Betonwände




Hallo Community,
hab ebenfalls eine Frage.

Ich bräuchte alles an Info was über Oberflächenspannung und Oberflächenhärte von Stahlbetonwänden bei unterschiedlichen Korngerüsten und unterschiedlichen Schalungsarten (wasserdichte und wasserspeichernde Schalung) zu bekommnen ist.
Ich weis natürlich das hier in erster Linie Fachwerkprofis sind und die meisten von Euch naja, sagen wir mal, Beton eher meiden.
Aber vielleicht kennt Ihr ja nützliche Links, ne Dissertation zu dem Thema oder Lektüre die auf meine Frage eingeht.

Mit bestem Dank Jens



Betonwände



Hallo Jens,
der Sinn Deiner Frage erschließt sich mir nicht ganz.
Mir ist das Problem von Oberflächenspannungen bei Beton noch nie untergekommen.
Die Oberflächenhärte von Beton entspricht der Festigkeit des gesamten Betonkörpers, eine Art Nachbehandlung dafür wie bei Stahl gibt es nicht.
Als Klassifizierungmerkmale bzw. als Betoneigenschaft tauchen Sie in der Normung nicht auf.
Beide Eigenschaften sind bei der Planung, Bemessung und Prüfung von Beton so nicht relevant.

Wenn es um Risse im Beton und deren Ursachen geht, gibt es dazu eine Menge in den Bemessungsgrundlagen, Konstruktionsprinzipien und Herstellungsvorschriften. Geregelt ist dies in den einschlägigen Vorschriften, also in der DIN 1045, EN 206 usw.
In der DIN 1045-1 sind z.B. die Nachweise im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit aufgeführt, wie die Begrenzung der Rissbreite und die Begrenzung von Verformungen.
Wenn Du mit Oberflächenhärte einen erhöhten Verschleißwiderstand meinst, fällt das unter den Bereich: Betone mit besonderen Eigenschaften.
Dazu gibt es verschiedene Richtlinien des DAfStB.

Wenn Du mir ein paar Informationen gibst, wozu Du diese Informationen brauchst bzw. worum es geht, kann ich Dir vielleicht weiterhelfen.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Beton!?



Hallo Georg,
schon mal vorab, danke für dein Interesse.
Die Tipps sind allesamt gut, wie immer, nur ist mein Problem eben sehr speziell.
Hör´s dir an und sagt mir deine Meinung.
Ich versuche eine farbige Sichtbetonoberfläche herstellen die eine porige, matt raue Optik hat, wobei die Zuschlagsstoffe des Betons nur sichtbar sein sollen aber nicht spitz hervorstehen, Luftporen und lunker sollen sichtbar sein um die Monotonie des Betons zu kaschieren.
Das ganze soll leicht in der Herstellung(Oberflächenbearbeitung sein) und eine relativ gleich bleibende Struktur und Optik gewährleisten, bei gut zu kalkulierenden Kosten.
Ich bekomm das Augenblicklich mit Luftporenbilder im Beton, Sandstrahlen(relativ hoher Druck, grobes Korn), Igeln(Sanierfräse mit Sternrädchen), Sandstrahlen(niedriger Druck, kleines Korn) in drei Arbeitsgängen hin.
Dennoch schwanken die optischen Ergebnisse zuweil ziemlich stark und es ist mindestens ein Arbeitsgang zuviel(Kostenfaktor!).
Eine Ursache so hab ich festgestellt liegt im Farbpigment.
Die Verteilung bei flüssig Konzentrat ist bedeutend besser als Pigmentpulver.
Eine weitere Ursache für die schwankenden Ergebnisse liegt in der verwendeten Schalung. Beton der mit Wassersaugenderschalung hergestellt wurde ist an der Oberfläche *weicher* und läst sich besser bearbeiten, muss mit dem ausschwemmen des Zements, dem WZ wert und dem Korngefüge unmittelbar an der Schalung zusammenhängen(so meine Vermutung). Umgekehrt ist der Beton an der Oberfläche bei Wasserdichterschalung zuweilen so fest das dass Aufrauen mit Sandstrahl nur mit erheblichem Strahldruck zu erreichen ist(Betongüten gleich und jeweils 28 Tage alt), was wiederum dazu führt das zuviel Material abgetragen wird, was wiederum ein Mehraufwand beim Igeln darstellt und meine Preiskalkulation für´n A.... is.

Ich bin nun auf der Suche nach Untersuchungsberichten wie welcher Beton bei welcher Schalung welche Oberflächengüte, sprich Zementsteinanteile an der Oberfläche, erwarten lässt.
Wenn es so etwas überhaupt gibt, wer könnte darüber bescheit wissen?

Gruß Jens



Betonwände



Das ist ja eine interessante Aufgabe, es geht also um eine Sichtbetonoberfläche.
In der Verfertigung, also in Kippformen, wo die spätere Oberfläche unten liegt, kann das ganz gut mit unterschiedlichen Schichtungen erzielt werden; unten kommt zuerst die durchgefärbte Sichtschale hinein, darauf dann Normalbeton.
Ich vermute aber, Du willst Ortbetonwände so herstellen?
Als Literatur empfehle ich dazu den Beton- Atlas vom Beton- Verlag GmbH, Düsseldorf und die Schriftenreihen des Deutschen Beton- Vereins e.V. (DBV), hier gibt es ein Merkblatt zu Sichtbeton.
Das mit der weicheren Oberfläche bei wassersaugenden Schalungen wie Holz hängt mit der mangelnden Hydratation der Grenzzschicht zusammen, nicht umsonst schreibt die DIN 1045 die gründliche Vornässung saugender Schalungen vor!
Was die Färbung betrifft, je nach Zumahlung haben Zemente bereits unterschiedliche Färbungen von weiß bis rötlich über dunkles Grau.

Viele Grüße
Georg Böttcher





Das klingt vielversprechend!

Hallo Georg,
manchmal liegt das naheliegendste Meilen weit weg!!
DBV......hätte ich nun wirklich längst selbst drauf kommen können.
Der Beton ist Ortbeton.
Und damit du auch nutzen aus der Angelegenheit ziehen kannst, wenn´s denn mal ansteht.
Meine Erfahrung mit Vorgefärbtem Zement, eher negativ.
Du hast kaum Möglichkeiten die Farbe wirklich hinzubekommen, die Zugabe des Zements ist von der Betongüte ja relativ eng vorgegeben und beim verdichten haut, zusammen mit dem Anmachwasser, jedemenge ab.
Die Ergebnisse waren ernüchternd.
Und Betonwerke arbeiten, wenn überhaupt, nur mit Farbpulver oder Flüssigkonzentrat, letzteres bringt wie gesagt die besseren Ergebnisse!

Besten Dank und Gruß
Jens



Betonwände



Hallo Jens,
ich bin zufällig hier reingestolpert und habe Deinen Beitrag und Georgs Antworten gelesen. Klingt echt interessant. Du schreibst in Deinem letzten Posting dass Du von gefärbtem Zement nicht viel hältst.
Ein Hersteller - bei mir um die Ecke, bietet neuerdings auch farbigen Zement - direkt ab Werk. Vielleicht hättest Du ja damit weniger Probleme.
Aktuell gibts den farbigen Zement hier: http://www.dhd24.com/azl/index.php?anz_id=8036699
Gruß: Michael