Holzwurmbekämpfung




Hallo!

Habe unseren stark vom Holzwurm befallenen Dachstuhl von einem Fachmann untersuchen lassen, der uns gesagt hat, dass eine Heißluftbehandlung bei uns keinen Sinn machen würde, da die Raumhöhe zu hoch ist (bestimmt über 3 Meter) und man daher eine so große Hitze einlassen müsste, bis es auch an der Dachspitze die gewünschte Temperatur gibt, dass sich die Balken verziehen und auch die Kunststofffenster danach nicht mehr passen könnten.
Zur Begasung meinte er, dass man erst ein Gutachten beim Tüv erstellen lassen müsste (ca. 10 000€) um zu sehen, ob eine Begasung überhaupt möglich ist. Dann müsste man sich das ganze auch noch genehmigen lassen, was in Wohngebieten aber so gut wie gar nicht mehr geschieht.
Da in diesem Forum aber jeder auf diese zwei Methoden schwört und ich bisher noch nichts der gleichen darüber gelesen habe, wollte ich mal einen anderen Fachmann zu diesen Aussagen befragen.
Er wollte uns mit Druckluft alle Balken von den Fraßstellen säubern und anschließend mit Borsalz alles einsprühen. Kostenpunkt: 3800€

Grüße aus dem Ostalbkreis





Wenden Sie sich doch mal an Lutz Parisek, der ist hier auch Mitglied und führt thermischen Holzschutz aus.

Grüße
Oliver Struve



Ich habe noch nie



mit Heißluft und früher schon ein paar Mal mit Cyanid vergast (Kirchen). Würde ich nie mehr machen.

Holzschädlinge brauchen Lebensbedingungen. Da sollte angesetzt werden. Konstruktiven Holzschutz bevorzuge ich.

Wenn übrigens die Lebensbedingungen nicht auf "nicht lebenwert" geändert werden, wer will Ihnen dann nach Gas oder Heißluft versprechen, daß kein Insekt, kein Schwamm wieder befällt?

Und ist es denn lebender Befall? Ist Resttragfähigkeit ausreichend? Ist es splintreiches oder eher Kernholz? Und, und, und. Und kann man dann nicht mit den paar Würmern nochmals 100 Jahre weiterleben? Das ist eine ingenieurtechnische Betrachtung. Holzschützer werden Sie meistens in Maßnahmen jagen, die sie gerade drauf haben. Egal, ob es Sinn macht oder nicht. Das ist ihr Job.

Viel Glück!
Konrad Fischer
Wachsames Holzauge



Simplifizierungen



Liebe Maritta

Die inhaltlichen Aussagen dieses "Holzschutzfachmannes" hören sich schon ein wenig sonderbar an. Dass der Tenor seiner Untersuchungen und Erläuterungen auf ein Bekämpfungsangebot mit Borsalz für die stolze Summe von 3.800 € hinausläuft, gibt dem Ganzen einen sonderbaren Beigeschmack. Wenn du willst, kannst du mich gerne anrufen (0179 3953590) ohne den Verdacht zu haben, das wir hier einen Auftrag aquirieren wollen, da du doch ein wenig zu weit entfernt bist.

Mit besten Grüßen
L. Parisek

PS: Vom Ansatz her hat der Kollege Fischer wie so oft natürlich recht, treibt die Konsequenz seiner Aussagen allerdings (wie gleichfalls oft geübt) auf eine etwas absurde publikumsgefällige Spitze.



Heißluft und Begasung



Ich möchte mich auch gerne als Sachverständiger für Holzschädlingsbekämpfung zu den Aussagen ihres "Fachmanns für Borsalzbehandlung" äußern:

#Heiße Luft steigt nach oben (Faktum), d.h. bei einer "geringen Höhe" von 3m braucht man auch nicht mehr heizen als normalweise üblich. Einblastemp. liegen bei 100-110°C. Kunststofffenster müssen kein Problem sein, wenn man diese "abdämmt" und das Balken verziehen ist auch nicht die Regel. Dies kann aber alles nach Besichtigung und Angebotslegung durch den Heißluftfachmann geklärt und ggf. auf Risiken hingewiesen werden.
#Von einem 10.000€ TÜV-Gutachten habe ich als
Befähigungsscheininhaber für toxische Gase und mit tagtäglicher Praxis mit Begasungen (Gebäude, Kirchen, Museen usw.) in ganz Dt.+Österreich noch nie gehört.
Genehmigung stimmt so auch nicht, sondern die Begasungsfirma muss die Begasung bei der Behörde anmelden und diese kann ggf. dagegen Einspruch erheben.

Das hört sich für mich als neutraler Beobachter, mehr nach Verkaufsstrategie des sog. Fachmanns an, der damit nur (s)ein Verfahren hervorhebt.

Mein Tip: Wenn man als Laie nicht die verschiedenen Möglichkeiten und Verfahren vergleichen kann, gibt es den neutralen Holzschutzsachverständigen aus der Region, der einem fachlich und umfassend zur Seite steht. Mein Vergleich zum Holzschutzsachverständigen ist immer der Steuerberater, der durch sein Fachwissen beratend helfen kann und letztendlich das Geld einsparen soll, was man sonst bei alleiniger Entscheidung (vielleicht) zuviel ausgegeben hätte.
Wie auch schon Hr Fischer formulierte, können dann auch nebenbei Fragen wie "lebender Befall?" durch den Holzschutzsachverständigen neutral geklärt werden.