Türen behandeln




Hallo,

ich habe es nun endlich geschafft, die Lackschichten von zwei meiner alten Türen zu entfernen. Die Fichte liegt jetzt also blank und nun stellt sich die Frage, wie weiter;)... Meine Dielen habe ich Abschleifen und mit Osmo Hartwachs-Öl behandeln lassen. Da ich es so natürlich wie möglich will, würde ich die Türen auch so behandeln. In welchen Körnungen sollte man da vorschleifen bzw. ist auch Zwischenschliff ratsam? Und sollte man das Öl eher mit einem Tuch auftragen? Ich wäre für Anregungen und auch andere Vorschläge dankbar!

Viele Grüße
Anett



Schleifen der Türen



Schleifen der Türen bis 120er Korn, immer schön in Faserrichtung, den Zwischenschliff mit 150 - 180er Korn.
Nach dem Ölen den Zwischenschliff mit Flies, eventuell noch wachsen.
Das Öl lässt sich mit Pinsel besser, schneller verarbeiten.

Holger Heerdegen
Tischlerei und Restaurierungswerkstatt





Vielen Dank, Herr Heerdegen, für die Antwort. Auf den Türen war unter der weißen Lackschicht wohl eine Art ölhaltiger Anstrich. Dieser war mit sehr viel Mühe und Aufwand - Unmengen an Schleifscheiben - zu entfernen. Ich habe es mit einem Exzenterschleifer und 40er Papier dann doch geschafft. Würden Sie für den weiteren Schliff also mit der Hand in Faserrichtung Schleifen oder auch mit dem Exzenter? In welchen Schritten? 80-100-120? Würden Sie überhaupt das Osmo Hartwachsöl empfehlen oder gibt es noch sinnvolle Alternativen?

Vielen herzlichen Dank im Voraus & Viele Grüße
Anett

PS: Wieviel Öl sollte man überhaupt auftragen bzw. sollte man Überschüsse abnehmen?



Leinölgrund



Die Türen wurden mit Leinol grundiert.
Hier ist es aber effektiver, diese Farbschichten mit einem Heißluftfön komplett abzulösen als zu schleifen.
Und dann eben schleifen....
Mit dem Exzenterschleifer kann es immer wieder passieren, dass exzentrische Spuren von groben Körnern entstehen, die dann nach Öl- oder Lackauftrag sichtbar werden.
Wenn mit dem Exzenterschleifer, dann wirklich korrekt die Reihenfolge der Körnung einhalten und je feiner geschliffen wird, desto mehr auf diese Spuren kontrollieren.
Die Wahl der Körnung sollte probiert werden, je nach Beschaffebheit der Holzoberfläche und der Menge des abzuschleifenden Belags.
Osmo ist schon gut, vor allem, wenn schon der Boden damit behandelt wurde.
Es gibt verdünnte Öle, die etwas tiefer in das Holz eindringen, hier sollte dann das überstehende Öl verrieben werden, im Gegensatz zu Ölen, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe mehr eine trocknende Schicht bilden.

Holger Heerdegen
Tischlerei und Restaurierungswerkstatt



Leinöl-Grundierung



Vielen Dank kompetente Antwort. Also dringt das Osmo Hartwachsöl nicht so tief ein? Der Hinweis mit der Leinöl-Grundierung ist interessant. Wir haben ja viel gerätselt, was die erste Schicht ist. Da die Türen ja drüber weiß lackiert waren, habe ich schon mit dem Heißluftfön gearbeitet. Allerdings ging die letzte rötlich klebrige Schicht damit auch nicht ab. Sie ist ja ins Holz eingezogen und ich hatte nur mit viel Geduld, dem Exzenter auf niedrigster Stufe und ohne Druck Erfolg.



mit Terpentinersatz



Osmo hat viele Produkte, Öle.....
Es gibt Hartwachsöle, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe(Wachse), auf der Oberfläche eine Schicht bilden.
Es geht aber auch mit Öl mit z.B. Terpentinersatz verdünnt, mehr eine Tiefenwirkung zu erreichen und dann das Wachs auf den fertig geölten und getrockneten Boden auftragen.
Die Leinölgrundierung lässt sich aber auch hier mit Terpentinersatz etwas anlösen und eventuell verreiben.

Holger Heerdegen
Tischlerei und Restaurierungswerkstatt



Statt Terpentinersatz



wird von den Leinölenthusiasten eher Balsamterpentin empfohlen, erhältlich z.B. bei Farbmanufaktur Werder.



Leinölgrundierung


Leinölgrundierung

Danke für die Anmerkungen. Die Sache mit der Leinölgrundierung hat mich hellhörig werden lassen. Habe ich doch mit verschiedenen Leuten gerätselt, um was es sich bei der ersten Schicht wohl handelt. Anbei mal eine Foto von einer Tür, wo man alle Farbschichten erkennt. Wie gesagt, der weiße Lack mit Heißluft, kein Problem. Darunter wahrscheinlich Bierlack - beiges "Geschmodder" - mit der Ziehklinge entfernt. Ganz unten nun diese ominöse rötliche Schicht, welche mir schon einige Zeit Sorgen macht. Die großen Türflächen habe ich mit dem Exzenter und ner 40er Körnung - es ging auch nur das weiße Schleifpapier - inzwischen befreit. Ich musste etliche Male drüber, eh dann an kleinen Stellen das blanke Fichtenholz langsam zum Vorschein kam. Mit der Zeit konnte ich alles so langsam von der Schicht befreien. Aber nur mit ganz wenig Druck auf dem Exzenter und Stufe 1. Bei der kleinsten Entwicklung von Hitze waren die Scheiben schneller zu, als man gucken konnte. Was auch merkwürdig ist: Trotz 40er Körnung ist das Holz fein als wäre es mit einer 180er Körnung geschliffen. Die rötliche Schicht ist definitiv im Holz eingezogen. So, nun sind ja die großen Flächen befreit. Aber mit den Profilen ist es ein zähes Ringen. Auch hier nur ganz langsam, quasi in Zeitlupe und ohne Druck mit der Hand hin und her. Da hier der Tip mit dem Terpentin genannt wurde keimt in mir doch die Hoffnung, dass es gerade für die Profile noch eine schnellere Möglichkeit geben könnte;)?…

Viele Grüße,
Anett



Terpentinersatz



Hallo,

ich habe es an den Profilen mit Terpentinersatz versucht. Das Problem ist, dass die letzte rötliche Schicht ja im Holz eingezogen ist. Der Terpentinersatz zieht das Zeug nicht raus. Oder sollte man es länger einwirken lassen? Wie macht ihr das?

Dankeschön:)

Gruß
Anne



Terpentinersatz



ist eine Verdünnung und als Abbeizer kaum geeignet. Ich Beize mit Laugen ( Natriumhydroxid)ab und neutralisiere mit Essig, da wäscht es auch den roten Schimmer mit raus. Ich weiß nicht, wie sich Wasserstoffperoxid macht, das nehmen ja wohl manche um sich die Haare zu bleichen. Bei den Weichholzmöbeln z.B. wurde oft mit Bierlack gestrichen, das verwendete Holz war nicht so hochwertig. Vielleicht sind die Türen als Rohholztüren nie gedacht gewesen? Für die Profile habe ich auch schon verschiedene profilierte Zieheisen gesehen. Ansonsten ist es tatsächlich so - Restaurieren hat was mit entschleunigen zu tun, zurück zu den alten Techniken, fast meditativ. Der Prozess ist das Ziel.