Neuer Boden, Beton ich weis nicht??

02.02.2011



guten Abend erst mal, zur meiner Person ich bin im Bauhandwerk genauergesagt der Restaurierung von historischen Metallbeschlägen, Geländern und allem was in irgendeiner Form mit Metall zu tun hat tätig.
Aus diesem Grund und aus liebe zum altem hab ich mir vor zwei Wochen einen alten Bauerhof (1810) mit Scheune sowie in dieser intergrierten historischen Schmiede gekauft.

Und um die soll es erst mal gehen, als einizigstes Gebäude der ganzen Geschichte ist dieses nicht Denkmalgeschützt und soll in Zukunft auch meine kleine Schmiede beherbergen.

Die Scheune ist gemauert aus Lungbasalt und trägt ein Spitzdach. sie verfügt ausschließlich über einen gestampften Lehmboden.
Auser der Schmiede die bereits anders genutz wurde, sind alle anderen Räume als Ställe genutzt worden und dies bist vor 2Jahren unverändert, Wände trocken keinerlei Schimmel oder ähnliches lediglich gekalkt.

Um die Schmiede in Zukunft wieder nutzen zu können muß dort ein Betonboden oder anderer Tragfähger Boden rein sowie ein völlig von der Scheune entkoppeltes Fundament mit min 2m³ Volumen als Gegengewicht für meinen Luftschmiedehammer (dies ist laut Hersteller nötig um 100% alle Erschütterungen etc. aufzufangen, Aufstellanleitung etc. liegt vor), Soweit sogut bisher habe ich keinen Statiker gefunden der sich da su dem Fenster lehnt das Riskio von Gebäudeschäden bleibt also bei mir.
Die anderen Räume sind bedingt durch ihre Jahrelange Nutzung als Stall wie soll ich sagen so für mich nicht nutzbar, und auch von der eingentlich Traglast als Aufstellort zB. für Drehbank und Fräse (je ca. 1,5t) nicht geeignet da es sich um leidlich gestampften Lehmboden handelt der wohl mit offenporigen Ziegeln eine art Drenage erhalten hatte.
Anders ausgedrückt es stinkt wie sau nach uralten Fäkalien!!

So und nu was machen, einerseits ist das Problem generell mit Beton kurzfristig schnell erschlagen aber ich gehe davon aus das dies nicht der Königsweg ist.
Auch ist die Gründung der Scheune noch nicht geklärt dazu werde ich demnächst eine Stichgrabung machen.

Es ist mir völlig klar das mir hier niemand verbindlich sagen kann es gibt nur einen weg und der ist xxx, also geh den, was ich brauche ist einer Anregung in welche Richtung ich weiter recherchieren kann um dieses Problem zu lösen.

Das Anforderungsprofil ist somit schnell und leicht definiert.

Tragfähig,
wenn es geht durchaus mit alten zum Gebäude passenden Techniken, mir liegt es sehr am Herzen das gebäude nicht zu verschandeln oder zu übermodernisieren der Charme soll so weit wie irgendmöglich erhalten bleiben.
Undurchlässig in beide Richtungen (manche Maschinen haben größere Hydraulikölvolumina und es ist leider nicht zu 100% auszuschließen das dortmal irgendwas passiert auch sind diese leider nur teiweise durch entsprechende Bioöle zu ersetzen, wenn dann darf das Zeug in keinem Fall den Raum verlassen...... das bin ich der Umwelt einfach schuldig (Alternativ dazu können dies auch in entsprechenden Wannen aufgestellt werden).
Alles in diesem Bereich darf bedingt durch das was ich in Zukunft dortmachen werde nicht entflammbar sein, also bitte kein Holz oder so.

Eine Idee hätte ich da Isolierung nur eine untergeordnete Rolle spielt was den Boden angeht, wäre es denk und umsetzbar den kompletten Boden bis auf den Lufthammerbereich zB. mit Verbundsteinen auszulegen, in Sand gesetzt wäre dies für mich tragfähig genug würde nicht in die Statik eingreifen und wäre nicht dampfdicht so das alles weiter atmen kann, gangbar oder blödsinn???
Evtl. leichte Isolierung über Microballs im Sand/Split??


Tschau Torsten der mal ne Idee braucht,

PS: lasst bitte das Geld raus, darum gehts nicht und wirds nie bei mir gehen, schritt für Schritt ist alles machbar.



Beton !



Ich habe selbst mal längere Zeit in einem ähnlichen Zusammenhang aus Spasss bei einem Schmied mitgearbeitet. Die Sache mit dem Lufthammer ist mir bekannt. Mein schneller Vorschlag dazu: in allen Bereichen 50cm auskoffern - aber nicht unterhalb der Unterkante Fundament bzw. dann nur abschnittsweise. 30 cm Schaumglasschotter hinein und abrütteln (= Dämmung/kapillarbrechende Schicht), Folie und 20cm bewehrten Beton als fertige Nutzschicht, keine Oberflächenvergütung. Am besten sogar als WU-Beton (wasserdicht). Die Betonplatte durch eine Fuge vom Fundament/dem Gebäude getrennt.Das Einzelfundament für den Lufthammer von der restlichen Fundamentplatte durch eine Fuge getrennt und entkoppelt. Als Gründung eine 20-25cm dicke Betonplatte (Statikernachweis)in der Grube, darauf Schwerlast-Schall-Dämmelemente (Hartgummi o. ä. Industriebedarf für schwere Maschinen) und dann darauf das Einzelfundament betonieren. Die Aufstellorte für die Drehbank und ähnliche MAschinen müssen natürlich auch von der Bewehrung her nachgewiesen werden.
Was die Gebäudeerschütterungen angeht: die alte Schmiede in der ich gearbeite habe, war ähnlich konzipiert (alter Gutshof/Ziegelmauerwerk), bereits über 10 Jahre in Betrieb, ohne Gebäudeschäden. Wenn Ihre Schmiede auch aus diesem "Lungbasalt" erbaut ist und damit schwarze, dichte Basaltlavasteine gemeint sind, kann nichts passieren, wenn das Mauerwerk noch gut verfugt ist. Und Hephaistos mit Ihnen ist. Wo befindet sich Ihre Schmiede ?



guten Morgen



erst mal vielen Dank für die schnelle Antwort,

der Hof incl. der betreffenden Scheune/Schmiede steht in Rabenau (Hessen).
Das ganze Essemble ist derart stimmig in sich un in seinem Erhaltungsstand absolut original, Stand geschätzt anfang 1900.
Ich finde das absolut erhaltenswert auch wenn es so heutzutage in Details nicht mehr ralistisch ist, so zu wohnen/leben.
Ein Donnerbalken im Kuhstall nebst Wasschüssel ist vielleicht dann doch nicht mehr Zeitgemäßer Badezimmerstandard und selbst mir zu einfach.
Ich möchte definitiv nicht in Grundriss, Aufteilung der Räume oder ähnlich charakterische Details eingreifen bzw. diese verändern und will versuchen das so ursprünglich zu erhalten wie es denn eben geht.
Damit ist durchaus gemeint das ich mich mit meine Wünschen den gegebenheiten anpasse und nicht umgekehrt.
Ich wollte schon immer genau aus diesem Grund ein solches Haus, mir ist absolut bewusst das dies nach aktuell vorherschender Meinung weder groß noch modern noch sonstwas ist.
Ich habe auch nicht vor das mit Gewallt auf die schnelle durchzuziehen und obwohl die Scheune als einzigstes nicht geschützt ist wird auch hier das untere Denkmalamt Gießen beratend hinzugezogen (Ich erhoffe mir unter anderem auch eine Empfehlung für einen fähigen Statiker), erste Gespräche sind geführt und ein Ortstermin geplant.

Der Lufthammer ist definiiv für jedes Gebäude ein Problem und steht im Moment auf einem 1,5t Diamantbeton Fundament mit Stahleinfassung. Das macht ihn schon sehr ruhig was Erschütterungen betrifft, da es ohnehin kein Monster ist (40kg Bär) ist er so sogar nicht Aufstellgenehmigungspflichtig) Laut Hersteller wäre mit einem enkoppeltem 1,5-2t Gegengewicht Fundament zusätzlich, verbunden mit Dämmatte als Zwischenlage zu 100% sichergesellt das keinerlei Erschütterung mehr in Boden oder Fundament abgeleitet wird.

Lungbasalt ist ein regional abgebauter Basaltstein/Lava
(Lonsdorfer Basalt) mit Gasblasen einschlüssen daher Lung abgeleitet von Lunge sehr schwer/bis auf die Erstarrungs- blasen und stabil/Dicht.

Schaumglasschotter, Folie, bewehrter Wasserdichter Beton mit Fuge, höhrt sich für mich so wie ich es kenne nach mordernem Standard an, ist dies in einem solch altem Gebäude problemlos anwendbar, vor der arbeit scheue ich mich nicht das auszukoffern.
Da ich im Moment weder Gründung noch Untergrung kenne also nicht weiß wo der gewachsenen Boden anfängt behalte ich das mal im Hinterkopf (vielen Dank erstmal) bin aber für Alternativvorschläge egal od teurer oder arbeitsintensiver jederzeit offen.
Ohnehin wird das so sein das ich zwar die arbeit ausführe aber mich noch vor Ort entsprechend beraten lasse.

Tschau Torsten



Frag...



...doch noch 'mal beim Hersteller an. Die können Dir sicher einen Statiker benennen, der für dieses Ausführungsdetail kompetent ist.

Grüße

Thomas