beton dämmen auf erdreich

12.10.2005


nach langen recherchen in diesem wunderbaren forun hier doch meine spezialfrage:
ich will einen gedämmten Betonboden herstellen um darauf im eg ohne Keller einen Holzfußboden (dielen) aufzubauen.
meine idee, von oben nach unten:
dielen,rieselschutzpapier,lattung mit loser Zellulosedämmung 6 cm hoch
12 cm Beton ohne armierung, 8 cm styrodur, erdreich.
geht das so ?
dabei ist das sonderproblem daß ich nicht bis zur Wand dämmen kann weil das Streifenfundament 15 cm in den raum hineinragt.
d.h. das ich immer einen streifen entlang der wäne behalten werde der nur in den 6 cm unter dem holzbuden gedämmt ist.
danke schon im voraus und herzliche grüße !

till



EG oder Keller?



Wie ist denn die Höhenlage in Bezug auf das Gelände? In jedem Falle ist auf der Betonschicht eine Abklebung gegen Feuchtigkeit notwendig (gem. DIN-Normen).
Ich persönlich würde eine Dämmung komplett auf der Betonsohle vorziehen.
warum muss denn eine Betonsohle rein. Wäre nicht auch ein Aiufbau mit kapillarbrechender Schicht denkbar?



eg, fetrigfußboden auf einer höhe mit planum aussen.



lieber rainer stassch,
erstmal vielen dank !
das war ja echt ne schnelle antwort !
das mt der kapillarbrechenden schicht wäre natürlich auch denkbar - aber wie dann weiter ?
-und was nehme ich als abklebung ? - bitumenschweißbahn ? (oder riechen die zu stark ?

auf jeden fall dank und grüße !

till



Ich schließe mich



wie so oft Rainer Stasch an. Es wäre noch zu klären, wieviel Platz für einen Bodenaufbau oberhalb des Betonbodens bleibt?



weitere Fragen



Wie sieht es denn mit den Grundwasserständen aus? Und wie sind die Bodenverhältnisse?
Wenn das Grundwasser auf Oberkante Grasnabe steht sehe ich auch keine andere Möglichkeit als einen konventionellen Aufbau (Beton + Abklebung).



grundwasser und so..



der grundwasserstand ist ein paar meter unter der kellersohle, aber die höhenlage ist so daß der aussenboden auf einem niveau mit dem angestrebten fertigfußboden ist.
so sieht es jetzt aus:
umlaufend an den wänden ist ein 20 cm breiter betonstreifen auf dem die Schwelle für das innen freistehende holztragwerk steht (alles 12/12 kiefer)
der boden dazwischen ist 15-20 cm ausgekoffert und aus lehmiger erde.
also: min. 15cm höhe zwischen den fundamenten und wenn man die 10 cm hohen schwellen einbaut (so daß sie dabei nicht feucht werden nochmal ein paar cm mehr.
und auf all das soll dann wie gesagt dielenboden.





Hallo!
Ja grundsätzlich würde ich dir auch eine kapillarbrechende Schicht empfehlen, um zu verhindern, dass Feuchtigkeit in den Beton eindringen kann. Ich könnte dir hier eine Schaumglasschüttung empfehlen, die ist extrem belastbar und gleichzeitig wärmedämmend.

Ansonsten klingt dein Aufbau ganz vernünftig. Allerdings musst du auf jeden Fall eine Abdichtung über dem Unterbeton einbringen (nach Norm). Ich würde die XPS Platte unter dem Unterbeton jedoch noch ein wenig dicker nehmen ca. 12-16 cm. (Um gleich Niedrigenergiehausstandard einzuhalten)

Frage an die statikbegabten Leute unter euch! Reicht ein 12 cm Unterbeton ohne Bewehrung oder sollte man einen dickeren einbringen und bewehren?



Wenn mit Unterbeton



die Sohle gemeint ist, schlage ich 15 cm Faserbeton vor. Dann ist keine weitere Armierung erforderlich. Ist allerdings mit Unterbeton die Sauberkeitsschicht gemeint, reichen 5,0 cm ohne Bewehrung aus. Dann kommt die Sohlenstärke noch einmal obendrauf.



Bewehrung



Aha danke und wenn man keinen Faserbeton verwenden will, welche Möglichkeit mit Bewehrung gäbe es? Welche Bewehrungsstärke wäre dann erforderlich und wie sollte bewehrt werden?



Entscheidungen



An ThomasU: Also: entweder kapillarbrechende Schicht oder Abklebung auf der Sohlplatte, aber doch bitte nicht beides.
Wozu Dämmung unter der Sohlplatte, wo sie obendrüber doch viel günstiger und besser geschützt ist?



Abdichtung



Ich glaube nicht, dass die Dämmung unten schlechter geschützt? Ist halt eine Frage der Einstellung, wo man sie verlegt. Möglich ist beides.

Zur Abdichtung: An und für sich ist es in Österreich üblich, eine Abdichtung und kapillarbrechende Schicht unter der Sohlplatte auszuführen. Bei untergeordneten Räumen wie Kellerräume etc. kann die Abdichtung aber auch weggelassen werden. Es muss halt dann mit einer höheren Feuchtigkeit gerechnet werden.



Verständnisfragen



Ich hatte ja schon immer geahnt, dass vieles in Österreich anders ist. Deshalb noch mal ein paar Fragen?
1. Wie erfolgt eine Abdichtung unter der Sohlplatte? In Deutschland braucht es dazu eine feste Unterlage, wie z.B. eine Sohlplatte.
2. Wie wird die Abdichtung unter der Sohlplatte an die Horizontalabdichtungen angeschlossen?
3. In Deutschland kosten die Dämmplatten, die unter der Sohlplatte angewendet werden (Perimeterdämmplatten) mehr als die Estrichdämmplatten. Wenn die Platten auch noch statisch belastet werden müssen sind sie nochmals teurer. In Österreich ist das nicht so?
4. Hiesige Bauphysiker behaupten, die Dämmung auf der Bodenplatte sei besser, da die "Wärmebrücke" im Bereich der Sohlplatte/ Streifenfundament unterhalb der Dämmebene liege, bzw. umgekehrt der Wärmebrückeneffekt bei einer unterseitigen Dämmung eben eine Rolle spielt. Sieht das in Österreich anders aus?

P.S. Die kapillarbrechende Schicht wird auch in Deutschland unterhalb der Tragschicht (Sohlplatte) angeordnet.



Verständnisfehler!



@1+2:Es tut mir leid, wie ich gerade selber gesehen habe, war meine letzte Antwort ungeschickt formuliert. Die Abdichtung erfolgt natürlich auch bei uns auf der Sohlplatte. Ich meinte in meinem letzten Artikel, dass es bei uns üblich ist, die Abdichtung auf der Sohlplatte anzubringen und unter der Sohlplatte eine kapillarbrechende Schicht anzuordnen(außer bei untergeordneten Räumen).

@3: Du hast recht XPS-G Platten kosten deutlich mehr als z.B. EPS Platten, die man unter dem Estrich verwenden kann. Ich weiß aber nicht, ob in Deutschland eine EPS Platte aus Brandschutzgründen unter einem Dielenboden, der auf einer Holzlattung liegt (ohne Estrich dazwischen) erlaubt ist. Wenn nicht, muss man ja auch wieder auf Mineralwolleplatten zurückgreifen, die sicher auch nicht billig sind.

@4: Zur Wärmebrücke: Wenn man ein ungedämmtes Streifenfundament hat und dazwischen eine Sohlplatte betoniert, ist die Wärmebrücke sicher größer, wenn die Dämmung unterhalb der Sohlplatte liegt. In Herrn Steinkellners Fall, wo er die Streifenfundamente nur weit geringer dämmen kann, hat es sicher einen Vorteil, die Dämmung oben zu verlegen, da diese sonst keinen Kontakt mit der geringen Dämmung der hervorragenden Streifenfundamente hätte. Besser wäre es sicher (wenn das möglich ist), das Niveau des Bodenaufbaus anzuheben, um eine durchgehende Stärke der Wärmedämmung zu ermöglichen.

Meiner Meinung nach ist die Dämmung unter der Platte vorteilhaft bei Fundamentplatten oder wenn das Streifenfundament voll gedämmt ist. Hier kann man eine Wärmebrücke durch die untere Dämmung fast vollständig verhindern.



@ThomasU



Wenn Faserbeton nicht erwünscht ist, kann man eine nicht tragende Bodenplatte, auf einem ungestörten gewachsenen Erdreich mit einer Lage Q188A bewehren. Die Mattenlage sollte im Obreen Drittel der Sohenstärke liegen. Natürlich ohne Gewähr, da ich die örtlichen Verhältnisse nicht beurteilen kann. Normaler Weise sollte man vor ort einen Statiker befragen.