Befestigung Dämmplatten an unebener Kappendecke

03.12.2020 nettgendorfer

Befestigung Dämmplatten an unebener Kappendecke

Vor zehn Jahren habe ich einen ehemailigen Bauernhof gekauft, wo jetzt im Ex-Stallgebäude zwei Kappendecken von unten gedämmt werden sollen. Das eingestürzte Obergeschoß haben wir seinerzeit abgeräumt und mit zwei Schichten Teerpappe auf dem Estrich eine "Dachterrasse" mit Abläufen hergestellt.
Die Räume sind so weit trocken. Das Problem ist, dass die Decke zwischen den Stahlträgern sehr liederlich mit Mauerwerksbögen aus Hohlziegeln ausgemauert wurde (kein Verbund), die teils Sprünge von 1-2 cm aufweisen.
Ich sehe kaum eine Chance, hier mit Dübeln zu arbeiten und weiß nicht, ob ein Kleber auf der unebenen, gekalkten Bodendecke hält.
Was das Dämmmaterial betrifft, habe ich mich noch nicht festgelegt, es müssen halt schmale Platten sein, die man an das Gewölbe anpassen kann.
Für Tipps wäre ich dankbar!



kappendecke dämmen



Bevor ein Tip abgegeben werden kann, wäre wichtig zu wissen, wie die Räume mal genutzt werden sollen und wie die Terasse oben drauf aufgebaut und wie die Abläufe gestaltet sind, weil eine " Aufdach"-Dämmung wesentlich einfacher umzusetzen und bauphysikalisch günstiger wäre.



rein mineralischer Dämmputz



Einen rein mineralischen Dämmputz könnte man direkt auf diese unebene Kappendecke auftragen.

Viele Grüße!



Nutzung


Nutzung

Einer der betreffenden Räume ist meine Werkstatt (beheizt mit Kaminofen), den zweiten nutze ich als Lagerraum für Kartoffeln, Äpfel usw. und im dritten überwintern die Kübelpflanzen bei ca. 5°C.
Nur über der Werkstatt befindet sich das nicht ausgebaute Dachgeschoß, das noch erhalten geblieben ist. Es ist offen zum Dachstuhl und zum Dachraum der Toreinfahrt. Eine Dämmung auf der Decke wäre dort möglich, würde aber bedeuten, dass der verbleibende Raum bis zu den Balken des Dachstuhls nur noch ca. 1,80 betragen würde (zu wenig, eine Baugenehmigung für eine Ferienwohnung zu erhalten).
Die beiden anderen Räume liegen unter dem "Flachdach". Sofern das finanzierbar ist, soll irgendwann einmal dort ein Sonnendeck in Form einer Holzterrasse entstehen, die restliche Fläche bleibt offen. Schön wäre dort eine extensive Begrünung, aber finanziell nicht leistbar.
Das Kartoffellager wird nicht beheizt, soll aber frostfrei bleiben, zumal die Wasserleitung vom Wohnhaus her dort ankommt. Der Raum für die Kübelpflanzen wird mittels eines Thermostats im Winter auf 5°C gehalten. Ein Bild eines der beiden Abflüsse (außen Kasten/Regenrohr) hänge ich an.



Ferienwohnung



also soll der Raum über der Werkstatt zukünftig ausgebaut, also auch beheizt sein? Das Foto zeigt jetzt also einen Teil des Flachdaches über den Gewölberäumen ? Wie sind die Maße dieser Flachdachfläche?



Stallgebäude/Nutzung



Ob ich in den nächsten Jahren den Ausbau des Rest-OG im Stallgebäude finanzieren kann, steht derzeit dahin. Es soll aber auch nicht so verbaut werden, dass ein Ausbau später nicht mehr möglich ist.
Der fotografierte Abfluss befindet sich im abgetragenen Bereich auf dem Flachdach.
Im Moment geht es erst einmal darum, den einen Lagerraum ohne Frostwächter auch im Januar/Februar frostfrei zu halten und im Raum mit den Kübelpflanzen die Stromkosten zu senken. Die Schwachstelle ist m.E: eindeutig die Kappendecke, da beide Räume links und rechts eingebaut sind und die Außenwände aus 36 cm (1,5xReichsformat) Massivziegeln gemauert sind.



Aha



dann wird eine Aufdachdämmung, also Aufbau auf der Dachfläche noch komplizierter, wenn man auch noch Abflüsse Verlegen muss. Dann wäre ein Kalk-Hanf-Dämmputz wahrscheinlich die einfachste Variante oder eine abgehängte gedämmte Decke, aber dann mit Dampfsperre, sauber abgeklebt und angeschlossen. Wie das gemacht wird, ist 3 Beiträge weiter dargestellt.



Befestigung Dämmplatten an unebener Kappendecke



Da die Decke momentan von außen absolut dicht ist (2 Lagen Dachpappe) und in Zukunft auch so bleiben soll, sehe ich eine Innendämmung eher kritisch. Auch wenn sie noch so "luftdicht" hergestellt wird. Das Risiko, dass die Dichtung auch dauerhaft dicht bleibt, wäre mir in dem Fall zu groß. Ruckzuck werden im Laufe der Nutzung der Räume doch mal Löcher in die Dämmung gemacht, die nicht mehr luftdicht verschlossen werden (können).....
Im Hinblick darauf, dass über kurz oder lang sowieso ein neuer Terrassenboden gebaut werden soll, würde ich entweder bis dahin alles so lassen wie es ist, oder jetzt gleich schon die Dachpappe entfernen und eine auch für den späteren Boden/Belag geeignete Dämmung auf die Decke bauen.

Bleibt die Frage: Was ist auf der Kappendecke und wie hoch ist eine eventuelle Überdeckung auf den Scheitelpunkten der Bögen, und kann man diese Füllung entfernen, ohne die Decke selbst zu beschädigen? Wenn ja, könnten Sie diese Füllung durch Dämmmaterial ersetzen, ohne an Höhe zu verlieren (wegen den Abläufen).
Eine einfach herstellbare, sich der Geometrie der Decke anpassende Aussendämmung wäre z. B. eine Mischung aus Blähton (als Grobanteil der Mischung) und Perlite (als Feinanteil der Mischung), diese "verklebt" mit sehr dünnflüssigem Kalk-Haftputz (der klebt richtig gut), oder halt Zementleim.
Diese Dämmung wäre auch für die zukünftige Holz-Dachterrasse tragfähig genug.

Sorry, Pope, wenn ich widerspreche, aber einen von innen aufgezogenen Kalk-Dämmputz halte ich in dem Fall für rausgeschmissenes Geld. Bei einem Lambdawert von 0,08 (Hessler HP 9SL) müsste man den ziemlich dick aufziehen, damit es merklich was bringt. Kalk-Dämmputz ist aber nicht billig.....
Dann lieber eine 2cm-Holzweichfaserplatte in die Bögen Kleben und verdübeln. Die kann man zur Not offen stehen lassen, oder auch dünn, z. B. mit Lehmputz überspachteln. Was aber so oder so keine Dampfdichtigkeit her gibt.....