt, Du bist ja zufrieden, aber wie?

Glänzt der Boden richtig? Dann wäre jetzt schon zuviel drauf. Es darf sich keine Schicht AUF dem Holz bilden, als Einwirkungszeit gibt Kreidezeit 30-45min an. Danach hätten die Überstände einpoliert werden müssen. Du schreibst aber, daß Du bis zum nächsten Tag gewartet hast.

Fragende Grüße

Thomas



Erst das KVH auf dem weichen Beton ausrichten



und die Betonbeutel soweit eindrücken, dass die Höhen überall stimmen, dann den Beton über Nacht hart werden lassen und erst dann am Untergrund anschrauben (nicht DURCH, sondern NEBEN die Betonsäckchen, die gehen sonst kaputt). Zur Not macht man das erstmal nur mit 2 Hölzern entlang der Wände des Raumes, zwischen denen man dann mit dem Richtscheit am nächsten Tag die übrigen Hölzer dazwischen leichter ausrichten kann).
Die Öl-Überstände hatte ich gleich abgenommen, danach fühlte sich der Boden noch leicht ölig, aber nicht klebrig an. Nach dem Polieren am nächsten Tag fühlte er sich ziemlich trocken an, es war alles eingezogen. Im Bereich einiger Äste habe ich leider noch ein paar ölige Stellen gefunden. Was macht man da am besten, um den Überstand abzukriegen? Und hast Du (Thomas) noch eine Idee zur Endbehandlung, speziell im Hinblick auf Glanz und Strapazierfähikeit?
Grüße nach Sachsen (und anderswohin)!
Herbert



Interessante Nivellierung



Ich würde einen 2. und ggf. auch noch einen dritten Ölauftrag bringen, aber sparsam aufgetragen.

Vorschlag: Mit dem breiten Lackierspachtel ohne nennenswerte Spuren aufspachteln, nach 30min mit der Einscheibenmaschine und weißem Pad einarbeiten. Das Gleiche, aber anderer Auftrag, nähmlich ein Teelöffel - Essslöffel pro m² direkt mit dem weißen Pad verteilen.

Wichtig sind gute Trockenzeiten. Öloberflächen sind anfänglich etwas wasserempfindlich, 14 Tage nicht wischen.

Mit Wachs ist schon viel schiefgegangen, und von wässrigen Wachsemulsionen rate ich eher ab. Hier ging schon 'mal etwas schief:

http://www.fachwerk.de/wissen/geoelten-kreidezeit-65912.html

Wer auf den Glanz verzichten kann, hat einen deutlich pflegeleichteren Boden, das gilt besonders für helle Hölzer.

Grüße

Thomas



Hallo Thomas,



Ich werde Deinem Rat folgen und einen 2. Ölauftrag machen.
An dem Fußbodenaufbau habe ich gedanklich viel gearbeitet. Grund für meine Entscheidung, auf die untere Lage KVH (und damit die Kreuzverlattung) zu verzichten, war die Tatsache, dass der Untergrund sowieso schon Beton war (sonst hätte ich das nicht gemacht). Eine Schicht mehr Holz bedeutet ja auch immer ein Knarr- und Stabilitätsrisiko. Und die paar Säckchen Beton, alle 80 cm, kosten Peanuts im Vergleich zu einer kompletten Lage KVH. Man muss natürlich genau arbeiten, um die Traghölzer alle auf die gleiche Höhe zu kriegen, zur Not kann man aber mit dünnen Korkstreifen ausgleichen. Auch das zertifizierte KVH ist oft nicht gerade. Gespannt bin ich, ob die Nachbarn trotz der nun wirklich vollständigen Enkopplung (also auch ohne durchgehende Schrauben wie bei einer normalen Kreuzverlattung) viel von dem Kindergetobe mitkriegen.
Ich hoffe nur noch, dass der wirklich wunderschöne Glanz auf meinen Brettern nicht doch bedeutet, dass ich zuviel drauf gemacht habe. Sie kommen mir trocken vor, keine Spur von klebrig, mit Ausnahme von ein paar Aststellen, da habe ich geschlampt und etwas Überstand übersehen. Wie kriege ich das denn am besten runter? An zwei Stellen habe ich auch ein paar Tropfflecken vom Erstauftrag. Du hattest mich gewarnt! Und für den schlimmsten Fall, dass mir der Boden schnell verdreckt, so wie in Deinem Link geschildert, was würdest Du empfehlen, um das zu dicke Öl (das könnte dann ja der einzige Grund sein) wieder runterzukriegen? Und als letztes: Wenn ich Dich richtig verstanden habe, würdest Du vom Carnaubawachs nicht nur als Finish, sondern auch als Pflegemittel abraten. Wie soll ich denn dann pflegen? Und: Wenn Du mal durch Göttingen kommst, bist Du herzlich auf ein Essen oder Kaffee und Kuchen eingeladen. Hast mir jetzt schon so viele gute Ratschläge gegeben ... Herzlichen Dank nochmal!
Herbert



Göttingen...



...ist ja nicht aus der Welt, gelegentlich gern.

Wenn der Boden nicht mehr klebt, wird schon alles im Lot sein.

Die glänzenden Stellen könnten vor dem 2. Ölauftrag mit Orangenschalenöl und etwas gröberem Pad oder auch feinem Schleifpapier leicht überarbeitet werden.

Zur Pflege: Von "Natural" gibt's den "Spezialreiniger" der reinigt und nährt den Boden gleichzeitig und funktioniert auch im belastetem öffentlichen Bereich. Ähnliche Produkte gibts sicher auch von anderen Herstellern, aber Natural kenne ich nun halt aus dem FF.

Die Tropfflecke werden später optisch verschwinden, da der gesamte Boden ja noch dunkler wird.

Grüße

Thomas