Bestandserfassung, wie genau muss es sein ?

28.12.2017



Hallo,
ich stehe vor dem Umbau meines Elternhauses (Bj.1970) und stelle mir die Frage wie genau ich die Baupläne anfertigen muss damit man damit was anfangen kann.

Auf den Millimeter genau wird wahrscheinlich nix bringen... was sind Eure Erfahrungen ?

Gruß
Mike



Bestandsaufnahme



Übersichtspläne 1:100, Detailpläne/Werkpläne 1:50.
Angaben in Millimeter.
Für Maßtoleranzen gibt es eine DIN.
Genau messen nur da wo es wirklich erforderlich wird.
Beim Aufmaß reicht eine Genauigkeit von +- 5 mm. Je kleiner das Maß- je genauer kann ich messen.
Rohbaumaße werden bei der Planung angegeben, beim Aufmaß Fertigbaumaße.



Bauaufmaß



In der Regel genügt für ein Bauafmaß die Genauigkeitsstufe II mit einer Toleranz von 5-10cm auf die gesamte Gebäudegröße, bei der Verwendung eines Handlaser-Messgerätes. Für ein Raummaß sollten max. 1-2cm die Regel sein. Die Genauigkeitsstufe III wäre ein verformungsgerechtes Aufmaß mit einer Toleranz bis 2,5cm, die von einem Laien aber kaum erreicht werden kann. Eine Bemaßung im mm-Bereich ist für den Rohbau und den Ausbau unnötig und auch ungebräuchlich. Für den Innenausbau (Schreiner, Treppenbau, Küchenbau), für den Stahl- und Metallbau und für bestimmte Abschnitte des Technischen Ausbaus (Heizung/Sanitär) ist sie jedoch notwendig.

Zum Bauaufmaß gehört auch die Bauaufnahme, um den Erhaltungszustand und die Rohbaukonstruktion des Bauwerks festzustellen, als Grundlage für die Planung eines Statikers.

BEstandspläne werden i.d.R. von einem Architekten oder einem Vermessungsingenieur angefertigt, nicht vom Bauherren. Auch für die Plandarstellung gibt es verbindliche Vorgaben z.B. aus der Planzeichenverordnung und der Systematik der Bemaßung.

Nicht zuletzt werden die Bestandspläne und alle nachfolgenden Planarten (Bauantrag, Werk- und Detailpläne, Ausführungspläne) heute ausschließlich digital in mindestens 2D angefertigt. Das dazu notwendige Zeichenprogramm benötigt eine Einarbeitungszeit von 2-3 Projekten und kostet einige tsd. Euro.

Ich würde an ihrer Stelle das Bauaufmaß, die Anfertigung von Bestandszeichnungen, die Vorentwurfs- und Entwurfsplanung und die eventuell notwendige Genehmigungsplanung (Bauantrag) für den Umbau inkl. des zugehörigen Sanierungskonzeptes für Haustechnik und Gebäudedämmung an ein Architekturbüro beauftragen. Das erspart Ihnen letztendlich unnötige Kosten und vor allem auch Zeit.



Danke für die Hilfe



Danke für die nützlichen Antworten, jetzt ist das etwas klarer.

Die Sanierung betrifft eigentlich nur das anpassen des 70er Lock auf heutige Bedürfnisse entfernen von Wänden und Zusammenlegung von Räumen und eine Öffnung nach außen hin mit großen Boden tiefen Fenstern wofür ich auf jeden Fall einen Statiker brauche.
Aussenherum wird nicht gedämmt, nur das Dach da ich es eh neu decken muss (160er Aufsparen )