Begrünung nur an Putzfassaden? Was ist mit Holzfassade?

25.09.2003



Hallo,
ich trage mich auch mit dem Gedanken meine Westfassade zu begrünen. Aber leider habe ich noch nirgends infos zur Begrünung meiner Holzfassade (5cm starke Bohlen). Welche art von Pflanzen (Rank, Selbstkl. Spreizkl.). Mir wäre natürlich eine Lösung lieber bei der ich kein aufwändiges Gerüst anbauen und die Fassade mit hunderten von Schrauben verletzen muß.

Hat schon jemand Erfahrung mit Holzfassaden und Effeu?

Gruß
Roland Heumesser



Begrünung



Wurzelkletterer wie Efeu oder Kletterhortensie werden immer den Anstrich oder die Lasur beschädigen, spätestens wenn ausgelichtet oder abgeschnitten wird. Sollten Sie aber unbehandelte Eichenbohlen oder Ähnliches haben: geht bestens.
Wenn Sie lieber Schlinger nehmen, spannen Sie doch einfach Draht oder ein Netz davor.
Wilder Wein sucht sich selbst die passende Klettermethode.





Flotte Kletterer sind der gute alte Haus-Weinstock, der auch mit simplen Drähten Vorlieb nimmt, Schatten spendet und vor der Witterung schützt (und im Winter die Sonne durchlässt) sowie der unverwüstliche Hopfen, der allerdings zur Blütezeit reichlich klebrig wird. Bei Efeu wäre ich vorsichtig, weil die jungen Triebe in jede Ritze kriechen und beim Wachsen selbst Balken sprengen können.
Gruß Günter Flegel



Begrünung einer Bohlenfassade



Hallo, Selbstklimmer wie Efeu und Wilder Wein scheiden wahrscheinlich aus, da sie negativ phototrop sind, also die Dunkelheit suchen, in Löcher und Spalten eindringen und mit ihrem Dickenwachstum lockere und schwache Teile absprengen können. Wein am Lattenspalier, auf meiner Website sind viele Fotos dazu zu sehen. Es brauicht nicht hunderte, sondern ca. 10 bis 20 Schrauben, um die tragenden Querholme anzubringen, die dann einen gerwissen Abstand herstellen. Die senkrechten Latten werden wiederum in die Holme geschraubt.



Klimmer an Holzfassaden



Hallo, Hier habe ich noch ein schönes Bild von einer begrünten Holzfassade, im letzten Urlaub auf Rügen in Middelhagen aufgenommen. Eine reich rotblühende Clematis, leider weíß ich nicht welche Sorte. Aber so ein Farbtupfer auf dem später ja womöglich auch silbergrauem Holz sieht einfach super aus!



Kein Selbstklimmer ==> welche Rank pflanzen zum Wind und Wetterschutz?



Hallo vielen Dank für die Info,
ich habe jetzt verstanden, dass Efeu und Co. wohl
keine gute Idee an Holzfassaden sind.

Aber welche Pflanzen, die Rankhilfen brauchen sind
dann als Ganzjahreswetterschutz zu empfehlen?

In anderen Worten was für Pflanzen bieten auch im
Herbst und Winter an einer Westwand (Holzfassade)
Schutz gegen Schlagregen, Wind und Sonne?

Mit freundlichen Grüßen
Roland Heumesser



Begrünung Holzfassade



Hallo, eine Begrünung als Wetterschutz an einem Holzhaus halte ich für verfehlt. Sie kann meiner Meinung nach dem Holz zwar etwas Schutz bieten gegen Hitze-/Kältespannungen, aber diesen Schutz braucht wohl eher ein Wandputz als eine Reihung von Holzbohlen. Schlagregen wird zwar von einer dichten Grünwand großteils abgewehrt und durch Abtropfung nach unten außen weg von der Wand abgeleitet, aber es kann nicht Hauptsinn der Begrünung sein, das Wasser von der Wand abzuhalten, dafür muß eine ordentliche Schalung / Fugenabdichtung am Holz sorgen.
Begrünten Fassaden wird oft eine höhere Lebensdauer eingeräumt, aber ich weiß noch nicht genau, ob dahinter vielleicht manchmal auch ein Wunschdenken der Grünplaner steckt. Wenn langlebiger, dann gilt das auch eher für Putzfassaden wegen der Verminderung der Wärmespannungen und der Farb- und Putzabsandung. Nun gut, bei Holz wird womöglich auch der Ligninabbau in den Holzfasern gebremst durch Abhalten der zerstörerischen UV-Strahlung.
Aber - und jetzt kommt der Hammer - alle Begrünungen behindern massiv die Abtrocknung von Bauteilen, auch und gerade nach einem Regen. Und etwas Wasser kommt auch hinter eine dichte immergrüne Laubwand an die Außenhaut, und dann kann es nicht so rasch abtrocknen wie ohne Begrünung. Es kann kapillarmäßig in aller Ruhe in tiefere Zonen des Holzes einziehen, Pilze und Schadtiere anlocken und sein Zerstörungswerk entfalten. Das, was ein Holz kaputtmacht, sind glaube ich die Anzahl der Wechsel zwischen naß und trocken und die Benässungsdauer, und die wäre mehrfach höher als ohne Begrünung. Das gilt ganauso an Metallkonstruktionen, da wird die elektrolytische Korrosion durch eine Begrünung massiv gefördert und beschleunigt. Neulich habe ich mich um einen Auftrag einer Metallzaunbegrünung gebracht, weil ich abraten mußte, ein älterer, nicht verzinkter, nur mehrfach dick gestrichener Stahlrohrzaun, dem man den beginnenden Verfall schon ansah.....

Kurz und gut: deshalb mein Tip einer Akzentsetzung, einer wirkungsvollen und kontratsschaffenden Detailbegrünung mit Clematis und ein paar Drahtseilen (oder Draht) nebst Haltern, wegen der Korrosion natürlich in Edelstahl.....
Beste Grüße aus Leipzig!
Sven taraba



Begrünung für Holzfassade schlecht?



Habe ich das jetzt richtig verstanden? Wenn ich in
ca 15 bis 20cm Abstand eine Immergrüne begrünung vor
meine Lassierte Holzfassade hänge, dann schadet es
mehr als daß es nützt?
Ich hatte eigentlich gehofft, daß dann die Lasur etwas länger hält und ich nicht so häufig Streichen muß.
Aber wenn ich mir das so recht überlege, dann ist
das ja auch für jegliche Fachwerkwand schädlich, oder?

Gruß
ein entäuschter
Roland Heumesser



Bauschäden durch Begrünung



Hallo, das sind natürlich rundum furchtbar emotionale Themen.... Ich weiß es schlichtweg auch nicht 100%-ig, aber meine paar Kenntnisse der Bauphysik vom Studium her und meine eigenen Erfahrungen mit Holz im Garten lassen mich die Sache so sehen. Mit Holzpilzen und Co. ist echt nicht zu spaßen! Sehe dieser Tage gerade zu, wie die von ca. 6 Jahren sorgfältig um den großen Sandkasten eingebaute Palisadenreihe von reinem, unbehandelten Naturholz aus dem Stadtwald, Holzarten bunt gemischt, sich langsam verabschiedet, allerorten fault und bricht, Schwefelporlinge daneben auf der Wiese als Anzeichen des Pilzbefalls usw.. Hätte ich damals von Robinie gewußt, hätte ich es gleich damit gemacht! Bei einem Haus ist das im nachhinein natürlich noch schwerer zu korrigieren. Bei Eiche, nach DIN Resistenzklasse 2 (Robinie 1-2, Teak 1, Kiefer und Fichte 4-5 glaube ich)würde ich das an der Hausfassade noch nicht als so schlimm einstufen, aber bei Nadelholz.... Näheres zu Robinie auf meiner website www.fassadengruen.de, dann empfehle ich noch ein Bauschadenbuch, daß ich aber selbst auch noch nicht gesehen habe. Als extra Beitrag im Forum, bitte dort gucken, vielleicht kauft es ja mal jemand und kann eine Beurteilung schreiben.

Besten Gruß aus Leipzig von Sven Taraba





Keine Fakten, nur Erfahrungen: Unser Nachbarhaus steht seit etwa 30 jahren leer (Fachwerk) und gammelt langsam vor sich hin. Die Wetterseite sieht besonders übel aus - nicht aber die etwa zwei Drittel des Hauses, die von einem Weinstock zugerankt (gewuchert) sind, der sich da ohne jede Rankhilfe bis zum Dach hochgezogen hat. Dahinter sind sogar noch die Fenster intakt (sonst fast am Herausfallen) und der Putz fast schadlos sowie die alte Ochsenblutfarbe noch an den Balken. Ich denke, der Schutz vor Regen Wind und Sonne ist hier deutlich positiver zu sehen als die langsamere Abtrocknung, zumal so ein Weinstock ja sehr luftig ist. Und was nicht nass wird, muss auch nicht abtrocknen ...



Weinreben an Fachwerk



Hallo, also Weinreben an Fachwerk, da komme ich ja gleich ins Schwärmen, das kann ich natürlich auch nur empfehlen, der größte Teil meiner 20 Fotos bei Fachwerk.de widmet sich diesem Thema. Aber direkt vor einem Massiv-Holzhaus - na gut, wenn die Balken vom Fachwerk das mitmachen, warum nicht auch eine massive Holzwand? Zunächst hätte ich an ein noch luftigeres Blätterkleid wie eben Clematis gedacht...
Hinzu kommt bei Wein: Um ein Kilo Trockenmasse zu bilden (also ca. 10 kg Trauben), muß der Rebstock sage und schreibe 500 Liter Wasser aus dem Boden ziehen und verdunsten! Vielleicht war der Hausweinstock früher auch eine Art Trockenlegung für unsere Altvorderen?



Nix gut...



Hallo, an die Bretterwand meiner Werkstatt hat meine Ma vor einigen Jahren leider Efeu gepflanzt.
Die Pflanzen drängen sich in alle Ritzen, durch das Eigengewicht des Bewuchses, ziehen sich bereits die Nägel aus den Balken. :-(
In einer Frustaktion habe ich bereits die Hälfte der Wand vom Efeu befreit. Hier mußte ich sämtliche(!) Bretter nachnageln, da sie locker waren.
Fazit: jedes Jahr Arbeit das Mistzeug nachzuschneiden (da es sonst zu schwer wird und wie die Hölle wächst), Bretter nachnageln. Im Sommer alles voller Wespen, die sich über die Blüten(?) freuen. Der Griff ins Efeu, in dem sich eine Außensteckdose befindet, wird damit zum Abentuer.
Vorteile: kann keine Erkennen...

Grüße, Rainer



Streichen Ade



[Zitat]
Habe ich das jetzt richtig verstanden? Wenn ich in ca 15 bis 20cm Abstand eine Immergrüne begrünung vor meine Lassierte Holzfassade hänge, dann schadet es mehr als daß es nützt? Ich hatte eigentlich gehofft, daß dann die Lasur etwas länger hält und ich nicht so häufig streichen muß. Aber wenn ich mir das so recht überlege, dann ist das ja auch für jegliche Fachwerkwand schädlich, oder? Gruß ein entäuschter Roland Heumesser[/Zitat]
Sagen wirs mal so: WENN erstmal Efeu sich da in die Fassage gekrallt hat, DANN dürften Sie mit dem nächsten Streichen Ihre liebe Freude haben.
Die 'Wurzeln' mit der sich das Grünzeug festkrallt sind sehr schlecht abzubekommen.
Schön mags aussehen, länger wird die Lasur auch halten. Nur einfach drüberstreichen is dann nich mehr...





Efeu wurde ich auch empfehlen, um ein Fachwerkhaus zu "sanieren", ohne einen Finger krumm zu machen. Da diese Pflanzen die Dunkelheit sucht, krichen die Triebe in jede Ritze, und das sprengt dann die Mauern und Balken, und schneiden kann man das Zeug auch nicht, weil es immer wieder nachwächst. In Franken gibt es sicher zu recht die Tradition des Hausweinstocks - siehe Sven.