Bereits mit Ytong gedämmtes Fachwerkhaus kaufen?

21.02.2019 de50ae



Hallo,

bin auf der Suche nach einem Haus. Jetzt ist mir ein Fachwerkhaus untergekommen. Suche nicht gezielt nach Fachwerk.

Allerdings wurde das Haus innen bereits mit Ytong gedämmt.
Habe jetzt viel darüber gelesen, das man es wohl richtig machen kann, das aber eher selten passiert.

Hier einfach mal das Exposee:
https://www.immobilienscout24.de/expose/91344407#/

Was sagt ihr dazu? Hochrisiko? Oder anschauen und viel fragen? Und was fragen?

Vielen Dank euch!



mmmmmmmmmmmmmmmhhhhhh....



... auf den 1. Blick sah es nach Aussendämmung aus (Fenster nach innen versetzt), aber laut Beschreibung ist es eine historische Hülle mit innen komplett neuem Aufbau.

Unbedingt einen neutralen Fachmann mit zur Begehung nehmen. Ich denke mir bei solchen Sanierungen immer, dass der Zeitgeschmack der 90er nicht unbedingt das Beste für das Haus ist. Frag mich immer "warum" wurde innen alles enfernt und mit modernen Baustoffen ausgestopft? Sicher, war eben der moderne Standard dieser Tage, zeugt meiner Meinung nach aber von sehr wenig Respekt und Verständnis historischer Bausubstanz.

Die Balken auf einigen Bildern sehen auch sehr "geleckt" aus, wurden diese auch getauscht?

Wenn du, wie du schreibst, gezielt nach Fachwerk suchst, geht es dir in 2 Jahren eventuell wie mir und du würdest dir wünschen, ein viel "naturbelasseneres" Fachwerkhaus gekauft zu haben. Auch wenn viel Potential vorhanden ist, neuzeitliche Verbauungen sind in der Regel fragwürdig.

Selber Fragen ist, nach meiner eigenen Kauferfahrung vor 2 Jahren, sehr sinnvoll, aber als "Einsteiger in den Hauskauf" weis man eben eigentlich erstmal nix ;)

Gut ist, wenn man sich traut, in der Nachbarschaft nachzufragen, wann wer was irgendwie mal saniert hat. (War die Heizung schon immer irgendwie kaputt, hat der Bauherr selber saniert, gab es Probleme mit den Bauarbeiten, war es vorher einsturzgefährdet, etc.)
Hier kommt vielleicht das Ein oder Andere Geheimnis zu Tage, welches der Verkäufer so nicht berichten würde.

Ich find das Objekt gar nicht schlecht, zumal landschaftlich und infrastrukturell günstig gelegen! ---> Viele Grüße aus Bad Harzburg

Alexander



Danke



VIelen Dank, Herr Nachbar ;) wohne aktuell auch noch in Bad Harzburg.

Ich suche nicht gezielt nach Fachwerk. Eigentlich finde ich "massiv" eher besser aber umso mehr ich mich belese, hat alles Vor- und Nachteile, die teuer werden können. Ohne Diskussion ist Fachwerk natürlich schick.

Örtlich wäre das Haus perfekt, auch wenn der Ort ansich tot ist.

Im Ort gibt es eine große Tischlerei & Zimmerei, die auch Fachwerk machen. Überlege ob ich dort mal anfrage, ob jemand das Fachwerk und Haus untersuchen kann.
Mir wurde aber, von einem Bausachverständigen, geraten eher einen Sachverständigen mitzunehmen, da die mehr sehen.

Kannst Du mir was empfehlen hier in der Nähe, der vielleicht auch wirklich Ahnung von Fachwerk hat? Ist ja im Bereich Goslar/Harzburg keine unübliche Bauweise.

Ich will auf jeden Fall bei der Besichtigung fragen, wer und wie die Arbeiten gemacht wurden, ob das (bei Eigenleistung) durch Fotos dokumentiert wurde usw.



Hat das Fachwerk nur Dekorationszwecke?



Hallo,

Ist es nun ein Neubau von 1991 mit Fachwerkverkleidung oder ein transloziertes bzw. vollständig entkerntes und tw., jedenfalls außen, wiederaufgebautes historisches FWH?

Die Balken und Gefache sehen mir nicht sehr historisch aus. Die Grundschwellen liegen ausnahmslos im Spritzbereich also zu tief. Wenn diese aus Nadelholz sind, werden sie keine Freude haben, Eiche wäre schon erfreulicher , konstruktiver Holzschutz wurde trozdem hier nicht beachtet.
Der Makler scheint selbst nicht so genau zu wissen, was er da anbietet. Einerseits sei es 1991 erbaut mit historischer Hülle, andererseits behauptet er besonderes Merkmal seien die Sanierung der Anschlüsse und Leitungen sowie eine Innendämmung mit einer YTONG Wand und Zwischendämmung insgesamt ohne näher darauf einzugehen. Weitere Infos leider Fehlanzeige. Leitungen und Anschlüsse sind eine Selbstverständlichkeit bei BJ 1991 und haben erstmal nichts mit Fachwerk zu tun.

Sie könnten versuchen über den Makler eine Genehmigung zur Einsichtnahme in die Bauakte zu bekommen. Die Bauakte gibt es beim Bauamt in der Klosterstr. in WF , gegen Gebühr. Hier finden sie auch etwaige Baugenehmigungen und Baubeschreibungen wie sie der Realität entsprechen sollten und vielleicht auch Hinweise zu damals beteiligten Handwerksbetrieben. Evt. war ja K&D aus dem Ort an der Erbauung beteiligt. Nur wenn damals beteiligt, empfiehlt es sich jedoch einen anderen Zimmerer oder SV zur Begutachtung mitzunehmen. Ein SV wäre generell die bessere Wahl. Vielleicht könnten sie nach Klärung der Basics (Bauakte, technische Beschreibung) und bevor es konkret wird bei Zimmerei Schaper in BS Wenden oder Boris Blenn in BS nachfragen. Auf Angaben des Maklers über die Eckdaten hinaus, würde ich nicht vertrauen. Den können sie später weder in die Haftung nehmen noch ist irgendein Hauch von baufachlicher Kompetenz zu erwarten.


Gruß
Det



K&D



Wäre mir auch als erstes eingefallen, logischerweise ohne Aussagekraft wenn diese am Bau beteiligt waren.
In Osterwieck gäbe es noch die Baudenkmalpflege Lellau, fähiger Mann.

Zimmereien haben natürlich einen Fokus auf Holz und historische Bauweisen. (ohne Wertung)
Ein allgemein Bausachverständiger kann Zusammenhänge aller Gewerke vielleicht besser einschätzen.

Wenn du Massiv eigentlich auch gut findest, würd eich ein Haus suchen, was "wirklich" massiv gebaut ist und nicht so tut als sei es halb Fachwerk und halb Ytong :)

Grüße aus Westerode nach Bad Harzburg