Bodenplatten gießen




Ich habe ein akutes Problem: ich habe ein Bauernhaus mit Nebengebäude. Nicht unterkellert, im Nebengebäude haben wir den Boden 'rausgerissen, da ehemals Schweinestall (war recht abenteuerlich gegossen.) Nun soll dort, genauso wie im Hauptgebäude, eine neue Platte 'rein. Das stösst auf unerwartete Schwierigkeiten, da es anscheinend keine Handwerker mehr gibt, die sich mit so kleinen Dingern abgeben, bzw. überhaupt schon mal eine Platte in ein bestehendes Haus hineingegossen haben. (Oder erst 2014) Also: selbermachen. Nun geht's drum: was tun? Der alte Bodenaufbau ist einfach Schotter mit Sand, obendrauf Rumfort-beton (was rumliegt und fortmuss) in wechselnder Stärke. Im Haupthaus müssen Flur und zwei Zimmer mit Rohboden versehen werden, danach drauf Fußbodenheizung. Im Ex-Schweinstall einfach Bodenplatte, Isolierung, Estrich. Wie genau soll der Aufbau passieren?

Wäre für Hilfe dankbar.



Bodenplatte



Wir haben in einem Nebengebäude mit Erdboden (bei starkem Regenfall war es eher ein Schlammbad) den Boden Plan ausgehoben und dann wie folgt aufgebaut:
1. Geotextile
2. 20 cm Drainage-Kies
3. Baufolie
4. Armierungseisen
5. Beton

Im ehemaligen Stall - der wird Eingang, WC, Waschküche etc. - haben wir ebenfalls den "Rumfort"-Boden entfernt und anschliessen plan ausgehoben. Dort ist der Bodenaufbau wie folgt:

1. Geotextil
2. Misapor (Schaumglasschotter)20 cm
3. Armierter Beton 20 cm

der weitere Aufbau ist wie folgt geplant:

4. Dachpappe
5. Hanftrittschalldämmung
6. Lithoterm-Fussbodenheizung
7. Bodenbelag

Den Aushub haben wir mit einem Mietbagger erledigt (Minibagger 75 cm breit), eine Landwirtschaftsmaschine mit Schaufel vom Bauern und eine Mulde für den Aushub.

Den Beton haben wir mit einer Pumpe liefern lassen.

Ich hoffe, dass hilft Dir ein wenig weiter.

Gutes Gelingen
Nicole



Klassischer Aufbau



- Festlegen der Oberkante Fertigfußboden (OFF)
- Gesamtaufbauhöhe errechnen
z.B.
Bodenbelag
50mm Estrich
60mm EPS-Dämmung
3mm Dichtbahn
80mm Beton
Trennlage
>50mm Kies als Planum

Für die FB-Heizung analog, nur Estrichdicke (Fliesestrich) 65-70mm, außer der Estrichleger/-hersteller gibt die Eignung für dünneren Estrich frei (Standardmäßig sind 45mm Rohrüberdeckung gefordert), Dämmung aus dem Systembaukasten des FBH-Anbieters, z.B. 30mm Noppenplatte + 50mm EPS 040.

Sollte noch vertieft werden müssen, dann keinesfalls tiefer als bis zur Oberkante der Fundamente.

MfG,
Sebastian Hausleithner



genau hier ist das problem: Betondicke



Ich habe mittlerweile Angebote von 20cm Stahlbeton bis 12cm normaler Beton. Hier auch von 20cm armiertem Beton bis 8cm Beton. Nachdem wir jetzt den 50 Jahre alten Rumfort-Beton entfernt haben, der in bestem Zustand war und festgestellt haben, wie stabil 10cm Beton sein kann, habe ich mich gefragt, was ich in einem Flur mit einer 20cm Stahlbetonplatte will, in dem es die letzten 50 Jahre eine 5cm Zementschicht auf Schutt- und Sandschicht getan hat. Der Boden ist übrigens trocken - wir haben gottseidank auch nach einer Regenperiode keine Schlammbäder im Erdgeschoss.
Ich neige deshalb zu Herrn Hausleither. Nur noch die Frage: aus was besteht die Trennlage unter dem Beton? Estrich und FB-Heizung haben wir jemand, der das macht, es ist nur die Platte...
Danke erstmal für die Hilfe bisher!

Ach ja: Wandanschluss der Platte: Angießen oder mit Trennfuge?



Kleines Experiment



Nimm Dir eine 2,50m lange Dachlatte und lege sie mit der flachen Seite auf den Boden. Jetzt balancierst Du da mal rüber und hoppst in der Mitte drauf rum. Was passiert?... Nix.
Jetzt wiederholst Du das Ganze mit einer auf zwei Stühlen aufgebockten Dachlatte... Die Latte wird brechen.

Der Beton wird ausschließlich flächig auf Druck beansprucht, was er ohne Probleme wegsteckt, Punktlasten (z.B. aufgesetzte Innenwände) gibt es wohl auch nicht. Die 8cm reichen ohne Armierung.

Die Trennlage ist eine PE-Folie, sie verhindert, dass Euch das Anmachwasser vom Beton in den Kies sickert.
Trennfuge muss nicht, je nach Größe der Platte, schadet aber auch nicht.

MfG,
Sebastian Hausleithner



vielen Dank!



damit habe ich es jetzt verstanden. Der Rest ist kein größeres Problem mehr. Mit der geringeren Betondicke kriege ich auch kein Fundamentproblem. Nochmal Danke!



Bodenplatte



Ich hoffe das Sie jetzt nicht allzu enttäuscht sind
liebe Nocole, denn Sebastian hat recht.
Ihre Bodenplatte würde einer Reparaturwerkstatt für Landmaschinen oder einem Autohaus zur Ehre gereichen.
"Drainagekies" als mineralische Tragschicht ist zwar möglich, aber stinknormaler Kiessand (weitgestufter Kies 0-16 mm) ist billiger, besser geeignet und besser zu verarbeiten.
Ob der Kies bei Ihnen in der Dicke überhaupt erforderlich ist sei mal dahingestellt. Schon ein 8 cm- Betonpflaster auf so einer Tragschicht kann bereits als Straße genutzt werden. Ich glaube nicht das bei Ihnen Autos durchs Wohnzimmer brettern.
Für den weiteren Bodenaufbau noch als Hinweis:
Hanf als Wärmedämmung (nicht Trittschalldämmung, die ist hier überflüssig!) unter einem Estrich ist keine gute Variante, auch mit Fußbodenheizung.
Lösungen mit Weichholzfaserplatten oder Foamglasboards halte ich für besser.

Viele Grüße



Isolierung UNTER dem Beton?



Vorgestern war ein Betonbauer da, der mir die Platte eingiessen wollte. Der erklärte mir, dass er in 95% aller Neubauten eine Wärmeisolierung UNTER die Betonbodenplatte setzt. Und dann nochmal eine obendrauf und dann erst den Estrich. Ernsthaft? Setzen die mittlerweile ihre Häuser jetzt auf eine Styropor-Schicht?

Auch dieser Betonbauer wollte die Betonplatte partout armieren und 20cm dick machen...

Welche Stärken brauche ich bei Foamglas? Identisch zu EPS? (Bin jetzt erst darauf aufmerksam geworden - klingt gut!) Kann ich beide Produkte gleich einsetzen? Osder brauche ich spezielle Folien?

Danke nochmal!



Fußbodenaufbau



Wollen Sie neu bauen?
Ich denke nein.
Dann ist es überflüssig sich über Gründungstechniken von Neubauten zu unterhalten wenn es nicht um eine Gründung bzw. ein Fundament sondern um einen Fußbodenaufbau geht.
Natürlich kann man die Dämmung an die Außenseite, also unter die Gründungsplatte setzen wenn man NEU baut.
Sie haben schon eine Gründung bzw. ein Fundament!

http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCndung_%28Bauwesen%29

Deshalb bringt es nichts über Gründungen zu spekulieren wenn es um einen Fußbodenaufbau geht.
Das was hier von vielen fälschlicherweise mit der Gründungsplatte eines Neubaues verwechselt wird ist eine Sauberkeitsschicht. Sie soll nur sichern, das die folgenden Schichten des Fußbodenaufbaues ordentlich verarbeitet werden können.
Dazu braucht es eine trittfeste ebene waagerechte Fläche, mehr nicht.
Darauf kommen dann die Abdichtung , die Dämmung und die lastverteilende Schicht. Das kann ein Estrich oder eine Dielung sein.

viele Grüße



Danke für den technischen Hintergrund.



Ich habe absolut keine Ahnung von Bodenaufbau. Aber das mit der Sauberkeitsschicht ist mir einsichtig. Und nein, Neubau kommt nicht in Frage. Es ist nur immer wieder interessant: jeder Betonbauer, den ich frage, der fängt erstmal mit 20cm Stahlbeton an....

trotzdem noch ein paar Fragen: 80mm Beton - wie lange braucht das zum Trocknen?
Und als Dämmung EPS oder Glasschaum?

Danke!



Fußbodenaufbau



"Trocknen" braucht Beton in dieser Verwendungsart nicht, er muß nur tragfähig genug sein um weiterarbeiten zu können. Dafür reichen ein paar Tage bis etwa eine Woche zum Aushärten, je nach Temperatur und verwendeter Zementart. Unter der Abdichtung kann der Beton weiter aushärten, weiter trocknen braucht er nicht. Er nimmt irgendwann die Bodenfeuchte als Ausgleichsfeuchte an.
Als Dämmung ist EPS besser geeignet, da billiger. Foamglas bzw.Foamglasboards sind für spezielle Anwendungen gedacht, die für sie nicht in Frage kommen. Ihr Einsatz wäre bei ihnen zwar machbar, aber Geldverschwendung. Das Zeug ist im Vergleich mit PS nicht billig.

Viele Grüße



Trocknung von Beton



Danke! Damit habe ich das letzte Problem erschlagen! Danke!