Bodenplatte im alten Fachwerkhaus

07.12.2006



Ich möchte in mein Haus im EG eine Bodenplatte einbauen, ein Zimmer liegt über dem Gewölbekeller (Statik), zwei Zimmer sind im ehemaligen Stall (eines davon wird das Bad, Unterbau vorhanden!) eines direkt auf dem Fels (weißer Jura epsilon). Der Untergrund wie der Gewölbekeller sind komplett trocken. Wegen der geringeren Belastung und einer möglichen Dämmung ziehe ich in Erwägung, die Platte mit Blähton zu betonieren, da das leichter ist (Gewölbe) und gleichzeitig dämmt. Gibt es damit Erfahrungen? Welche sinnvollen Möglichkeiten gibt es beim weiteren Bodenaufbau (Dämmung!) Wie wird ein solcher Beton (selbst) hergestellt?



Bodenplatte



So wie sich das darstellt, werden das 4 Bodenplatten oder Sie haben keine Innenwände stehen. Die Außenwände sind ohnehin bereits gegründet, also geht es bei Ihnen um Unterbeton für Fußböden.Um eine bessere Wärmedämmung zu erreichen, können Sie natürlich Leichtbeton einsetzen. Dazu einige Informationen:
Leichtbeton mit Blähton- Zuschlag gibt es mit offenem und geschlossenen Gefüge. Bei offenem Gefüge erhalten Sie ein Einkorn- Gemisch, das mit Zementleim umhüllt ist, geliefert. Beim Einbau entstehen eine große Menge Haufwerksporen, die den Beton leicht und dämmend machen. Ansonsten sieht Leichtbeton genauso aus wie normaler Schwerbeton, nur das der Zuschlag leichter ist, da sich in den Kügelchen Luftporen befinden. Nachteil: Leichbeton ist teurer wie normaler Beton. Der Einsatz von haufwerkporigem Leichtbeton wäre allenthalben bei der Decke über dem Gewölbekeller als Zwickelbeton sinnvoll, wenn es statisch erforderlich ist. Wenn Sie einen normalen, schwimmenden Estrich als Fußboden im EG einbauen wollen, reicht auch ein Normalbeton als Unterbau, da unter dem Estrich eine Dämmung verlegt wird.
Haufwerkporigen Leichtbeton selbst herzustellen, wird m.E. nicht möglich sein;ich traute mir das nicht zu. Ich glaube auch nicht, das der preisliche Unterschied zum Lieferbeton so groß sein wird, es sei denn, Sie können sich Liapor kostengünstig beschaffen.

Viele Grüße

Georg Böttcher



Aufbauhöhe...!



Danke für die Antowrt. Das stimmt: die Wände (bleiben) stehen. Über dem Gewöble zwingt sich der Leichtbeton auf, und an den anderen Stellen bin ich recht knapp mit der Aufbauhöhe, da ich dort durch Eingangstüren und anstehendem Gestein gebunden bin, der Leichtbeton könnte durch die Dämmung also selbige (in der Höhe) verringern. Welche Materialien eignen sich bei geringer Höhe am besten zum Dämmen?



Beim Einbau von Blähton-Leichtbeton besteht die Gefahr,



daß sich die Blähtonkügelchen beim Anmischen mit Wasser kapillar vollsaugen und das Wasser sehe sehr lange halten. Das kann bedeuten: sehr lange Trocknungszeiten mit Folgebauschäden.Unsere Selbstbau-Kundschaft verwendet alternativ bei erhelblich besserer Wärmedämmung,guten Trocknungseigenschaften mit Kork-Kalkestrichen: Korkgranulat+Traßkalk+Sand werden im einfachen Betonmischer mit Wasser angemischt und wie Beton in einem Guß eingebaut.Weitere Infos zu Kork-Kalkestrich finden Sie hier im Forum (bitte Schlagwortsuche nutzen)



Leichtbeton





Leichtbeton



Zum Beitrag des Herrn Schillberg hier noch einige Ergänzungen meinerseits.
- Blähton saugt sich beim Anmischen
kapillar mit Wasser voll
Blähton (Liapor) ist kein Seramis. Die Oberflächen sind bedingt durch den Herstellungsprozess versintert bzw. angeschmolzen, es erfolgt praktisch keine Wasseraufnahme, nur Gasaustausch ist möglich. Liapor verhält sich beim Mischen wie Kies, nur das er leichter ist.

- Sehr lange Trocknungszeiten mit Folgeschäden
Bei haufwerksporigem Leichtbeton ist die Trocknung kein Problem, da er über eine riesige Oberfläche verfügt (vorausgesetzt, er wird nicht bereits nach einigen Tagen mit dichten Materialien überbaut). Gegenüber dichtem Leichtbeton, der eine Struktur wie der beschriebene Kalk- Korkestrich aufweist,ist der Kalkestrich im Nachteil, da beim Carbonatisieren (Abbinden) des Kalks Wasser entsteht, das aus dem Gefüge ausdiffundieren muß.

- Kalk- Korkestrich verfügt über eine
bessere Wärmedämmung
Ich kenne die Dämmeigenschaften dieses Materials nicht.
Haufwerksporige Leichtbetone haben Dichten um 0,7 kg/dm³ und eine Wärmeleitfähigkeit von ca. 0,15 - 0,6, solche mit geschlossenem Gefüge ca. 1,0 kg/dm³ und eine Wärmeleitfähigkeit von 0,5 - 1,0 W/m x k.

Zur Frage nach der Einbauhöhe empfehle ich, die Nutzungsart der Räume erst einmal in Betracht zu ziehen. Bei einem Flur ist eine gute Bodendämmung nicht so wichtig wie im Bad.
Dann gibt es die Möglichkei, bei dem anstehenden Fels nur einen Ausgleich mit Beton o.ä. herzustellen, da die Tragfähigkeit ja zweifellos vorhanden ist. Darauf kommt dann die Dämmung. Wenn es wirklich um Höhe und gute Dämmwerte geht und Sie keine Angst vor Kunststoffen haben, sollten sie zu EPS oder XPS- Platten greifen. Ansonsten müssen Sie etwas ausheben!

Viele Grüße

Georg



Liaporkügelchen halten in Ihrer nicht ganz durchgesinterten



oberen Hülle Wasser fest. Ich spreche nicht wissenschaftlich,sondern aus praktischer Erfahrung. Bei einem mir gut bekannten Bauvorhaben z.B. wurde eine 15cm Fachwerk-Außenwand-Vorsatzschale aus mineralischem Leichtlehm (Liapor F3, 8-12mm, Traßkalk,Lehm-Sandmischung) eingebaut. Da die Handwerker den Betonmischer lange laufen ließen, gab es an diesem BVH eine 6-monatige Trocknungszeit. Wielange sowas dann im Bodenbereich trocknet, wage ich nicht zu kommentieren.
Rohdichte Kork-Kalkestrich 400-500kg/cbm , Wärmeleitfähigkeit: 0,11 bis 0,13 W/qm x K.



Leichtbeton



Guten Tag,

vorzügliche Erfahrungen habe ich mit Leichtbeton gemacht, der unter der Marke Thermozell 250 vertrieben wird: Sackware. Einfach nach Technischem Merkblatt mit Wasser im Bottich mit dem Rührpaddel an der Bohrmaschine ansetzen.
Dicken bis 12 cm einlagig möglich, darüberhinaus Trocknungszeit abwarten und 2. Lage aufbringen.
Bisher angewendet in verschiedenen Altbauten, in denen die Auflast kritisch und ein Bodenausgleich unabdingbar war.



Zwei geteiltes Vorgehen...



wird am besten sein, ich denke, ich gehe folgendermaßen vor:

1. Leichtbeton über dem Gewölbe,
2. normaler Beton in die restlichen Räume.

Nochmals die Frage: Welche Wärmedämmung empfiehlt sich (bei geringer Aufbauhöhe) über dem Beton?

- Balkenlage, Schüttung und Dielung
- Holzfaserdämmplatten und Estrichziegel
- Dämmplatte (welche?) und Estrich
- Heißasphalt
- ...



LiaDrain?



Gibt es Erfahrugen mit em WErkstoff LiaDrain als Schüttung über einem Gewölbekeller oder als Dämung/Schüttung auf der untersten Geschoßdecke (gegen das Erdreich)
LiaDrain ist gebrochener Blähton, mir wurde die Körnung 2-10 mm empfohlen. Außerdem könnte man die Schütung och mt einer Zementschlämme übergießen oder einen armierten) Estrich darüber legen (was im Bad unausweichlich scheint...!)



Bodenplatte im alten Fachwerkhaus



Hallo Thomas,
Liadrain wird als Drainschüttung auf Gründächern eingesetzt, dafür wurde es entwickelt und gehört dort auch hin. Als Schüttung unter Fußböden und Estrichen gibt es weiß Gott bessere Materialien von Liapor oder den anderen Herstellern.

Viele Grüße
Georg



Welche...



...Materialien würdest du dann empfehlen. Statisch gibt es keine Anforderungen, jede Dämmung ist dagegen von Vorteil.



Bodenplatte im alten Fachwerkhaus



Liapor.
Gruß Georg



Schaumglasschotter



Wir machen solche Dämmungen mit Schaumglasschotter.
Etwas teurer aber super Wärmedämmung und ohne Beton möglich, der restliche Fussbodenaufbau kann direkt auf die verdichtete Masse aufgelegt werden.



mich würde die Herstellung von Schaumglasschotter



interessiren, vor allem der Energieaufwand unter ökologischen Gesichtspunkten. Wie sind die bauphysikalischen Eigenschaften?
Herzlichen Dank für Ihre Infos im Voraus.



schaumglasschotter...



welche Anbieter haben schaumglasschotter im programm? bezugsquellen (im südwesten der republik) und kosten? dampfbremse? wo / wie?

wie sind die dämmwerte?



Liapor...



Hallo Georg,

welche Körnung empfiehlst du? Dampfbremse wo/wie? Muß ein Estrich drüber (im Bad ja sowieso, aber bei Parkett oder Fliesen)?

Gruß und Danke



Schaumglasschotter Info



www.sgag.de die Webseite !
Energieaufwand ist wesentlich geringer als wie bei Schaumglasplatten.
Im gesamten Ökologisch betrachtet, ist Schaumglasschotter aus meiner Sicht der beste Grundbaustoff (Fundamente usw.).
Wir benutzen Ihn für Fundamente, Sanierungen usw.
Statisch hoch belastbar, Kapilarbrechend, völlig unbedenklich für Umwelt u.w.m.



Bodenplatte im alten Fachwerkhaus



Als Körnung empfehle ich 16 mm. Das Material kann sowohl lose als Schüttung oder gebunden als haufwerkporiger Leichtbeton eingebaut werden (mal im nächsten Betonwerk fragen). Bei Schüttung darauf Trennlage, weitere Dämmung oder Unterbeton. Bei Leichtbeton eine Sauberkeitsschicht, Abdichtung und dann der gewünschte Fubo- Aufbau.
Schaumglasschotter ist auch gut, die Frage ist die Einbauhöhe und der Preis.
Man kann auch beides kombinieren.

Viele Grüße
Georg