Hausbockbefall




Ich besitze seit 4 Jahren ein ca 43 Jahre altes Haus in Manosque, Provence. Vor wochen habe ich gründlich das Dachgebälk inspiziert und dabei festgestellt, dass das gesamte Balkenwerk im Abstand von ca 30 cm mit
Injektionskanülen versehen ist. Die Vorbesitzer sind tot, so dass ich von dort keine Auskünfte bekomme. An einigen Balken wurde früher offensichtlich mit einem Beil befallenes Holz abgehauen. Man findet dort zerfressene Kanäle und Holzmhelstaub. Zunächst dachte ich an den Holzwurm.
Bei Recherche im Internet wurde mir aber dann klar, dass es sich dabei um den Hausbock handeln muss, denn an einjien Stellen habe ich die typischen
Ausfluglöcher, oval ca 3-5 mm gross festgestellt. Per Zufall hatte ich gestern Besuch eines resienden olzi9nspekteurs, der hier inn der Nachbarschaft kostenlos die Dächer inspziert. Er puhlte gründlich an ,meinen Balken und sagte, dass trotz der früheren Injektionen ein erneuter Befall festzustellen sei. Er offerierte eine Totalbehandlung miterneuten Injektionen in die alten Kanülen zum Preis von 2100 Euro.Das Haus
hat eine Grundfläche von 85 qm. Ich bin misstrauisch wegen Haustürgeschäfte und habe noch nicht akzeptiert. Meine Fragen. Woran kann ich zweifeksfrei
erkenne, ob es sich um neue oder um alte Schäden handelt.Was meinen Sie zum Preis. Was raten Sie  mir.



Hausbock?



Die Nachricht ist offenbar etwas verstückelt.
Wenn Hilfe kommen soll, muß wohl noch einmal das eigentliche Problem geschildert werden.
mdG. Ulrich Arnold



Erneut eingestellt durch ...



mich.



Hausbock2



Guten Tag Herr Kübler,
es ist unwahrscheinlich, daß weiterhin ein aktiver Befall vorliegt, -wenn die Bekämpfung sachgerecht erfolgt ist-! Möglich ist es prinzipell schon, vielleicht wurden nicht alle Hölzer behandelt oder nur halbherzig abgebeilt und gebürstet usw....
Zum Ortsüblichen Preis in Frankreich kann ich nun wirklich nichts sagen.
Eine kleine Merkmalliste um festzustellen, ob ein aktiver Befall oder ein Altschaden vorliegt:
-Auffund der Vollinsekten (lebend oder zweifelsfrei erst einige Monate alt)
-Auffund der Larven oder Puppen im Holz
-Nagselausstoß (ohne daß an den Balken von außen Schwingungen gelangten, (z.B. Anklopfen), das Nagsel muß hell sein, altes sonnenbeschinenes Nagsel wird bräunlicher. Vorsicht wenn kein Sonnenlicht heranlangen konte bleibt Nagsel Jahrelang hell. Frisches Nagsel auf Oberseiten wird keinen Haufen bilden, wenn geklopft wird, sonder wenn das Tier ausfliegt.
-Auffund von natürlichen Fressfeinden der Schadinsekten z. B. Hausbuntkäfer. Wenn die Jäger leben, gibt es auch Beute von der sie leben.
-Aktivitätsgeräusche. Verhalten sie sich bei Dunkelheit einmal einige Minuten still,wenn sie dann gelegentlich ein Knistern hören, als wenn sie einen langen Zeigefingernagel an einen langen Daumennagel vorbeireiben (Mit den Fingerspitzen knistern), wird es das Fraßgeräusch sein. Ich hoffe ich habe eine einigermaßen verständliche Beschreibung gegeben.
-Lichtzugängliche Ausschlupflöcher, die hell=neu sind.
-wenn sie keine Angst haben müssen, daß die Hölzer bis zur Einsturzgefahr geschwächt sind, können sie einige Balkenbereiche mit Papier abkleben. Am besten mit Maisstärkekleber vollflächig aufkleistern. (lässt sich problemlos wieder entfernen) Wenn über den Frühling und Sommer Ausfluglöcher durch das Papier genagt werden wissen Sie, daß jemand "im Holz wohnt".
Interessant wäre es auch zu wissen wie weit im Süden ihr Haus liegt und ob wirklich Nadelholz verbaut ist. Im Mittelmeerraum gibt es eine dem Hausbock ähnliche Käferart, die nur Laubholz befällt. Diese Frage ist aber nur von fachlich-theoretischem Interesse, die Maßnahmen sind die gleichen.
Fragen sie doch auch mal Ihre Nachbarn, ob die vielleicht wissen welche Firma damals die Bekämpfung durchgeführt hat und versuche Sie so weitere Informationen zu bekommen.
Im Zweifelsfall sollten sie einen Gutachter aus Ihrer Region beauftragen, der selbst keine Bekämpfungsarbeiten durchführt. Dieser Gutachter hätte kein Interesse daran einen aktiven Befall nur vorzugaukeln.
Sehr gute allgenmeine Informationnen zum Thema finden Sie bei den Kollegen Rüpke und Kürsten unter www.holzfragen.de
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Arnold



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Sehr geehrter Herr Stöpler,
dasgeht aber zügig. Vielen Dank Ihnen und vor allem Herrn Arnold für seine
Ratschläge. Der Vorschlag, die Ausfluglöcher mit Papier zu bekleben ist
ausgezeichnet, denn dann kann man tatsächlich sehen, ob noch Leben im Holz
ist ( werden Löcher in das Papier efressen, damit der fertige Käfer
herauskommt, so sind natürlich auch noch andere Larven im Holz.

Ich habe mir gestern von einer zweiten Schädlingsbekämpfungsfirma eine
Offerte geben lassen. Sie kommt auf einen Preis von 1800 Euro auf der Basis
eine Reinjektion in die bereits gesetzten Injektionskanüle bei einer
gesamten Länge der Hauptbalken von 56 Metern und einer Länge der dünneren
"Querbalken" (mir fehlt der passende Fachausdruck) von 100 Metern.
Ausserdem gehört zum Arbeitsprogramm noch ein zweimaliges Beschichten aller
Holzteile im Dachstuhl inklusive Sparren mit einem Sprühgerät.

Das verwendete Produkt heisst XILIX CONFORT F1/2 und enthät die Wirkstoffe
Cypermethrin und Propigonazol. Hersteller (oder auch nur Händler)scheint die
Firma Cecil in F 38670 Chasse sur Rhone zu sein.
Mich würde interessieren, was weiss man von dieser Firm,a und was hält man
von den Wirkstoffen?

Vielen Dank und rüsse aus der jetzt warmen Provence Gerhard Kübler



Wirkstoffe



Guten Tag Herr Kübler,
Vorweg ersteinmal, daß ich die Vorschriften zum Holzschutz in Frankreich nicht kenne. Die Natur der Schädlinge ist natürlich überall die gleiche.
Das Fabrikat, was Sie beschrieben haben kenne ich nicht, es ist nicht auf dem deutschen Markt, gleiches gilt zur Firma. da bereits maßnahen getroffen wurden, herrscht bei mir immer noch Zweifel, ob sie einen aktiven Befall oder einen bekämpften Atltschaden (der keine Bekämpfungsmaßnahmen bedingt) haben.
Zu den Wirkstoffen:
Cypermethrinn gehört zu den Pyrethroiden, das sind Nervengifte, die Insekten und ihre Larven sofort umfassend abtöten. Dieser Wirkstoff ist auch in Deutschland zugelasssen. Er ist in sofern kritischer zu bewerten, als z.B. Bor oder moderne Häutungshemmer, da er recht unspezifisch auf alle Lebewesen wirkt. In den üblichen Dosen sollte für den Menschen keine Gefährdung bestehen, vielleicht sieht man das in Zukunft einmal anders.
Propiconazol ist ein Fungizid, also ein pilzwidriges Mittel. Es ist für die Insektenbekämpfung erst einmal Nebensache. Ich weiß nicht, ob Ihr Dachstuhl bereits vorbeugend gegen Pilze geschützt ist, und ob die Einbausituation der Hölzer eine Schutznotwendigkeit begründet. (siehe auch Vorschriften in Frankreich) Propiconazol gehört zu den Triazolen. Es ist in Deutschland als Wikstoff zugelassen. Der dampfdruck lässt erwarten, daß immer ein bemerkenswerter Anteil ausgasen wird.
Um schnell Hinweise zu Umwelt und gesundheitsschutz zu geben, zitiere ich die Handhabungsvorschriften vergleichbarer in Deutschland als Insektenbekämpfungsmittel zugelassener Präparate:
"Aidol multi GS" oder "Bekarol-Extra-FG"
Wirkstoffe 0,02% Deltamethrin; 1% Tebuconazol (vergleichbar mit Propiconazol)
Das bekämpfungsmittel darf nur in bereichen verwendet werden, in dnene ein Befall des Holzes durch Hausbock oder Nagekäfer vorliegt, der nicht auf andere Art sinnvoll behoben werden kann. Das Bekämpfungsmittel darf jedoch nicht verwendet werden
-für Holzbauteile, die bestimmungsgemäß in direktem kontakt mit Lebens- und Futtermitteln kommen könen
-nicht für Holzbauteile in Aufenthaltsräumen und zugehörigen Nebenräumen, und
-nicht großflächig für Holzbauteile in sonstigen Innenräumen, es sei denn die großflächige Anwendung ist bautechnisch unvermeidlich begründet.
das Bekämpfungsmittel darf nich vorbeugend gegen holzzerstörende Pilze u. Insekten eingesetzt werden.
das holzschutzmittelist giftig für Fische und Fischnährtiere; das HSM darf nicht in Gewässer gelangen
Gefahrenkennzeichnung: Xn: Gesundheitsschädlich
Gefahrenhinweise: kann beim Verschlucken Lungenschäden verursachen
Sicherheitsratschläge: Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen; Von Nahrungsmitteln, getränken u. Futtermitteln fernhalten; bei der Arbeit nicht essen u. Trinken; Bei der Arbeit nicht Rauchen; Bei Verschlucken kein erbrechen herbeiführen, Arzt aufsuchen
Also- Vorsicht ist angebracht, großflächige Verwenndung scheidet aus, Alternativen sind Holzaustausch, evtl.Heißluft.
Haben sie kein Forstbotanisches Institut, Sachverständigen ohne eigen Bekämpfungsfirma, oder ähnliches in der Nähe, der sicher klären kann ob wirklich ein aktiver Befall vorliegt und dann Maßnahmen enmpfiehlt?
mfG
Ulrich Arnold



Nachtrag



Die wirkstoffe können nur in Lösemittelhaltigen Pläparaten formuliert werden, deshalb braucht es nach der Behandlung noch einige Tage, bis die Lösemittel ausgedampft sind. Folge. Lüften, explosive gasgemische während der Behanlung möglich. lösemittelhaltige Präparate sind so ziemlich das einzige, was weit in trockenes Holz eindringt. Borbasierte mittel mit Glykol als Diffusionshilfsstoff dringen ebenfalls noch verhältnismäßig weit ein. Wirken aber, wie auch die neuste generation der organischen Wirstoffe, die Häutungshemmer, verzögert.




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