Schadstoffbelastung bei Fertighäusern ein Grundsatzproblem ?

09.08.2011



Guten Tag.
Vielleicht stelle ich meine Frage jetzt zum zweiten Mal, aber irgendwie finde ich den ersten Versuch nicht wieder.

Wir haben am Sonntag einen Besichtigungstermin in einem Fertighaus, das wir gerne kaufen würden.
Baujahr '79/'80 ( vermutlich LUXHAUS, genaue Infos bekomme ich Sonntag ), Keller massiv.
Ich lese hier schon seit einigen Tage verschiedene Beiträge zum Thema "Schadstoffbelastung" und bekomme mehr und mehr den Eindruck, das der Erwerb eines Fertighaus dieser Baujahre einem Glücksspiel gleichkommt. Ist dem tatsächlich so ?
Vielleicht kann mir jemand hier folgende Fragen beantworten:

# Ist die Schadstoffbelastung ein Grundsatzthema bei älteren Fertighäusern oder ist das Herstellerabhängig ?
# Gibt es irgendwo Statistiken, wieviele geprüfte Häuser von welchen Herstellern auffällig gewesen sind ?
# Wie gefährlich sind diese Ausdünstungen ? ( Bin seit 30 Jahren starker Raucher, was bringt mich eher um ?;-)

Für nützliche Tipps meien Dank vorab

Klaus D.





stöber mal im Forum umher, das Thema mit den Ungesunden fertghäusern wurde schon tausende Male durchgekaut.





Hallo Klaus!

1. Grundsatzproblem bei allen Häusern bis ca. BJ. 1984, da Holzschutz in tragenden Bauteilen nach DIN vorgeschrieben war. Je nach Hersteller wurden eben mehr oder weniger Holzschutzmittel eingesetzt mit mehr oder weniger PCP/Lindan/DDT/etc. Gehalt.
2. Nein, gibt es nicht
3. Du läufst morgen vor ein Auto! Was bringt Dich eher um? ;-) Kann keiner Wissen. Aber gerade als vorbelastete Person (durch das Rauchen), sollte man zusätzliche Belastungen möglichst vermeiden.

Wie in allen Threads auch hier den Tipp eine Schadstoffanalyse zu machen. Ohne ist es wirklich ein Glückspiel.

Luxhaus kenne ich sonst nicht, ist mir bisher nicht untergekommen. Größere Probleme haben wohl verstärkt Streifenhörnchen oder Hersteller mit einem großen O vorne, kann aber auch einfach der Eindruck aufgrund der größeren Anzahl an errichteten Gebäude sein.

MfG



Schadstoffbelastung



Hallo Dominik,
vielen Dank für die Info.
Eine Schadstoffanalyse werde ich sicher machen lassen, bzw
mir den Test besorgen, von dem hier schon geschrieben wurde.
Ich frag' mich halt nur, wie ich das Gesamtthema werten soll.
Schließlich gibt es doch nahezu in jeder Wohnung und jedem Haus irgendwo behandeltes Holz in Deckenvertäfelungen, Böden, Möbeln usw.
Sollte man mit der Analyse dann warten bis das Haus ausgeräumt ist?



ist das Haus "fertig" oder nicht?



Hallo

Bei LUXHAUS anrufen und fragen; vielleicht wissen die noch was damals reingekommen ist?

Nach 30 Jahren kann schon einiges "verflogen" sein!

Interessanter ist der gesamte Aufbau des Hauses - die Konstruktion.

Sind da schon Schäden sichtbar oder gar repariert worden??

FK





Man muss sicherlich nicht warten bis das Haus ausgeräumt ist, aber man muss die Testergebnisse vor dem vorliegenden Hintergrund interprtetieren.

Wenn eine starke Formaldehydbelastung analysiert wird, und sämtliche Möbel aus altem Pressspan bestehen sind die Ergebnisse anders zu beurteilen, als wenn das Haus leer steht und trotzdem Formaldeyhd zum Problem wird.

Bei Holzschutzmitteln sind häufig von den Eigentümern selbst eingebrachte Mengen das wirkliche Problem und weniger die verbauten Hölzer. Wenn Ihr keine Echtholzpaneele in der Wohnung habt die eventuell mal behandelt worden sind und trotzdem eine hohe Belastung festzustellen ist, dann habt ihr ein Problem. Bei uns lag die PCP Belastung bei einem Zehntel des zulässigen Grenzwertes. Dies gilt als Hintergrundbelastung eines normalen Wohnhauses. Lindan wurde gar nicht festgestellt. Sie sehen, es kommt auf den Hersteller und die genauen Gegebenheiten an. Selbst innerhalb eines Herstellers kann es innerhalb kurzer Zeit unterschiedliche Bau- und leistungsbeschreibungen gegeben haben. Vielleicht haben die Voreigentümer ja noch den Kaufvertrag dessen Bestandteil die Bau- und leistungsbeschreibung gewesen sein muss. Dieser lässt sich der Aufbau des Hauses meist sehr detailliert entnehmen. Der Hersteller selber wird nach 30 Jahren keine Unterlagen mehr haben, die werden meist nach 10 Jahren vernichtet. Da würde ich mir also keine großen Hoffnungen machen.

Achso, nur weil in den 70ern auch in Fachwerkhäusern massig PCP/Lindan etc. verarbeitet wurde und auch Dachstühle von Massivhäusern damit belastet sein könnten, sollte man das Thema nicht vernachlässigen oder herunterspielen. Die Menschheit ist mit genügend Schadstoffen konfrontiert und daher sollte man jegliche zusätzliche Belastung möglichst unterbinden. Insbesondere Allergiegeplagte Menschen sollten vielleicht von älteren Fertighäusern Abstand nehmen. Ist aber nur meine persönliche Bauchmeinung.



Noch 'ne Frage



Vielen Dank,
für die Informationen. Den Test habe ich mir besorgt,
mal sehen was wird.

Eine, evt. dumme , Frage hätte ich aber noch.

Basieren eigentlich alle Fertighäuser auf einer Holzrahmen Konstruktion ?

Hintergrund der Frage:
Es handelt sich wie gesagt um Bj 79/80, ist ein Winkelbungalow mit Satteldach, Dachboden nicht ausgebaut.
Vor einigen Jahren war ich schonmal in dem Haus, unter anderem auch auf dem Dachboden und dort ist mir aufgefallen, das die Erdgeschoßdecke, oder besser gesagt der Fußboden auf dem Dachboden, eine gegossene Betondecke ist.
Das hätte ich jetzt in einem Fertighaus nicht unbedinngt erwartet. Ist eine Holzrahmen Konstruktion tatsächlich so tragfähig ?

Gruß
Klaus





Hallo,

nein, neben Holzrahmenkonstruktionen (eher selten) gibt es Holztafelkonstruktionen, sogar solche, die mit Mitteln des Möbelbaues gefügt wurden. Mich graust bei soviel konstruktiver Intelligenz, die noch von den RAD-Baracken abgeleitet wurde.

Grüße vom Niederrhein





Gibt es schon was neues? Testergebnisse?



Sorry



Hallo Dominik,
in der Tat, es gibt was Neues.
Wir haben das Haus gekauft.
Allerdings handelt es sich um ein "Hebel" Fertighaus in Massiv-Fertigbauweise, daher dachte ich, daß das auf "Fachwerk.de" niemanden mehr interessiert.
Den "Dräger-Test" hab' ich aber dennoch gemacht, schließlich hatte ich ihn ja schon gekauft; Alles i.O..
Trotz alledem, vielen Dank für die erteilten Ratschläge und Informationen.
Gruß
Klaus





Danke für die Antwort! Mich interessiert immer wie es weitergeht.

Ich gratuliere zum Kauf und wünsche eine immer glückliche Zeit in den eigenen 4 Wänden!

MfG