Pilzbefall - Was isses?




Guten Tag, ich habe ein Problem mit Pilzbefall und wüsste zu dessen Bekämpfung gern worum es sich überhaupt handelt.

Dazu erst einige Informationen:
Es handelt sich um einen Fussboden im Erdgeschoss der nicht unterkellert ist. Auf einer dicken Betonplatte sind kleine Säulen aus Zeigelsteinen aufgemauert (30cm) auf denen die Balken liegen die den Boden tragen. Zur Hinterlüftung sind an zwei gegenüberliegenden Wänden kleine Lüftungsgitter in kurzem Abstand angebracht. Diese sind jedoch nur teilweise funktionsfähig, weil Möbel daraufstehen. Der Betonfussboden ist in der Mitte durchbrochen, so dass das Erdreich freiliegt. Der Raum wird regelmäßig geheizt.

Der Pilzbefall überzieht von dem Durchbruch ausgehend sowohl das Erdreich, als auch den Beton und wächst nun kreisförmig von unten an der Decke entlang. Er hat weisse Farbe, zeigt so gut wie keine von aussen sichtbare Strukturierung und sieht aus wie ein Teppich. Er sieht flauschig aus, hat aber scharfe Begrenzungen in Wachstumsrichtung. Er lässt sich leicht vom Holz ablösen wie Tapete und erscheint nicht sehr feucht. Er bildet aber Guttationströpfchen aus. Der Erdboden, der Beton und das Holz erscheinen ebenfalls nicht als feucht, aber der Pilz könnte seine Feuchtigkeit durch Kondensation aus der Raumluft gewonnen haben (Atmung) weil es unter der Decke logischerweise etwas kühler ist. Beim abziehen gibt der Pilz äusserlich unbeschädigtes Holt frei, dass aber "weich" wirkt. Der Befall wird als relativ jung vermutet, hat sich aber schnell ausgebreitet. An einer Stelle hat der Pilz den Boden durchdrungen und beginnt an der Oberseite eine Art Schwamm zu bilden. Während der "Teppich" überall sehr dünn ist bildet er hier dickere GEschwülste möglicherweise Fruchtkörper, die gelblich gefärbt sind. Diese sind von ebenso weicher Struktur und lassen sich leicht mit den Händen entfernen, wirken auch nicht feucht. Von dem Fussboden bildet der Pilz kleine nach unten hängende kugelige Fühler aus. Bemerkenswert finde ich die Guttationstropfen die von unten dran hängen bleiben.
Der freigelegte Pilz zeigt strangartige Mykhorriza.

Was könnte das sein?

MfG

Daniel Glauer



Ferndiagnose nicht möglich



Guten Tag Herr Glauer,
eine Ferndiagnose ist nicht so einfach möglich. Sie beschreiben Merkmale, die jeweils auf unterschiedliche holzzerstörende Pilze hindeuten. Nach Ihrer Wortwahl haben Sie sich ja bereits selbst etwas schlau gemacht. Dann werden Sie auch verstehen, dass ein Sachkundiger sich den Schaden vor Ort ansehen muss.
Was Sie zur "Atmung" schreiben muss ich ein wenig relativieren. Früher wurde angenommen, dass Pilze duch Atmung aus 180 Gramm Zucker ca. 90 Gramm Wasser produzieren können. Das ist ab nur eine stöchiometrische, chemische Gleichung und hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Der Pilzstoffwechsel erzeugt ja nicht nur Wasser, sondern baut auch Pilzmasse und "Abfallprodukte" auf und erzeugt direkt zu verbrauchende Energie. Die Befeuchtung aus Atmung ist als sehr begrenzt anzusehen. Vermutlich liegt Ihre Hauptfeuchtequelle in Tauwasserbildung. Ebenso vermute ich, dass noch sekundäre Feuchtequellen vorliegen.
Bittte wenden Sie sich an einen Sachkundigen in Ihrer Nähe, der kann den Befall beurteilen und daraus individuelle Maßnahmen ableiten. Sie können hier in der Communitiy nach geeigneten Personen in Ihrer Nähe suchen. Außerdem können sie auf www.dhbv.de die Liste der Sachkundigen des DHBV einsehen. Weiterhin können Sie über die IHK Datenbanken Sachverständige für Holzschutz suchen. Unter www.holz-schuetzen.com gibt es ebenfalls eine Liste von geprüften Sachkundigen. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



bitte stellen Sie einige Bilder des Pilzes hier ein.



es klingt jedenfalls sehr bedenklich nach Hausschwamm bzw. nach evtl. braunem Kellerwarzenschwamm, was Sie da beschreiben.
Damit ist nicht zu spaßen!



Ohne Vorortkontrolle



ist das wirklich schwer zu sagen ein Foto ist leider auch nicht zu sehen. Aber es hört sich so an als würde es sich um den EH (Serpula Lacrymans) "der Tränende" handeln , dies aber wie schon gesagt ohne Gewähr